Kloster Eberbach: Was geschah in der Nazi-Zeit?


Weinlese im Kloster Eberbach anno 1937. Das Bild stammt aus dem Nachlass von Michael Scheuermann, langjähriger Betriebsleiter des Staatsweinguts Hattenheim-Erbach.
Ein Forschungsprojekt soll die dunklen Stellen in der Geschichte des Klosters Eberbach im Rheingau ausleuchten. Dazu gibt es bislang fast nur Gerüchte.

Von Peter Hanack | Frankfurter Rundschau

Nazi-Größen gingen hier ein und aus, vielleicht kreuzten sich an gleicher Stelle aber auch die Wege von Widerständlern. Auch von Geheimdiensttreffen wird gemunkelt. Möglicherweise gab es – wie in vielen Betrieben damals – Zwangsarbeiter, wurden Kriegsgefangene bei der Weinlese eingesetzt. Chemische Stoffe sollen hier gelagert worden sein, im Kirchenschiff der Basilika soll sogar ein Hochregal gestanden haben.

Um das Kloster Eberbach im Rheingau ranken sich viele Gerüchte und Geschichten. Wissenschaftlich erforscht aber ist die Zeit des Nationalsozialismus, also die Jahre 1933 bis 1945, so gut wie nicht.

Das soll sich nun ändern. „Wir sind bereit, jeden Stein umzudrehen“, sagt Martin Blach, Vorstandsvorsitzender der gemeinnützigen Stiftung, die die weitläufige Klosteranlage bei Eltville seit 1998 trägt. Blach und sein Vorstandskollege Timo Georgi haben den Fuldaer Historiker Sebastian Koch beauftragt, die Forschungslücke zu schließen.

weiterlesen

1 Comment

Kommentare sind geschlossen.