Verschwörungstheorien: Mit Sachlichkeit gegen den Unsinn


Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften diskutiert in Berlin über den richtigen Umgang mit Impfgegnern, Hömöopathen und Verschwörungstheoretikern. Der wichtigste Tipp: nicht aufregen.

Von Kathrin Zinkant | Süddeutsche.de

Berlin hat bekanntlich zwei Flughäfen und wer an diesem strahlend sonnigen Sonntag vor dem Tag der Arbeit in den berühmten Himmel über der Stadt blickte, sah der Widersprüchlichkeit des menschlichen Verstandes ins Antlitz: Kondensstreifen von Flugzeugen stehen nämlich einerseits für das physikalische Phänomen der Kondensation. Wasser schlägt sich am Ruß aus den Flugzeugdüsen nieder, künstliche Wolken entstehen. Manchen Menschen ist diese Erklärung aber zu vernünftig. Sie halten die Kondensationsstreifen deshalb für Chemtrails, für Spuren einer Weltverschwörung, die die Menschheit vergiften soll.

Und weil nicht nur ein paar Verrückte an Chemtrails glauben, sondern ziemlich viele Menschen an einen ganzen Strauß solcher Theorien, haben sich weit unterhalb dieser Kondensstreifen am Wochenende die Mitglieder der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) in der Berliner Urania getroffen. Kurz nennt sich der gemeinnützige Verein „Die Skeptiker“, und man sollte sich dieses Begriffs kurz versichern: Die GWUP versammelt keineswegs Menschen, die den Klimawandel oder den Nutzen von Impfungen leugnen, also häufig Impfskeptiker oder Klimaskeptiker genannt werden. Der Duden definiert Skepsis als Bedenken, kritische Zweifel. Auch sich selbst gegenüber. Und das ist es, was Klimawandelleugnern und Impfgegnern fehlt: Der Zweifel an sich selbst.

weiterlesen