So perfide macht ein Parasit Forellen zur Vogelbeute


Mit älteren Parasiten infizierte Forellen bewegen sich häufiger gefährlich nah unter der Wasseroberfläche Quelle: Getty Images/Getty Images Europe
Dass Parasiten das Verhalten ihres Wirtstieres nach Belieben beeinflussen können, klingt ziemlich bizarr. Doch Forscher konnten jetzt zeigen, wie Fische durch Egel wahlweise vorsichtig oder leichtsinnig wurden.

DIE WELT

Viele Parasiten durchwandern bei ihrer Entwicklung mehr als einen Wirt: So sind Katzen bei der bekannten Toxoplasmose der Hauptwirt, in anderen Säugetieren reift der Einzeller heran. Was dabei besonders verstörend erscheint: Infizierte Zwischenwirte zeigen auffällige Verhaltensänderungen. Toxoplasmen sind in der Lage, Signalwege im Gehirn zu beeinflussen. Mäuse beispielsweise verlieren ihre Angst vor Katzen, wenn sich der Erreger in ihrem Körper breit gemacht hat.

Ein ähnlich bizarres Phänomen hat jetzt eine finnisch-russische Forschergruppe untersucht. Ein Egel mit dem wissenschaftlichen Namen Diplostomum pseudospathaceum lebt in fischfressenden Vögeln, die ihm als Hauptwirt dienen. Seine Eier scheiden die Vögel aus. Im Wasser reifen sie zu frühen Entwicklungsstufen, die von Süßwasserschnecken gefressen werden.

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