Die männliche Sichtweise in die Predigt bringen


Abraham, Moses, Jesus, Mohammed, Siddhartha Gautama (Buddha): die Liste der führenden religiösen und spirituellen Persönlichkeiten ist überwiegend, wenn nicht sogar fast ausschließlich, männlich. Schaut man beim sonntäglichen Gottesdienst jedoch in die Runde, sieht man überwiegend weibliche Gesichter.

Von Lena Ohm | evangelisch.de

Männer machen sich in den Kirchen eher rar. Wenn sie dann kommen, stellen sie hohe Erwartungen an den Gottesdienst und die Predigt: Sie möchten, dass ihre persönlichen Erfahrungen und ihre alltägliche Lebenswelt eine Rolle spielen. Theologische Grundsatzdiskussionen zu Fragen, die sie sich im Alltag nie gestellt haben und womöglich auch niemals stellen werden, interessieren sie in vielen Fällen nicht so sehr wie authentische Erlebnisse aus dem Alltag, die mit dem Glauben verknüpft werden.

Die evangelischen Einrichtungen für Männerarbeit bemühen sich um den lebendigen Austausch mit den Männern der Gemeinden. Ihre Erfahrung: Denn Männer wollen auf Augenhöhe angesprochen und in ihrer Lebenswelt wahrgenommen werden. Es sei ihnen wichtig, dass ihre eigenen Sichtweisen auf die Themen, Inhalte und Ausdrucksformen des Glaubens (oder Zweifelns) ernst genommen werden. Dabei, so die Erfahrung aus der Männerarbeit, sei es wichtig, sich bewusst zu machen: „die Männer“ gebe es nicht. Stattdessen fordert die Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), man müsse unterschiedliche Bilder von Männlichkeit differenziert wahrnehmen, denn nur so könne man den Lebenswirklichkeiten der Männer gerecht werden.

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