Blaue Briefe sprechen Evangelen heilig


Kirchenpräsident Volker Jung. Foto: Arne Dedert (dpa)
Mit einem Brief will die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die Leistungsgesellschaft kritisieren. Dafür spricht sie ihre 1,6 Millionen Kirchenmitglieder heilig.

Von Steven Miksch | Frankfurter Rundschau

Dieser Brief soll überraschen und durchaus auch irritieren. Mit der zehnten Auflage ihrer Impulspost schickt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) momentan eine Million himmelblaue Sendungen in die Briefkästen der protestantischen Haushalte. „Wir sind uns bewusst, dass die Botschaft auch Leute bedrängen oder empören kann“, sagt Kirchenpräsident Volker Jung.

Doch die Kirche wolle nicht verletzen oder bewusst provozieren, vielmehr soll der Brief zum Nachdenken und vielleicht auch zum Reden anregen. „Wir wollen die Menschen mit diesem kleinen Brief in Bewegung bringen“, erklärt Jung. Der Glaube solle mit einem Überraschungseffekt an den Küchentisch gebracht werden. Auf der Front der Mitteilung steht „Sie sehen gut aus!“. Innen sind Aussagen wie „Sie sind wertvoll!“ und „Sie werden gebraucht!“ zu lesen. Dann aber mit handschriftlichen Gedanken versehen, die manch ein Betrachter dabei wohl hegt: „Ha ha ha – guter Scherz!“ oder „Glaub ich nicht.“. Ganz am Schluss ist die zentrale Aussage „Sie sind heilig!“ zu sehen. Denn mit dem Brief will die EKHN allen ihren 1,6 Millionen Kirchenmitgliedern die Heiligkeit augenzwinkernd zusprechen.

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