Türkische Journalisten klagen über Folter


Zur Vision von Republikgründer Atatürk gehörte die Pressefreiheit, in der Verfassung ist sie verankert. Foto: AFP
Erdogan wird nicht müde zu betonen, dass die Presse nirgends freier sei als in der Türkei. Abgeordnete der türkischen Oppositionspartei CHP berichten jedoch über Misshandlungen Inhaftierter.

Von Frank Nordhausen | Frankfurter Rundschau

Die Presse ist frei, eine Zensur findet nicht statt“ – in der türkischen Verfassung, Abschnitt 10, Artikel 28, ist die Pressefreiheit eindeutig geregelt. Auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wird nicht müde zu betonen, dass die Presse nirgends freier sei als in seinem Land. Die Realität freilich sieht anders aus: Nirgends sind mehr Journalisten inhaftiert als in der Türkei. Zum internationalen Tag der Pressefreiheit hat nun die größte türkische Oppositionspartei CHP einen Bericht veröffentlicht, in dem auch Foltervorwürfe erhoben werden.

Die regierungskritische Zeitung „Cumhuriyet“ hat den Bericht ausgewertet. Demnach wurde der Redakteur Ömer Celik von der prokurdischen und seit sechs Monaten verbotenen Nachrichtenagentur Diha während einer Hausdurchsuchung von Polizisten gefoltert. Celik sei Ende Dezember 2016 in Diyarbakir misshandelt worden, bevor er abgeführt und im Januar offiziell inhaftiert wurde. Ihm werden offenbar Berichte über die von einer Hackergruppe publizierten, brisanten privaten E-Mails des Erdogan-Schwiegersohns Berat Albayrak vorgehalten. Ein Vorwurf, der ähnlich auch gegen Deniz Yücel, den inhaftierten Türkei-Korrespondenten der Zeitung „Welt“, erhoben wird.

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