Bewährungsstrafe für Pokemón-Spielen in Kirche

© Sokolovsky/Youtube Screenshot eines Videos, das Vlogger Ruslan Sokolovsky beim Pokémon-Go-Spielen in der Kathedrale in Jekaterinburg zeigt
Ein Handyspiel in einer Kirche? Nach russischer Lesart bedeutet das Schüren von Hass und Beleidigung religiöser Gefühle. Ein junger Russe musste deshalb vors Gericht.

Von Friedrich Schmidt | Frankfurter Allgemeine

Ruslan Sokolowskij, ein russischer Videoblogger, der sich in einer Kirche dem Online-Spiel „Pokémon Go“ gewidmet hatte, ist zu einer Strafe von dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, deren Vollzug das Gericht in der Stadt Jekaterinburg zur Bewährung aussetzte. Der bekannte Blogger darf demnach keine Massenveranstaltungen besuchen und muss insgesamt neun Filme von seinen Online-Auftritten löschen. Das Gericht befand Sokolowskij für schuldig, in drei Tatbestände erfüllt zu haben: Schüren von Hass und Feindschaft; Beleidigung religiöser Gefühle; widerrechtlicher Handel mit technischen Geräten.

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Arabische Prinzessinnen in Brüssel vor Gericht

Eines der Opfer (Mitte) betritt den Gerichtssaal im sogenannten Conrad-Prinzessinnen-Prozess in Brüssel (Foto: AFP)
  • In Brüssel hat ein Prozess gegen acht arabische Prinzessinnen aus der Familie des Emirs Muhammed bin Khalid Al-Nahyan begonnen.
  • Die Frauen sollen im Sommer 2008 in einem Brüsseler Luxushotel monatelang ihre Angestellten eingesperrt, gequält und erniedrigt haben. Die belgische Polizei befreite 17 Frauen.
  • Die Vereinigten Arabischen Emirate wollten den Prozess verhindern – es geht auch um den Ruf der Herrscherfamilie.

Von Thomas Kirchner | Süddeutsche.de

Die belgische Hauptstadt hat zwei Fünf-Sterne-Hotels. Im einen übernachtet Angela Merkel, wenn sie nach Brüssel kommt. Im anderen, es hieß damals „Conrad“, heute „Steigenberger“, wohnten im Sommer 2008 mehrere Monate lang acht Prinzessinnen aus Abu Dhabi, auf einer ganzen Etage mit 54 Zimmern.

Während eine von ihnen eine Fruchtbarkeitsbehandlung in einem Krankenhaus erhielt, shoppten die anderen und vergnügten sich. Ihren Bediensteten ging es weniger gut. Sie sollen die ganze Zeit über eingesperrt, ausgebeutet, erniedrigt und misshandelt worden sein – moderne Sklaverei, mitten in Europa. Vor der Brüsseler Strafkammer begann am Donnerstag, nach jahrelangem juristischen Hin und Her, der Prozess gegen die arabischen Gäste. Das Urteil fällt wahrscheinlich erst in einigen Monaten.

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Afghanistan: Die nächste Truppen-Aufstockung

Taliban-Konvoi in Sangin/Helmand, Screenshot eines Propagandavideos
Die Präsenz der USA und von Nato-Truppen in Afghanistan soll verstärkt werden. Eine Entscheidung des US-Präsidenten zur Aufstockung der amerikanischen Militärberater steht noch aus. US-Medien berichten jedoch von ziemlich weitgediehenen Plänen, die in der US-Regierung großen Rückhalt haben.

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Zugleich äußert der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg das gleiche Vorhaben. Die Nato prüfe, ob sie mehr Soldaten nach Afghanistan entsende, wird nach seinem Treffen mit der britischen Premierministerin Theresa May berichtet.

Die Militärs hätten darum gebeten, die Präsenz um einige tausend Soldaten aufzustocken, zitiert ihn die Tagesschau. Der Nato-Generalsekretär betonte demnach, dass dies keine Rückkehr der Operation „Resolute Support“ zu einem Kampfeinsatz sei, sondern lediglich die „Ausbildung und Unterstützung der einheimischen Kräfte“ verstärkt werde.

Ob das auf Dauer verlässlich so bleibt, ist wie vieles in Afghanistan nicht sicher. Die Taliban-Frühjahrsoffensive bringt die afghanischen Streitkräfte und damit auch die Nato-Truppen sehr in Bedrängnis, wie etwa in Kundus zu sehen ist.

Heute kommt Stoltenberg nach Berlin. Deutschland müsse sich auf neue Forderungen der Nato und der USA einstellen, heißt es. Stoltenberg fühlt erstmal vor. Eine Entscheidung werde erst in einigen Wochen getroffen. Er lotet aus, was möglich ist. Deutschland hat mit 980 Soldaten die Obergrenze seines Mandats „praktisch ausgeschöpft“, so die SZ.

Für eine Aufstockung wäre also ein neues Mandat des Bundestags nötig. Zusammen mit der Diskussion über die Rückführung afghanischer Flüchtlinge in „sichere Zonen“ im Land am Hindukusch, kann man lebhafte Debatten erwarten, in die auch die Auseinandersetzungen über interne Problem der Bundeswehr hineinspielen (vgl. „Generation Einsatz und innere Führung“).

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Warum Merkel nicht weiß, ob sie Feministin ist

Ivanka Trump behauptet, Feministin zu sein. Angela Merkel weiß es nicht so recht. Feministen – bei diesem Thema ist die Gesellschaft sich uneinig: Brauchen wir Feministen? Drei Irrtümer zu dem Thema, die dringend ausgeräumt werden müssen.

Von Laila Keuthage | stern.de

„Frau Bundeskanzlerin, halten Sie sich für eine Feministin?“ Begeisterte Ja-Rufe schallen aus dem Publikum durch den Saal. Die restlichen Teilnehmerinnen der W20-Podiumsdiskussion in Berlin nicken energisch mit den Köpfen. Bloß Merkel selbst weiß nicht so recht, wie sie auf diese Frage antworten soll. Sie zögert, stammelt etwas von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen ihr und dem Feminismus. Sekunden zuvor hatte sie im Dialog mit acht mächtigen Frauen aus aller Welt noch ein brennendes Plädoyer für mehr Frauen in Führungspositionen gehalten. Schließlich entscheidet sie sich für: „Ich möchte mich nicht mit einem Titel schmücken, den ich gar nicht habe“. Also nein. Alice Schwarzer habe so viel gekämpft, meint Merkel, da wolle sie sich nicht mit deren Federn schmücken.

Feminismus – gut oder böse?

Mag sein, dass Angela Merkel sich nicht als Feministin sieht, doch ihre Erklärung dafür ist von Grund auf falsch. Feministin ist kein geschützter Titel, der nur denjenigen zusteht, die bestimmte Leistungen erbracht, bestimmte Aussagen getätigt oder bestimmte Demos besucht haben. Genau wie sich jeder Detektiv nennen darf, darf sich auch jeder Feminist oder Feministin nennen.

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Asiens Gletscher schützen gegen Dürre

Gletscher wie diese in Bhutan spielen eine Schlüsselrolle bei der Wasserversorgung im Sommer. © NASA
Tiefgefrorene Reserve: Über 800 Millionen Asiaten sind zumindest teilweise vom Schmelzwasser der Gletscher abhängig. Eine Studie zur Versorgungslage mit Wasser hebt nun die Bedeutung dieser Eismassen hervor. Nicht nur Trinkwasser und die Bewässerung der Landwirtschaft sind demnach auf das zusätzliche Wasser aus den Bergen angewiesen. Auch die Energiegewinnung durch Wasserkraftwerke hängt davon ab. Das Problem: Durch die Erderwärmung könnte diese wichtige Wasserquelle in Zukunft versiegen.

scinexx

Der Klimawandel sorgt mit Hitzewellen und Wasserknappheit weltweit für Probleme. Die steigende Durchschnittstemperatur lässt unter anderem Gletscher immer weiter zurückgehen. Nicht nur in den Anden schlagen Experten deswegen Alarm. Besonders in weiten Teilen Asiens könnte das dauerhafte Gletscherschrumpfen dramatische Folgen haben.

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Kampfbegriff Islamophobie

Wer den Islamismus kritisiert, kann heute rasch als „islamophob“ angeklagt werden. Höchste Zeit, dass das wieder aufhört.

Von Helmut Pisecky | Die Presse.com

Mit seinen unglücklichen Äußerungen zur „Islamophobie“ hat Bundespräsident Alexander van der Bellen einen Begriff thematisiert, der zuletzt besonders bei radikalen Islamisten stark an Popularität gewonnen hat. Pseudowissenschaftlichkeit und Instrumentalisierung durch radikale Gruppen sollten aber Grund genug sein, um den Begriff aus dem öffentlichen Diskurs zu verbannen.

1997 veröffentlichte der britische Think-Tank Runnymede Trust eine Studie zum Thema „Islamophobie“. Der neue Begriff, der eine grundsätzliche Feindseligkeit gegenüber Islam und Muslimen beschreiben sollte, wurde von Medien und Politik aufgegriffen und hat sich als fixer Bestandteil der Debatte über Islam, Integration und Multikulturalismus etabliert.

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Immer mehr Fälle von multiresistenter Tuberkulose

Ein Arzt wertet die Röntgenaufnahme eines Patienten aus, der womöglich an Tuberkulose erkrankt ist. (Foto: dpa)
  • In Russland könnten schon bald bis zu ein Drittel aller Tuberkulosefälle multiresistent, also mit einer herkömmlichen Therapie nur schwer oder gar nicht mehr in den Griff zu bekommen sein.
  • Experten fordern, erkrankte Patienten noch früher zu erkennen und sie mit einer maßgeschneiderten Therapie zu begleiten, um weitere Resistenzen zu verhindern.
  • Nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation erkranken jedes Jahr etwa zehn Millionen Menschen an Tuberkulose, knapp zwei Millionen Menschen sterben.

Von Felix Hütten | Süddeutsche.de

Die multiresistente Tuberkulose ist in Indien, den Philippinen, Russland und Südafrika weiter auf dem Vormarsch. Bis 2040 könnte die Situation insbesondere in Russland weiter außer Kontrolle geraten, warnen Epidemiologen im Fachblatt Lancet Infectious Diseases.

Ein Team von Wissenschaftlern um Aditya Sharma von der US-Seuchenschutzbehörde CDC hat in einem mathematischen Modell mögliche Infektionsverläufe der Tuberkulose in den vier besonders betroffenen Ländern berechnet.

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Erstmals Gebetsfrühstück im österreichischen Parlament

Die Tradition entstand vor mehr als 60 Jahren in den USA. Beim jüngsten Gebetsfrühstück versammelten sich Anfang Februar mehr als 2500 Politiker und Geistliche aus dem In- und Ausland in Washington

kath.net

Im Wiener Parlament findet am 31. Mai erstmals ein österreichisches parlamentarisches Gebetsfrühstück statt. Diese teilte die Landtagsabgeordnete Gudrun Kugler in einer Aussendung mit. Mehr als 35 Abgeordnete aus 4 verschiedenen Parteien laden gemeinsam dazu ein, Kugler-Lang ist Mitglied im Organisationskommitee.

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Koptische Flüchtlinge aus Kirchenasyl heraus abgeschoben – es gibt keine Hoheit der Kirche!

In Ludwigshafen ist eine koptische Flüchtlingsfamilie aus Ägypten aus dem Kirchenasyl geholt und abgeschoben worden. Die dreiköpfige Familie sei am Dienstag in den Räumen der Evangelischen Stadtmission Ludwighafen von der Polizei festgenommen und noch am selben Abend vom Stuttgarter Flughafen aus in ihre Heimat gebracht worden, sagte der Integrationsbeauftragte der pfälzischen Landeskirche, Reinhard Schott, am Mittwoch in Speyer dem Evangelischen Pressedienst (epd).

evangelisch.de

Die Asylanträge der Kopten aus dem Landkreis Birkenfeld im Hunsrück waren als unzulässig abgelehnt worden. Die Gemeinde des Evangelischen Gemeinschaftsverbands Pfalz in Ludwigshafen hatte einem jungen ägyptischen Ehepaar aus Alexandria mit seiner sechsjährigen Tochter seit Ostern Kirchenasyl gewährt.

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Tödlicher Krieg gegen die türkische Opposition

Bild: heise.de/tp
Bei Razzien starben zwei Menschen; eine deutsche Journalistin wurde verhaftet.

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Der Krieg, den die AKP gegen Regierungsgegner in der Türkei führt, forderte in den letzten Tagen zwei Todesopfer. In der vergangenen Woche wurden erneut mehr als tausend vermeintliche Gülen-Anhänger festgenommen sowie weitere 107 Richter und Staatsanwälte entlassen. Wie sich zwischenzeitlich herausstellte, war oder ist der größte Teil der im Zuge der Säuberungen neu eingesetzten Richter und Staatsanwälte in der AKP aktiv.

Bei einer Razzia in Balikesir soll staatlichen Medien zufolge der 59jährige Mustafa Hikmet Kayapali von seinem Balkon im dritten Stock gestürzt sein. Er starb noch vor Ort. Er sollte wegen Verbindungen zur Gülen-Bewegung verhaftet werden.

Für Fethullah Gülen selbst, der im Exil in den USA lebt, fordert die Staatsanwaltschaft 3623 Jahre Haft. Die Türkei versucht nach wie vor, die Auslieferung Gülens zu erwirken, hat aber auch fast ein Jahr nach dem Putschversuch noch immer keine Beweise für die Anschuldigung vorgelegt, Gülen stecke hinter dem Putsch. Inzwischen versucht die AKP unter dem Vorwurf der Gülen-Zugehörigkeit, auch in den eigenen Reihen aufzuräumen. So wurde am 8. Mai der ehemalige AKP-Abgeordnete Tevfik Uzun festgenommen.

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Wie die Religion die Islam-Skepsis in Osteuropa lenkt

Orthodoxe Christen nehmen an der Osternacht im serbisch-orthodoxen Kloster Gracanica im Kosovo teil Quelle: dpa
Knapp 30 Jahre nach dem Ende des Kommunismus spielt Religion in Osteuropa eine große Rolle. Orthodoxe sehen Homosexualität besonders kritisch – und auch der Blick auf Muslime ist sehr unterschiedlich.

Von Gerhard Gnauck | DIE WELT

Trotz jahrzehntelanger Kirchenverfolgung und verordnetem Atheismus spielt Religion in Osteuropa und Russland eine große politische Rolle. Das zeigt eine Studie des amerikanischen Pew-Instituts, für die in 18 Ländern 25.000 Personen befragt wurden. Die Frage, ob die Mehrheit der Menschen orthodox oder katholisch sind, ist entscheidend für viele Fragen – unter anderem für die Haltung zum Islam, die Skepsis gegenüber der Demokratie und die Haltung zum Westen. So wünschen sich vor allem Weißrussen, Serben, Armenier, Bulgaren und Griechen ein stärkeres Russland als Gegengewicht zum Westen.

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Israel: Regierung schaltet alle öffentlich-rechtlichen Sender ab

Proteste in Tel Aviv gegen den Umbau der Rundfunkanstalt. Auf Plakaten werden Parallelen zu Nordkorea und dem Iran gezogen. Quelle: REUTERS
Sogar die hartgesottenen israelischen Nachrichtensprechern hatten Tränen in den Augen: Alle Fernseh- und Radiosender der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt sind abgeschafft. Viele sprechen von einem Schlag gegen die Demokratie.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Israels Nachrichtensprecher sind eigentlich für ihre Kaltschnäuzigkeit bekannt. Selbst in schwersten Augenblicken gelingt es ihnen, Fassung zu bewahren und dramatische Botschaften in sachlichem Ton zu übermitteln.

Doch Dienstagabend wurde es selbst altgedienten Berichterstattern zu viel: Mit Tränen in den Augen gaben sie die Anordnung bekannt, alle Sender der Israelischen Rundfunkanstalt (IBA) sofort zu schließen.

Der Konkursverwalter der Regierung hatte dies anderthalb Stunden vor der Nachrichtensendung beschlossen. Die Abendsendung, die seit 1968 Israelis vor der Mattscheibe miteinander verband, endete mit einem spontanen Auftritt, bei dem alle Angestellten weinend die Nationalhymne sangen.

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Die islamische Welt gegen den Fortschritt

Bild. RDF
Die allergrößte Mehrheit der islamischen Strömungen führt zu einer Stagnation der islamischen Gesellschaften.

Von Felix Kruppa | Richard-Dawkins-Foundation

Der ganzen Welt geht es seit vier Jahrzehnten immer besser. Nie lebten die Menschen gesünder, länger, gebildeter und toleranter als heute. Vor 40 Jahren lebte noch die Hälfte aller Menschen in extremer Armut, heute ist es nur noch ein Zehntel aller Erdbewohner. Dieser Fortschritt fällt in islamischen Ländern weitaus geringer aus. Neben dem Westen ist vor allem der politische Islam als Ursache für das Leid der islamischen Welt zu nennen.

1. Bildung

Bildung im Vergleich zu anderen Religionen

Die Bildung von Muslimen ist im weltweiten Vergleich zu anderen Religionsangehörigen und Konfessionslosen besonders schlecht.[1] Im Durchschnitt waren Muslime weltweit 5,6 Jahre lang in der Schule. Zum Vergleich: Christen besuchten die Schule im Durchschnitt 9,3 Jahre lang, Konfessionslose 8,8 Jahre und Juden sogar 13,4 Jahre.

Sonderfall Afrika

Besonders erschreckend ist der Bildungsmangel bei Muslimen in Afrika südlich der Sahara. Dort haben Muslime, im Vergleich mit Christen, mehr als doppelt so häufig überhaupt keine formale Schulbildung (65% zu 30%).[2] Während Christen im Schnitt 6 Jahre in der Schule waren, ist der Unterschied zu Muslimen (2,6 Jahre) hier besonders auffällig. Diese großen Unterschiede sind selbst innerhalb einzelner Länder zu verzeichnen (z.B. in Nigeria, Kenia, der Elfenbeinküste oder Kamerun).

Gender Equality Gap

Muslimische Frauen besuchen die Schule im Schnitt 1,5 Jahre kürzer als muslimische Männer, bei Christen beträgt diese Geschlechterdifferenz nur 0,4 Jahre, bei Hinduisten allerdings sogar 2,7 Jahre.[3]
Laut UNICEF sind von den 24 Nationen, in denen weniger als 60% der Mädchen die Grundschule besuchen, 17 islamisch. Die Alphabetisierungsraten zwischen den Geschlechtern sind nirgendwo unterschiedlicher und auch generell in der islamischen Welt überdurchschnittlich schlecht. In Afghanistan beispielsweise waren 2011 nur 32% der Bevölkerung alphabetisiert (45 % der Männer und 18% der Frauen).[4]
Eine Studie des Weltwirtschaftsforums untersuchte diesen Bildungsunterschied zwischen Männern und Frauen 2012 in 135 Ländern. Von den 18 Ländern, die hier am schlechtesten abschneiden, sind 17 Mitglied der Organisation für Islamische Zusammenarbeit: (Algerien, Jordanien, Libanon, Nepal, Türkei, Oman, Ägypten, Iran, Mali, Marokko, Elfenbeinküste, Saudi Arabien, Syrien, Tschad, Pakistan, Jemen).[5] Nirgendwo sonst sind Frauen gemäß dieser Studie folglich weniger gebildet als Männer.

Bücher und Buchdruck in der islamischen Welt

Während der Buchdruck in der (damals) christlichen Welt im 15. Jahrhundert eine geistige Revolution auslöste, liefen die Druckpressen in der islamischen Welt erst 300 Jahre später. Bis dato hatten sich die Rechtsgelehrten gegen das Teufelswerk gewehrt, weil sie die Bildung der Massen als gefährlich für die damalige Gesellschaftsordnung ansahen. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Die repressive Sakralität verhindert jene Literalität, die den Westen in die Moderne geführt hat. Es gibt kaum Buchimporte aus anderen nicht-islamischen Ländern. In der marokkanischen Nationalbibliografie wurden zwischen 2007 und 2009 nur 172 neue Buchtitel angezeigt. In fast allen islamischen Ländern weichen die Kinos und Buchhandlungen zunehmend den Minaretten. Kritische Stimmen und nicht koran- und systemkonforme Akademiker werden zum Schweigen gebracht oder getötet.

Mangelnde Bildung gilt als eines der größten Hindernisse gesellschaftlicher Entwicklung.

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Millionen Pakistani per SMS vor Gotteslästerung gewarnt

Wink mit dem religiösen Handy-Zaunpfahl: Pakistans Regierung ließ Massenmails mit Warnung vor Blasphemie versenden (Symbolfoto: Händler in der Börse von Karatschi). – REUTERS
Die Regierung versandte eine mahnende Massen-Textnachricht. Auf Beleidigung des Propheten Mohammed steht die Todesstrafe.

Die Presse.com

Die pakistanische Regierung hat Millionen Handynutzer per Kurznachricht davor gewarnt, „gotteslästerliche“ Botschaften zu verbreiten. Wer derartige Inhalte herunterlade und weiterleite, mache sich strafbar, hieß es in der von der Pakistanischen Telekommunikationsbehörde am Mittwoch verschickten SMS.

Die Behörde erklärte, sie habe auf gerichtliche Anordnung gehandelt. Vorwürfe wegen angeblicher Blasphemie haben in dem mehrheitlich von der angeblichen „Religion des Friedens“ dominierten Land (rund 190 Millionen Bewohner) seit den 90er-Jahren zu Dutzenden Attacken oder Lynchmorden geführt, darunter auch auf Christen.

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„Demokratie bedeutet auch, dass die Macht des Volkes ausgebremst werden kann“

SZ-Wahl-Watcher: Der Philosoph Michael Hampe lehrt an der ETH Zürich. (Foto: SZ)
Politiker haben keine Ahnung von der Realität der Menschen? Dieser Vorwurf ist ungerecht, sagt Philosoph Michael Hampe in der neuen Folge der Serie Wahl-Watcher.

Interview von Karin Janker | Süddeutsche.de

Der Wahlkampf ist angelaufen, neben den beiden Kontrahenten Angela Merkel und Martin Schulz bestimmen Debatten um Filter-Blasen und Leitkultur die Berichterstattung. Dahinter steht in beiden Fällen die Sorge vor einer zerklüfteten Gesellschaft. Sie könnte zu einem Kernthema dieses Wahlkampfs werden. Für die SZ sprechen eine Schriftstellerin, ein Philosoph, eine Sprachwissenschaftlerin und ein Historiker als Wahl-Watcher über das, was sie in diesen Monaten bewegt. Der Philosoph Michael Hampe lehrt in Zürich, bringt sich aber immer wieder in die politischen Debatten in seinem Heimatland ein. Er kritisiert: Nicht die Spaltung der Gesellschaft sei ihre größte Bedrohung, sondern ein zu starker Fokus auf die Mehrheit.

SZ: Herr Hampe, Politikern wird immer wieder vorgeworfen, sie wären abgehoben und würden die Menschen und ihre Probleme nicht mehr verstehen. Viele Wähler haben das Gefühl, dass Politiker kaum noch Bezug zur Realität da draußen haben. Zu Recht?

Michael Hampe: Ich finde Vorwürfe wie jene, dass Politiker quasi in einem Raumschiff sitzen oder zu wenig Bodenhaftung haben, absurd. Menschen haben unterschiedliche Lebenswelten und die eine ist ebenso wirklich wie die andere. Die Wirklichkeit eines Politikers ist eben eine andere als die eines Hartz-IV-Empfängers, aber zu sagen, die des Hartz-IV-Empfängers sei die ‚eigentliche‘ Wirklichkeit, stimmt nicht.

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Klimawandel: Die Verlierer-Pflanzen

Der Klimawandel könnte die Pflanzenwelt auf der Erde drastisch verändern. © Romolo Tavani/ thinkstock
Stark spezialisiert und genetisch nicht sehr flexibel: Es sind Pflanzenarten wie diese, die der Klimawandel mit seiner aktuellen Geschwindigkeit wohl vor unüberwindbare Herausforderungen stellt. Das haben Forscher nun exemplarisch an zwei Schaumkresse-Arten gezeigt. Die beiden Spezies haben im Laufe ihrer Entwicklung an genetischer Vielfalt verloren und sind außerdem nur in einem begrenzten Lebensraum verbreitet – das könnte ihnen in Zukunft zum Verhängnis werden.

scinexx

Durch den Klimawandel verändern sich die Lebensräume auf unserem Planeten in Zukunft drastisch. Das gilt auch für die Pflanzenwelt. Forscher gehen davon aus, dass sich die zunehmende Erwärmung in vielen Regionen negativ auf die dortige Artenvielfalt auswirkt. Denn wer es nicht schafft, sich an die neuen Bedingungen anzupassen, muss zwangsläufig weichen.

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Direktor der Luthergedenkstätten: Museen werden Luther nicht gerecht

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten, Stefan Rhein, will die Theologie Martin Luthers an den Lutherorten wieder aufleben lassen. „Ich finde, die Museen werden Luther noch längst nicht gerecht“, sagte er der „Zeit“ laut Vorabmeldung vom Mittwoch.

evangelisch.de

„Unsere Vorfahren waren da klüger, weil sie seine Theologie an den Lutherorten aufleben ließen: durch eine Diakoniestation oder eine Armenschule.“ Erst das „geschichtsselige 19. Jahrhundert“ habe daraus Museen gemacht, fügte Rhein hinzu. „Meine Aufgabe ist, die Gedenkorte zurückzuverwandeln in Denkorte und Begegnungsstätten.“

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Euthanasie: Uni entzieht Forscher Ehrendoktorwürde

Die Justus-Liebig-Universität arbeitet zurzeit nach eigenen Angaben die Nachkriegsgeschichte der Gießener Klinik für Neurologie auf. (Symbolbild) Foto: Imago
Die Universität Gießen entzieht einem Hirnforscher wegen seiner Beteiligung am Euthanasie-Programm der Nazis posthum die Ehrendoktorwürde. Weitere Aberkennungen sollen folgen.

Frankfurter Rundschau

Die Universität Gießen hat einem historisch belasteten Hirnforscher posthum die Ehrendoktorwürde entzogen. Julius Hallervorden sei in das „Euthanasie“-Programm der Nationalsozialisten eingebunden gewesen, begründete die mittelhessische Hochschule am Mittwoch ihre Entscheidung. Die Justus-Liebig-Uni (JLU) arbeitet derzeit nach eigenen Angaben die Nachkriegsgeschichte der Gießener Klinik für Neurologie auf.

„Die JLU bekennt sich zu ihrer Verantwortung für die eigene Geschichte und wird auch in Zukunft zur Aufklärung der dunkleren Kapitel ihrer Vergangenheit beitragen“, erklärte Hochschulpräsident Joybrato Mukherjee. So ist geplant, einem weiteren Hirnforscher die Ehrensenatorenwürde abzuerkennen.

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30 Jahre Haft wegen tödlichen Exorzismus-Rituals

Scheiterhaufen (Symbolfoto) – imago/Revierfoto
In Nicaragua ließ ein Pastor im Februar eine 25-Jährige, die sich von Dämonen besessen wähnte, auf einem Scheiterhaufen anzünden. Sie starb eine Woche später nach unsäglichen Qualen. Nun wurden er und vier Komplizen verurteilt.

Die Presse.com

Wegen eines tödlichen Exorzismus-Rituals in Nicaragua sind ein Pastor und vier Komplizen zu je 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 23-jährige protestantische Geistliche Rocha Romero und seine Mittäter, darunter zwei Frauen, erhielten am Dienstag (Ortszeit) die Höchststrafe wegen der Ermordung einer 25-jährigen Frau.

Die zweifache Mutter Vilma Trujillo war tagelang gequält und schließlich lebendig in ein Feuer geworfen worden. Die Angeklagten hatten vor dem Gericht in der Hauptstadt Managua ausgesagt, sie seien überzeugt gewesen, dass die Frau vom Teufel besessen gewesen sei, immerhin habe sie das selbst berichtet und um Hilfe gebeten. Sie stritten ab, die Frau getötet zu haben, das Feuer sollte sie nur „reinigen“.

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That Time the CIA Investigated a Magician to See if Magic Was Real

Uri Geller demoes spoon bending at Oxford in 2014. Image: Rex Features via AP Images
A video with illusionist Uri Geller spawned dozens of pages of follow-up reports in the CIA about whether magic was real, and if so, how to harness it for espionage.

By Michael Best | MOTHERBOARD

A video produced by Stanford as part of its government funded research into psychic phenomena alleged to show Isareli illusionist Uri Geller performing various psychic and extrasensory feats. While some in the Agency were „humbled“ by the film, others were quick to declare it ordinary trickery from a con artist using techniques from stage magic and mentalism. Eventually, James Randi joined the discussion with his book about Uri Geller, only to find one of the scientists involved pushing back.

A copy of the video, spliced together from copies of varying completeness and quality, is embedded below, and an edited transcript can be found here.

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