Super-Erreger in der Nähe von Pharmafabriken nachgewiesen


Aus der Fabrik in den Fluss? In der Nähe indischer Pharmafabriken ist die Konzentration von Antibiotika im Abwasser häufig besorgniserregend. (Foto: Tilo Gummel)
  • Ein Rechercheteam von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hat in der Nähe indischer Pharmafabriken besorgniserregend hohe Konzentrationen von Antibiotika im Abwasser nachgewiesen.
  • In Flüssen und Seen rund um die Metropole Hyderabad sind viele Bakterien bereits gegen die Antibiotika immun geworden.
  • Multiresistente Keime sind ein globales Gesundheitsproblem – gegen diese Erreger helfen immer weniger Medikamente.
  • Die Recherche legt nahe, dass Pharmafirmen durch nachlässige Entsorgung vermutlich selbst zu dem Problem beitragen.

Von Christina Berndt, Hanno Charisius | Süddeutsche.de

Die Gefahr wurde schon lange vermutet. Aber so genau wie jetzt hat noch nie jemand hingeguckt. Im vergangenen November nahmen Wissenschaftler um den Infektiologen Christoph Lübbert vom Universitätsklinikum Leipzig gemeinsam mit einem Rechercheteam von NDR, WDR und SZ Proben aus mehreren Gewässern rund um die indische Pharma-Metropole Hyderabad.

Die Forscher vermuteten hohe Konzentrationen an Medikamenten im Wasser – und womöglich auch gesundheitsgefährdende Keime. Was sie am Ende messen konnten, übertraf ihre schlimmsten Vermutungen. Und es legt nahe, dass Pharmafirmen direkt zur Ausbreitung resistenter Keime beitragen.

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