Deutschland: 750 Rechtsextremisten besitzen Waffenschein

Themenbild.
Die Zahl der Angriffe mit Waffen auf Flüchtlinge und Unterkünfte soll sich verdoppelt haben. Zwölf Mal sollen deutsche Neonazis für ein Schießtraining ins Ausland gefahren sein.

Die Presse.com

In Deutschland besitzen 750 Rechtsextremisten einen Waffenschein. Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine „Kleine Anfrage“ der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner hervor, berichtet die „Welt am Sonntag“. Die Zahl der legalen Schusswaffen-Besitzer aus der rechten Szene hat sich damit weiter erhöht, 2014 sollen noch rund 400 Rechtsextremisten eine solche Erlaubnis besessen haben.

Der Bundesregierung liegen demnach auch Erkenntnisse darüber vor, dass deutsche Rechtsextremisten im vergangenen Jahr mindestens zwölf Mal zu Schießübungen und Wehrsportübungen ins Ausland gereist sind.

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„Warum soll ich von meinem Lohn für die kranken Kinder anderer Leute bezahlen?“

Amari Carter (5) protestiert mit einem Schild mit der Aufschrift „Healthcare for All“ (Krankenversicherung für Alle) in Austin, Texas, USA, gegen die Pläne der Republikaner für eine Gesundheitsreform © Jay Janner/Austin American-Statesman/DPA
Die Republikaner wollen Obamacare abschaffen. Viele Amerikaner finden das richtig – auch wenn sie ihren Versicherungsschutz verlieren. Für uns Deutsche klingt das verrückt. Ein Kommentar.

Von Alexandra Kraft | stern.de

Seit fast vier Jahren leben wir nun in den USA. Und die Amerikaner haben uns während dieser Zeit immer wieder überrascht. Als wir zum Beispiel einmal mit dem Wohnmobil am Wegesrand im Yellowstone Nationalpark standen und einen Bären fotografierten. Da dauerte es keine zwei Minuten bis ein Auto anhielt, daraus eine ältere Dame winkte und rief: „Braucht ihr Hilfe? Sollen wir euch unser Handy leihen?“. Damals waren wir uns einig: In Deutschland wäre das niemals passiert.

Oder unser Nachbar Chris, als kürzlich nach einem Rohrbruch Wasser aus der Wand in der Küche sprudelte, kam er uns um 23 Uhr noch zur Hilfe und versuchte gemeinsam mit uns das Leck zu stopfen. Die Amerikaner sind extrem hilfsbereit.

Das scheint tief in ihrer DNA verankert zu sein. Schon damals, als sie das Land eroberten, da halfen sich die Siedler auch gegenseitig. Der Wilde Westen eben. Klingt schön, ist aber pure Nostalgie. Denn schon damals tobte ein wilder Überlebenskampf.

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Fakten oder Fake News?

Bild: Bettenburg/CC BY-SA-2.0
Immer neue Beschäftigungsrekorde und immer weiter sinkende Arbeitslosenzahlen kennzeichnen die Berichterstattung zum deutschen Arbeitsmarkt, dabei hat sich faktisch wenig geändert. Das Jobwunder wird von Medien herbeigeschrieben, die im Zweifel stets die für die Regierenden günstigsten Zahlen herausgreifen und diese bei Bedarf so frisieren, dass sie dem gewünschten Bild entsprechen.

Von Hans-Dieter Rieveler | TELEPOLIS

„In keinem Land der Welt sind die Medien so frei wie in der Türkei.“ – „In welchem Land geht es denn gerechter zu als in unserem?“

Der erstgenannte Satz stammt natürlich vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der in gewohnter Manier ergänzte, wer etwas anderes behaupte, betreibe antitürkische Propaganda. Die rhetorische Frage stellte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einem Interview der Funke-Mediengruppe. Gerichtet war sie zum einen an den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der Deutschland nicht als „Jammertal“ darstellen solle, und zum anderen an die Grünen, die statt „alte Schlachten um Verteilungsgerechtigkeit“ zu führen, im Wahlkampf besser auf „Megathemen wie Digitalisierung und Fachkräftemangel“ setzen sollten, so Kretschmann.

Während Erdoğans Aussage unschwer als Lüge zu identifizieren ist, liegen die Dinge bei Kretschmann ein wenig anders. Verkündet die Kanzlerin nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit, Deutschland gehe es gut? Und berichten die Medien nicht ständig von der brummenden Wirtschaft und sinkenden Arbeitslosenzahlen? An solche Erzählungen knüpfte auch der Fraktionsvorsitzende der Union, Volker Kauder an, als er Schulz kürzlich in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“ vorwarf, Deutschland schlecht zu reden: „Die Arbeitslosigkeit liegt derzeit auf dem niedrigsten Stand seit einem Vierteljahrhundert. Die Löhne steigen.“ Gefragt seien „keine Miesmacher, sondern Mutmacher“.

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Jahrestreffen der „Skeptiker“: Zweifeln hält gesund

Für Verschwörungstheoretiker ganz klar: Chemtrails – böse Regierungen lassen bewusstseinsverändernde Substanzen versprühen, um so das Volk besser manipulieren zu können. Foto:dpa
„Skeptiker“ ziehen gegen Geistheilung, Homöopathie und andere Pseudowissenschaften zu Felde. Bekämpft wird alles, was nicht in ihr Weltbild passt.

Von Manfred Ronzheimer | taz.de

Es begann mit gebogenen Löffeln. Als der Zauberkünstler Uri Geller in den 70er Jahren in Fernsehshows vorführte, wie sich metallenes Essbesteck scheinbar mit Geisteskraft verformen ließ, da wuchs bei dem Industrieforscher Amardeo Sarma die Skepsis. „Das war für uns die Initialzündung“, blickt der Vorsitzende der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) auf die Gründung seines Vereins vor 30 Jahren zurück. Aus den zehn Zweiflern von damals ist heute eine Organisation mit 1.500 Mitgliedern geworden, die sich kurz „Skeptiker“ nennen.

Ihr Ziel: Gegen irrige Glaubenssätze, die gleichwohl reale Handlungsmuster von Menschen bestimmen, mit wissenschaftlichem Faktencheck anzutreten, sie zu entzaubern. Das Feld ist weit: Es reicht von der Parapsychologie und der Beobachtung unbekannter Flugobjekte (Ufos), zu Verschwörungstheorien in Gestalt der „Chemtrails“–Wolkenmustern am Himmel, bis hin zur Leugnung des Klimawandels und den Versprechen einer Alternativmedizin mit zuweilen tödlichen Folgen. Am vergangenen Wochenende kamen die GWUP-Skeptiker zu ihrer Jahreskonferenz in der Berliner Urania zusammen.

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„Big Brother Awards“: Von der Leyen und Ditib erhalten Negativpreis

Ursula von der Leyen. © AFP
Der Islam-Dachverband Ditib (Türkisch-Islamische Union) und die Cyber-Kampftruppe der Bundeswehr sind mit einem Negativpreis für Datenkraken und Privatsphäre-Verletzungen ausgezeichnet worden.

Von Haakon Nogge | Merkur.de

Der Islam-Dachverband Ditib (Türkisch-Islamische Union) ist mit einem Negativpreis für Datenkraken und Privatsphäre-Verletzungen ausgezeichnet worden. Der Datenschutzverein Digitalcourage wollte den ungeliebten „Big Brother Award“ in der Kategorie Politik am Freitagabend in Bielefeld an den Islam-Verband vergeben. Ditib habe Mitglieder und Besucher politisch ausspioniert, denunziert und so der Verfolgung durch staatliche Stellen in der Türkei ausgeliefert, hieß es dazu. Die Ditib wies die Kritik entschieden zurück und forderte den Verein auf, sein Urteil zu revidieren.

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) ist der größte deutsche Islamverband, sie ist wegen ihrer Nähe zur türkischen Führung aber politisch umstritten. Unter anderem sollen mehrere Ditib-Imame angebliche Gegner des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan bespitzelt und Informationen an türkische Generalkonsulate geliefert haben.

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Schon 2012 Vorfall mit Hakenkreuz in Kaserne von Franco A.

In der Kaserne des rechtsextremen Bundeswehroffiziers Franco A. in Illkirch hat es nach „Bild“-Informationen bereits 2012 einen Skandal mit Nazi-Symbolen gegeben.

Frankfurter Rundschau

Entsprechende Informationen habe das Verteidigungsministerium bestätigt, berichtet das Blatt. Danach hätten Bundeswehrsoldaten in der Nacht des 7. November 2012 ein Hakenkreuz auf den Boden der Kaserne der Deutsch-Französischen Brigade gestreut. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen rechnet damit, dass noch weitere rechtsextreme Vorfälle in der Truppe bekannt werden. Das sei bitter, sagte sie am Abend in der ARD.

450 Asylanträge türkischer Staatsdiener in Deutschland

Die Zahl der Anträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge steigt laut einem Bericht des „Spiegel“

derStandard.at

Die Zahl der türkischen Staatsdiener, die in Deutschland Asyl beantragen, steigt einem Bericht zufolge weiter. Dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) liegen mittlerweile rund 450 Anträge von Diplomaten, Soldaten, Richtern und anderen Beamten samt Familien aus der Türkei vor, wie der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe berichtet.

Ihnen werden Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen, die Präsident Recep Tayyip Erdogan hinter dem Putschversuch im vergangenen Jahr sieht. Einige der Schutzsuchenden waren dem Bericht zufolge zuvor als NATO-Soldaten in Belgien stationiert. Auch ein früherer Militärattache an der türkischen Botschaft eines afrikanischen Landes habe in Deutschland Asyl beantragt.

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Warum man dumme Entscheidungen trifft, obwohl einem Experten etwas anderes raten

EPA / Andy Rain
Der Graben zwischen Experten-Analyse und öffentlicher Meinung scheint von Tag zu Tag breiter zu werden.

Von André Spicer | Richard-Dawkins-Foundation

In Amerika gibt es signifikante Unterstützung der Öffentlichkeit für die Politik Donald Trumps, die, gelinde gesagt, von der überwältigenden Mehrheit der Experten als fragwürdig betrachtet wird. In Großbritannien herrschte unter Ökonomen ein breiter Konsens, der vor den desaströsen Folgen der Wahl eines Austritts aus der EU warnte und dennoch votierten die Briten für den Brexit. Die globale wissenschaftliche Gemeinschaft warnt unaufhörlich vor den katastrophalen Gefahren des Klimawandels, aber viele Mitglieder der Bevölkerung halten durch den Menschen beeinflussten Klimawandel für einen Schwindel.

Das sind nur drei Beispiele eines sich immer weiter ausbreitenden Phänomens: gut informierte Experten veröffentlichen aufgrund der besten verfügbaren Beweise eine Ansicht zu einem Thema und die öffentliche Meinung springt in eine völlig andere Richtung. Warum passiert das?

Eine mögliche Antwort ist, dass die Allgemeinheit einfach dumm ist. Um es etwas verträglicher zu formulieren, die Öffentlichkeit hat nicht den IQ, die Bildung oder die richtigen Informationen, um die Argumente akkurat abzuwägen. Diese Erklärung mag Experten gefallen, deren Meinung ignoriert wird, aber sie ist nicht korrekt. Die meisten Menschen haben genug reine Intelligenz um grundlegende Argumente abzuwägen. Der allgemeine Bildungsstandard war nie höher – und nahezu jede Information ist problemlos für jeden verfügbar, der einen Internetzugang hat.

Die zweite Antwort ist, dass das allgemeine Vertrauen in Experten abnimmt. Eine genauere Betrachtung zeigt jedoch, dass dem nicht so ist. Das jährliche Edelman Vertrauensbarometer zeigt, dass Akademikern und Experten der Industrie noch immer von 70% der Öffentlichkeit vertraut wird. Im Vergleich hierzu landen Unternehmenschefs bei 43% und Regierungsangehörige bei 38%.

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Unsere Urahnen könnten Bonobos geglichen haben

foto: ap photo/great ape trust Einer unserer zwei nächsten Verwandten: ein Bonobo. (Genauer gesagt das Weibchen Panbanisha des Great Ape Trust in Iowa.)
Zwei Studien rollen eine alte Frage neu auf: Die nach den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Schimpanse, Bonobo und Mensch

derStandard.at

Seit der Bonobo (Pan paniscus), vormals „Zwergschimpanse“, Ende der 1920er Jahre als eigene Spezies identifiziert wurde, wogte eine Debatte darüber, ob nun er oder doch der Gemeine Schimpanse (Pan troglodytes) unser nächster Verwandter sei. Diese Diskussion hatte durchaus weltanschauliche Hintergedanken, denn die beiden engst miteinander verwandten Menschenaffenarten unterscheiden sich in ihrem Verhalten beträchtlich.

Ungleiche Verwandte

Spätestens seit dem „Schimpansenkrieg von Gombe“ in den 1970er Jahren, einer mehrjährigen brutalen Auseinandersetzung zwischen zwei Schimpansengruppen, werden die Tiere zunehmend als ähnlich gewaltbereit wie der Mensch betrachtet. Nimmt man die Popkultur als zuverlässiges Seismometer für diffuse Gefühlslagen, kann man den Imagewandel der Schimpansen an den „Planet der Affen“-Filmen ablesen: Waren sie in der Originalserie der späten 60er und frühen 70er in Kontrast zu den vermeintlich gewalttätigen Gorillas noch Ausgeburten von Vernunft und Friedfertigkeit, so kehrten sich im Remake von 2001 die Verhältnisse um: Ein Schimpanse übernahm nun die Schurkenrolle.

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Wale im Hamburger Hafen: Erfreuliche Rückkehr mit fatalen Folgen

Die Sichtungskarte von walschutz.org zeigt an, wo Schweinswale gesehen wurden. Sie basiert auf Meldungen von Bürgern und zeigt die Sichtungen aus dem Jahr 2016. Grafik: Schweinswale e.V., GeoBasis-DE/BKG, Google
Ein Jahrhundert lang gingen Schweinswale nicht auf Beutezug in deutsche Flüsse. Nun sind sie zurück – und finden eine Welt voller Gefahren.

Von Frauke Ladleif | greenpeace magazin

Blättert man durch Meyers Großes Konversations-Lexikon aus dem Jahr 1906, liest man Erstaunliches über den Schweinswal: „Der Braunfisch [so die damalige Bezeichnung der Schweinswale; Anm. d. Red.] lebt gesellig im Nordatlantischen Ozean, von Grönland bis Nordafrika, auch in der Ostsee, ist häufig in der Nordsee, geht bis zum Mittelmeer, steigt weit in die Flüsse hinauf (bis Paris, Magdeburg)…“

Schweinswale in der Elbe bei Magdeburg? Kaum zu glauben aus heutiger Sicht, stehen die Kleinen Tümmler, wie sie auch genannt werden, doch in Deutschland als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste. Ihr Bestand ist rückläufig, in der Nord- und Ostsee sterben jährliche Tausende unter anderem in Fischernetzen oder werden durch den Baulärm von Offshore-Windparks aus den Schutzgebieten vertrieben. Dass auch Flüsse zu ihrem natürlichen Lebensraum zählen könnten, hatte kaum jemand auf dem Zettel – bis jetzt.

Denise Wenger ist Biologin und leidenschaftliche Schweinswalschützerin. Vor zehn Jahren begann sie ihren Kampf für die Meeressäuger. Vereinzelte Schweinswale wurden damals in norddeutschen Flüssen wie Elbe und Weser gesichtet – „verirrte“ Exemplare, wie es hieß. Doch die Biologin entwickelte ein Sichtungsprogramm, installierte Detektoren, die die Klicklaute der Wale aufzeichneten, und rief auf der Webseite walschutz.org eine Onlinekarte ins Leben, über die Bürger Sichtungen von Schweinswalen melden konnten.

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Rüdiger Safranski: «Die Angst vor dem politischen Islam ist da, doch singt man laut im Walde»

Sagt, was er denkt, und denkt, was er sagt: der Philosoph und Börne-Preisträger Rüdiger Safranski. (Bild: Simon Tanner / NZZ)

Der Philosoph Rüdiger Safranski ist ein unbequemer Geist. Und fragt sich unerschrocken: Wenn Publizistik zu Pädagogik wird und Politik zu Selbstbeschwichtigung, wo bleibt dann die offene Gesellschaft?

Interview René Scheu | Neue Zürcher Zeitung

Herr Safranski, Sie sind das, was man einen Gelehrten nennt. Das ist eine Profession, für die mir kein moderneres Wort einfällt. Sie leben in Ihrer Privatbibliothek, umgeben von Freunden, die Sie nie gekannt haben. Erachten Sie Ihre Existenzform als zukunftsträchtig, oder zählen Sie sich zu den Letzten Ihrer Art?

In vielen Bereichen, gerade im geistigen, nimmt ja die Arbeit eine hektische, betriebsförmige Gestalt an. Die Agenda der meisten Menschen ist fremddiktiert, sie bewegen sich in den Mühlen von Bürokratie und Zielvereinbarungen, so erfolgreich sie ansonsten auch agieren mögen. Nach dem schönen Gesetz der Kontrastverstärkung wächst in einer solchen Zeit zugleich das Bedürfnis nach Verlangsamung, Entschleunigung, Verzögerung. Insofern bin ich mir ziemlich sicher, dass die Lebensform als freier Autor Zukunft hat.

Man muss sich das mal vorstellen: Ich bin mein eigener Herr und Meister, also ein freier Mensch. Ich erfreche mich, ganz einfach das zu machen, was mich interessiert.

Sie sehen sich also als Freigeist. Und natürlich sind Sie ein Büchernarr, der Bücher nicht nur aufbewahrt, sondern auch selbst welche schreibt. Worin besteht für Sie der Sex-Appeal dieses 500 Jahre alten Mediums?

Natürlich verbinde ich zunächst einmal mit jedem selbstgeschriebenen Buch eine Lebensphase – indem ich Zeitabschnitte beschreibe, gliedere ich mein eigenes Leben. Aber jenseits dieses biografischen Details geht es mir bei Büchern um viel mehr. Ein Buch ist eine geschlossene Geräumigkeit. Genau hier liegt eine wesenhafte Korrespondenz zwischen Mensch und Buch: Das Leben des Geistes hat einen Anfang und ein Ende, und jedes Buch hat einen Anfang und ein Ende. Darum ist die Ästhetik des Buches für mich unverzichtbar, diese geschlossene Geöffnetheit und geöffnete Geschlossenheit.

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Creationist claims that ‘satanic giants’ built Stonehenge

Blick auf Stonehenge. Die Blausteine sind die einzelnen Monolithen im Steinkreis. © gemeinfrei
Stonehenge is a magnificent structure and testament to human engineering and will. Like the pyramids, it’s one of the few wonders of the ancient world still standing. However, as amazing as it is, its purpose and function are a subject to as much debate as how the structure was built. Not all of that debate is logical.

By Thamiel Rosenkreuz | Church and State

You see, according to one creation “scientist,” Stonehenge is the result of “satanic giants” who want to destroy Israel.

Tools of the Devil

Stonehenge as we know it existed fully by 1600 BCE, but the very first stages of construction were laid down around 3500 BCE according to modern archaeologists. Unfortunately, the civilization that gave us Stonehenge didn’t have writing, so they left no records for us.

This means trying to figure out their motivation becomes a guessing game — dangerous but not unfamiliar territory for anyone in anthropology. Uncertainty, after all, is the name of the game in science.

This uncertainty drives creationists nuts. They need that absolutism, that black-and-white, clearly defined certainty to feel comfortable. This explains their hair-brained lunacy and near constant effort to try and force this black-and-white thinking on reality, as Dr. Dennis Lindsay demonstrated on Wednesday.

Lindsay is a creationist pseudo-scientist who is the chief executive officer for Christ For The Nations, Inc., or CFNI, which is an international Bible school founded in the 1970s. Lindsay joined discredited Televangelist Jim Bakker on his program to explain what really caused Stonehenge — a race of satanic giants.

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Wie ein Todesstrafen-Referendum in Deutschland verhindert werden kann

Zuletzt stimmten türkische Staatsbürger in Deutschland Ende März über die Verfassungsänderung hin zu einem Präsidialsystem ab. (Foto: Sean Gallup/Getty Images)
  • Noch ist ein Referendum über die Todesstrafe in der Türkei nicht mehr als eine Ankündigung von Erdoğan. Aber die Gegner einer solchen Abstimmung formieren sich schon jetzt.
  • Deutsche Politiker verschiedener Parteien fordern, eine solche Abstimmung in Deutschland nicht zu genehmigen.
  • Völkerrechtler gehen sogar davon aus, dass Deutschland verpflichtet sein könnte, ein türkisches Referendum über die Todesstrafe auf deutschem Boden zu verbieten.

Von Michael Bauchmüller, Stefan Braun | Süddeutsche.de

Die Phalanx steht, bevor Recep Tayyip Erdoğan das Referendum überhaupt angesetzt hat. Sollte der türkische Staatspräsident tatsächlich tun, was er zuletzt mehrfach angekündigt hat, sollte er also sein Volk befragen lassen, ob es für eine Wiedereinführung der Todesstrafe eintritt, dann muss er sich auf den geschlossenen Widerstand der deutschen Politik gefasst machen.

Ob Kanzlerin oder Kanzlerkandidat, ob Koalition oder Opposition – alle wollen es türkischen Staatsbürgern in Deutschland verbieten, über ein solches Referendum abzustimmen. SPD-Chef Martin Schulz erklärte dem Spiegel, eine solche Abstimmung dürfe „unter den Türkinnen und Türken in Deutschland nicht stattfinden“. Man könne nicht über ein Instrument abstimmen lassen, das „unseren Werten und unserer Verfassung widerspricht“. Wenig später ließ auch die Kanzlerin durch ihren Sprecher Steffen Seibert erklären, es sei „politisch nicht vorstellbar“, einer solchen Abstimmung in Deutschland zuzustimmen.

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Genau betrachtet: Wenn Gott existiert, will er den Atheismus

Brauchen wir Gott überhaupt – oder er uns?! Wenn Gott existiert, dann will er den Atheismus. Ein Kommentar zum Religionsphilosophie-Seminar an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen.

Von Ruben Wolff | Geislinger Zeitung

Geislinger HfWU-Studenten diskutieren mit dem Philosoph Anton Schmitt über Ethik und Gott. Schmitt hat vollkommen recht, wenn er sagt, dass wir Gott nicht für die Ethik brauchen. Meine Frage ist: Ob wir Gott überhaupt brauchen – und er uns?! Um die Spekulation auf die Spitze zu treiben: Wenn Gott existiert, dann will er den Atheismus.

Gläubige verlangen teilweise recht viel von Atheisten, sehr viel mehr als ihnen klar zu sein scheint. Arthur Schopenhauer hatte es einst so treffend formuliert: „Da haben sie denn sich auf die Behauptung geworfen, das Dasein Gottes sei zwar keines Beweises fähig, bedürfe aber auch desselben nicht: denn es verstünde sich von selbst.“

Natürlich versteht es sich nicht von selbst. Die Existenz Gottes einfach so anzunehmen, kann kein Atheist.

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Diakon: Aufhebung des Zölibats würde Priestermangel nicht beheben

In wenigen Tagen wird der Churer Diakon Filipponi zum Priester geweiht. Im Interview mit der „Rhonezeitung“ äußert er sich u.a. zum Zölibat.

kath.net

„Ich glaube nicht, dass durch die Aufhebung des Zölibats der Priestermangel behoben werden kann.“ Dies stellte Diakon Martin Filipponi (38) im Interview mit der schweizerischen „Rhonezeitung“ fest. Filipponi wird in wenigen Tagen im Bistum Chur zum Priester geweiht. Der Churer Geistliche erläuterte, dass auch jene christliche Glaubensgemeinschaften, die nicht am Zölibat festhalten, genauso an Nachwuchsmangel für Pfarrer litten wie die westeuropäische katholische Kirche. Auch hätten viele Priester eigentlich „mehr Probleme mit der Einsamkeit als mit dem Zölibat“. Wichtig sei deshalb, „dass die Priester Freundschaften pflegen und miteinander beten können. Priestergemeinschaften sind ein vielversprechendes Modell für die Zukunft. Jesus sandte die Jünger nie alleine aus. Er wusste warum.“

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Ramelow: Medien brauchen Entschleunigung und mehr Sorgfalt

Bodo Ramelow, Bild: FB

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) rät den Medien zu Entschleunigung und mehr Sorgfalt. An den öffentlich-rechtlichen Rundfunk habe er „heute und in Zukunft einen ganz banalen Wunsch: Zeit zu haben, das Handwerk anzuwenden“, sagte Ramelow bei einem Symposium der Historischen Kommission der ARD am Freitag in Leipzig.

evangelisch.de

Das gelte etwa bei nachrichtlicher Live-Berichterstattung, ergänzte Ramelow. Der nachvollziehbare Wunsch der Sender, zum Beispiel bei Terroranschlägen oder Amokläufen sofort dabei zu sein, blende aus, „ob dazwischen noch Filter sind, um die Belastbarkeit der Information einzuordnen“. Prüfmechanismen für Nachrichten seien für ihn die wichtigste Rechtfertigung für den Fortbestand der Öffentlich-Rechtlichen, betonte Ramelow. Die Frage der Einordnung sei entscheidend.

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Netanjahu hat Israel einen schlechten Dienst erwiesen

Mit seinem Ultimatum wollte der israelische Premier Härte zeigen. Er hätte seine Sicht auf die Dinge in einem Gespräch besser darlegen können. (Foto: dpa)
Mit der Ausladung von Außenminister Gabriel wollte der israelische Premier nach innen Stärke zeigen. Tatsächlich war sie wohl eher ein Zeichen seine Schwäche.

Von Shimon Stein | Süddeutsche.de

Es ist schon eine Seltenheit in den Beziehungen zwischen zwei Staaten, dass der geplante Antrittsbesuch eines Außenministers beim Ministerpräsidenten des Gastlandes (der nebenbei selbst auch Außenminister ist) in letzter Minute abgesagt wird. Dies gilt umso mehr dann, wenn die Beziehungen der beiden Länder als „einzigartig“ oder gar als „besonders“ bezeichnet werden, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Absage in der Form eines Ultimatums des Ministerpräsidenten kommt nach dem Motto: Wenn du dich mit Vertretern von Organisationen triffst, die ich ablehne, findet eben kein Treffen zwischen uns statt.

Genau das geschah, als das bereits vereinbarte Gespräch zwischen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel vorige Woche platzte. Der Vorgang hat erwartungsgemäß eine Fülle von Reaktionen hervorgerufen, einige davon deutlich überzogen. Man sprach von einer Provokation, ja von einer Katastrophe. Auch die Metapher vom Elefanten im Porzellanladen, der einen Scherbenhaufen hinterlässt, wurde bemüht. Einige sprachen von einer Krise, ja sogar von einer beginnenden Eiszeit in den bilateralen Beziehungen.

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Luthers Wirken gibt Merkel Orientierung in der Politik

Das Wirken des Reformators Martin Luther hat für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach eigener Aussage großen Einfluss auf ihre Politik. Die Mischung aus selbstkritischem Hinterfragen und anpackender Zuversicht habe ihr einen Zugang zu Luther eröffnet, „dem ich bis heute Orientierung verdanke“, schreibt Merkel in einem Gastbeitrag für den Berliner „Tagesspiegel“, der am Freitag mit einem Spezialteil zum evangelischen Kirchentag Ende Mai in Berlin erschien.

evangelisch.de

„Es ist diese Mischung, die mich letztlich auch in die Politik geführt hat“, erläutert die Kanzlerin. Merkel verwies auf die zentrale Aussage in Luthers Schrift zur Freiheit eines Christenmenschen, wonach ein Christ ein freier Herr und niemandem untertan, zugleich aber auch ein dienstbarer Knecht und jedermann untertan sei. Damit verwirkliche sich Freiheit in der Verantwortung für andere, schreibt die Regierungschefin.

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Ultra-Cool Dwarf Stars May Host Planets With Ultra-Cool Life

Illustration shows the possible surface of TRAPPIST-1f. Image: NASA/JPL-Caltech
By looking for systems with smaller and cooler stars, scientists discovered TRAPPIST-1a, the most promising candidate for alien life so far.

By Michaël Gillon | MOTHERBOARD

Written speculation about life beyond the confines of Earth dates back thousands of years, to the time of the Greek philosophers Epicurus and Democritus. Unrecorded curiosity about this question undoubtedly goes back much further still. Remarkably, today’s generation seems about to get an answer from the study of exoplanets – planets orbiting other stars than the Sun. The early results are upending many assumptions from that long history.

Two months ago, our research team at the University of Cambridge and the University of Liège in Belgium reported that a nearby star, called TRAPPIST-1A, is orbited by seven planets similar in size and mass to Earth. All seven planets are temperate, meaning that under the right atmospheric and geologic conditions, they could sustain liquid water. Three of the planets show particular potential for habitability, receiving about as much energy from their star as the Earth receives from the Sun.

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