Erasmus: Ohnmacht des Humanismus


Hans Holbein d. J. malte Erasmus von Rotterdam (1466–1536) mehrfach, hier 1523. Foto: epd/akg-images
Aus der Frühgeschichte der Aufklärung: In diesen Tagen vor 500 Jahren klagt Erasmus von Rotterdam vehement den Krieg an.

Von Christian Thomas | Frankfurter Rundschau

Im Frühjahr 1517 konnte man glauben, dass die politischen Eliten Europas ein Einsehen haben: „Von nun widmet Euch in gemeinsamen Konzilen dem Studium des Friedens.“ War der Gedanke, weil er als Klage ziemlich pathetisch formuliert war, falsch?

Einlenken, so der fromme Wunsch, sollten kirchliche Würdenträger, sollten weltliche Funktionsträger, sie sollten sich einlassen auf einen Friedenskongress, angefangen mit dem Papst. Doch von dem musste sich der Antikriegsschriftsteller sagen lassen: „Du begreifst diese Dinge nicht.“ Damit war der Krieg gemeint, der dem Pontifex ein realpolitisches Anliegen war. War der Krieg deswegen richtig?

weiterlesen