Die Wegelagerer aus der Fußgängerzone


Man trifft sie zuhauf in Fußgängerzonen: professionelle Spendensammler, und sie sind oft nicht zimperlich. © Picture Alliance
Sie machen den Bummel durch die Fußgängerzone zum Hindernislauf: Promoter, die Spenden für den WWF oder andere Organisationen sammeln. Ihr Lohn ist abhängig vom Erfolg. Das macht sie aufdringlich.

Von Kerstin Herrnkind | stern.de

Es geschieht am hellichten Tag. Mitten in der Fußgängerzone. Plötzlich ist ein Mann hinter mir. „Ich bin ihr persönlicher Autopilot“, sagt er mit abgehackter Stimme, er versucht offenbar, einen Roboter zu imitieren. Oh Gott, ein Irrer, denke ich und gehe schneller. Doch der Mann bleibt hinter mir. „Nach drei Metern bitte rechts abbiegen“, sagt er. Als ich nicht pariere, wiederholt er: „Nach drei Metern rechts abbiegen, habe ich gesagt.“ Ich drehe mich um. „Wo ich hingehe, entscheide ich immer noch alleine“, herrsche ich ihn an und gehe weiter. Als ich mich in Sicherheit wähne, drehe ich mich doch noch mal um. Der Mann winkt mir zu. Aufdringlicher Typ, denke ich, als ich plötzlich  den WWF-Infostand sehe und begreife, was der Autopilot wollte: Mich zum Stand lotsen, um mich als Spenderin für die Umweltschutzorganisation zu werben.

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