Euthanasie: Uni entzieht Forscher Ehrendoktorwürde


Die Justus-Liebig-Universität arbeitet zurzeit nach eigenen Angaben die Nachkriegsgeschichte der Gießener Klinik für Neurologie auf. (Symbolbild) Foto: Imago
Die Universität Gießen entzieht einem Hirnforscher wegen seiner Beteiligung am Euthanasie-Programm der Nazis posthum die Ehrendoktorwürde. Weitere Aberkennungen sollen folgen.

Frankfurter Rundschau

Die Universität Gießen hat einem historisch belasteten Hirnforscher posthum die Ehrendoktorwürde entzogen. Julius Hallervorden sei in das „Euthanasie“-Programm der Nationalsozialisten eingebunden gewesen, begründete die mittelhessische Hochschule am Mittwoch ihre Entscheidung. Die Justus-Liebig-Uni (JLU) arbeitet derzeit nach eigenen Angaben die Nachkriegsgeschichte der Gießener Klinik für Neurologie auf.

„Die JLU bekennt sich zu ihrer Verantwortung für die eigene Geschichte und wird auch in Zukunft zur Aufklärung der dunkleren Kapitel ihrer Vergangenheit beitragen“, erklärte Hochschulpräsident Joybrato Mukherjee. So ist geplant, einem weiteren Hirnforscher die Ehrensenatorenwürde abzuerkennen.

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2 Comments

  1. Im NS-Dokumentationszentrum München hat es vor einem Jahr eine sehr interessante Ausstellung über die Euthanasie im Dritten Reich, das Quälen und Ermorden vieler Tausender körperlich und geistig behinderter, sowie „unbequemer“ Menschen gegeben. Ich war erschüttert, wie viele Mediziner/innen und auch Geistliche nach dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes ganz schnell wieder in gehobenen Positionen landeten…

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