Medienrechtler Schertz beklagt Verrohung im Internet


Der Medienrechtler Christian Schertz beklagt eine Verrohung im Internet. „Der Wutbürger verhält sich inzwischen ganz ungeniert unter Klarnamen, die Sprachkultur verwahrlost, wie ich es in den 30 Jahren vorher nicht erlebt habe“, sagte er dem evangelischen Monatsmagazin „chrismon“ (Mai-Ausgabe). Früher sei nur anonym gepöbelt worden: „Jetzt verstecken sie sich nicht mehr.“ Der Berliner Rechtsanwalt vertritt unter anderem Politiker und Schauspieler.

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Bei den Ermittlungsbehörden habe die Sensibilität in den vergangenen zwei Jahren sehr zugenommen, fügte Schertz hinzu. „Jahrelang haben wir gehört, das sei doch nicht so schlimm. Aber seitdem das wie ein Tsunami über das Netz hinwegfegt, haben sie verstanden, dass der Rammbock des Rechtsstaats eingesetzt werden muss.“

Er glaube, dass man viele der Wutbürger erreichen könne, indem man ihnen die Mittel des Rechtsstaats vorführe. Schertz: „Wenn sie befürchten müssen, dass gegen sie ermittelt wird und sie auf der Anklagebank sitzen werden, lassen sich 70 bis 80 Prozent der Täter davon beeindrucken.“

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