Katrin Göring-Eckardt: Dodo des Monats April 2017


Dodo des Monats April 2017 ©HFR

KGE macht Marmelade, Erdbeeren und Rhabarber gemischt, letzterer verschwindet, ist also nicht mehr sichtbar, so wie der von ihr geliebte Gott. Kochen und etwas Farbe lassen den Göttlichen im Dampf unsichtbar werden. Dumme Erläuterungen für ein Kind. Indoktrination nennt man das wohl.
Mit KGE begibt man sich in die Niederungen spiritueller Rauschzustände die wir eigentlich nur von Frau Käßmann kennen. Beiden gemeinsam, die Liebe zu Martin Luther, dem Helden freiheitlichen Denkens. Und schon sind wir beim Lug und Trug mit dem das geschichtliche Abbild Luthers geschmiert wird. Aus einem Brief, mit den Thesen, an seinen Bischof, wird der Thesenanschlag, aus dem Mönch ein judenhassender Theologe, ein Frauenverächter gewürzt mit blanken Sexismus, was Pseudo-Feministinnen wie KGE nicht davon abhält ihren kruden Thesen von Luther und den Frauen im Kitsch einer Tschibo-Werbung anzupreisen.

„Darum hat die Maid ihr Punzlein, daß es dem Mann ein Heilmittel bringe.“ zitiert nach: „Luther heute: Ein trefflich Wort“, Verlag Neues Leben, S. 33

Wenn Gott wie Rhabarber ist spielen solche frauenfeindlichen Sprüche natürlich keine Rolle. Kritik darf nicht formuliert werden, sie und ihre Luther-Paladine von der Hauptabteilung Kirche im Bundeskanzleramt  sofort in Abwehrhysterie verfallen. Die von Luther geforderte Freiheit des Glaubens wird ganz dreist sozial transformiert und religiös okkupiert.

„Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“ zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz&Gelberg, S. 111

Der göttliche Rhabarber bedarf der Pflege, er kann verunkrauten und von Parasiten befallen werden. Im alten China nutzte man die Pflanze als sanftes Abführmittel. Gott garantiert seiner geschöpften Kreatur die Darmentleerung. Unstrittig ist, das diese durchaus göttlichen Charakters sein kann. Die Erleichterung ist menschlich spürbar, dank KGE göttlich. Luther lästerte seinerzeit über Äußerungen des Papstes „er habe gepforzet.“ Unbekannt ist ob der Papst dies mittels Rhabarber erreichte.

Dank Luther wissen wir auch dass Frauen unter einem Mangel an Verstand leiden

der Weiber Regiment von Anfang der Welt nie nichts Guts ausgerichtet hat, wie man pflegt zu sagen: Weiber Regiment nimmt selten ein gut End! Da Gott Adam zum Herrn über alle Kreaturen gesetzt hatte, da stund es Alles noch wohl und recht, und Alles ward auf das Beste regieret; aber da das Weib kam und wollte die Hand auch mit im Sode haben und klug sein, da fiel es Alles dahin und ward eine wüste Unordnung. … Wenn Weiber beredt sind, ist das an ihnen nicht zu loben, es paßt besser zu ihnen, daß sie stammeln und gut reden können. Das ziert sie viel besser.“ zitiert nach Hubert Mynarek, „Luther ohne Mythos“, S. 45f

Luther forderte darüber hinaus die Todesstrafe für Ehebruch, ist die Frau zickig und verweigert den ehelichen Beischlaf, so kann sich der Herr der Schöpfung eines anderen Weybes bedienen.

Wo nun eyns sich sperret und nicht wil, da nympt und raubet es seynen leyb, den es geben hatt dem andern, das ist den eygentlich widder die ehe unnd die die ehe zuryssen. Darumb muß die weltliche ubirkeyt das weyb zwingen oder umb bringen. Wo sie das nicht thutt, muß der man dencken, seyn weyb sey yhm genomen von raubern und umb bracht und nach eyner andern trachten.“ zitiert in Hubert Mynarek, „Luther ohne Mythos“, S. 56

Soviel zur Freiheit der Christenfrau ala Martin Luther. Vielleicht sind ja in den süß-sauren Lutherbonbons, die man gut marktwirtschaftlich zum Kirchentag unter die Jecken werfen will, durchaus mit göttlichen Rhabarber gefüllt. In diesem Falle sollte die Stadt Berlin noch ein paar zusätzliche Dixie-Klos anmieten.

In dem Sinne, jederzeit eine gute Verrichtung, dank göttlichen Rhabarbers. Die Zeit sollte KGE für eine Lutherlektüre nutzen.

Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

 

2 Comments

  1. Eine „Laudatio furioso“! KGE hat’s echt verdient.
    Danke, darauf freue ich mich Monat für Monat.

    PS: „Punzlein“ verbinde ich eher mit einer „Punze“, also einer „Lochpfeife“, also eher etwas, das Männer nicht zur „Heilung“ benutzen würden.

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