„Die AfD hetzt ja nicht nur gegen Lesben“


Alice Weidel Ende April in Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) während einer Wahlkampfveranstaltung der AfD (Foto: dpa)
Alice Weidel kandidiert als Spitzenkandidatin für die AfD – und ist homosexuell. Sozialpsychologin Beate Küpper über irritierende Widersprüche.

Interview von Carolin Gasteiger | Süddeutsche.de

Alice Weidel lebt mit einer Frau zusammen und erzieht mit ihr zwei kleinen Söhne – und sie ist AfD-Spitzenkandidatin. Ex-Breitbart-Journalist Milo Yiannopoulos ist schwul – und hetzt gegen Minderheiten. Menschen mit Migrationshintergrund wählen den rechtsradikalen Front National. Wie kann das sein? Sozialpsychologin Beate Küpper forscht über Vorurteile und erklärt, was diese Menschen antreibt und warum sie sich im Grunde selbst betrügen.

SZ: Alice Weidel ist lesbisch und vertritt als AfD-Spitzenkandidatin eine Partei, die gegen die Homo-Ehe ist, die die „traditionelle Familie“ als Leitbild in ihrem Programm verankert und Vorbehalte gegen die Gleichstellung der Geschlechter hat. Ist das für Sie ein Widerspruch?

Beate Küpper: Jein. Die AfD hetzt ja nicht nur gegen Lesben und Schwule, also im Fall von Frau Weidel gegen die eigene Minderheit, sondern auch gegen andere Minderheiten, also vorzugsweise Muslime und Flüchtlinge.

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