Bundeswehr: Die Offiziere und die Neue Rechte

Nicht nur aus den niederen, sondern auch aus den höheren Rängen der Truppen waren immer wieder Sympathiebekundungen für neurechte Positionen zu hören. Foto: dpa
Extrem rechte Positionen sind in der Truppe kein Problem der niederen Dienstränge allein. Auch aus den höheren Rängen der Truppe sind immer wieder Sympathiebekundungen für neurechte Positionen zu hören.

Von Andreas Förster | Frankfurter Rundschau

Wenn es um die Frage geht, wie weit extrem rechte Positionen in der Bundeswehr verbreitet sind, stehen meist Soldaten mit niederen Dienstgraden im Mittelpunkt. Dabei gerät oft aus dem Blick, dass aus den höheren Rängen der Truppen immer wieder Sympathiebekundungen für neurechte oder geschichtsrevisionistische Positionen zu hören waren.

Zum Beispiel vom früheren Brigadegeneral Reinhard Günzel: Im Jahr 2003 löste der damalige CDU-Abgeordnete Martin Hohmann durch eine vielfach als antisemitisch kritisierte Rede zum Tag der Deutschen Einheit im Bundestag einen Skandal aus. Ein paar Wochen später erhielt Hohmann einen Brief von Günzel, Chef der Eliteeinheit KSK. Dieser dankte ihm darin für seinen „Mut zur Wahrheit“ und schrieb unter anderem, Hohmann habe mit seinen Gedanken „der Mehrheit unseres Volkes eindeutig aus der Seele“ gesprochen. Der damalige Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) entließ Günzel unehrenhaft aus der Bundeswehr. Forderungen von Abgeordneten nach einer Untersuchung der Frage, wie verbreitet rechtes Gedankengut in der Truppe ist, wurden vom Minister jedoch abgewehrt. Günzel sei ein Einzelfall, erklärte Struck, und er erhielt dafür Rückendeckung von der rot-grünen Regierungskoalition und der Union.

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Berlin: „O Gott, überall Christen!“

Ende Mai ist Kirchentag in Berlin. Die Kirchen müssen sich dort in einem Umfeld behaupten, in dem ihre Stimme nur eine von vielen ist. In der Hauptstadt tummeln sich 250 Religionsgemeinschaften, dazu viele Atheisten.

Von Markus Geiler | RP ONLINE

„O Gott, überall Christen“, seufzt die Frau in der Berliner S-Bahn. Ihre Sitznachbarin nickt beifällig. „So viel Fromme in der ganzen Stadt, das ist nur schwer zum Aushalten. Aber das geht vorüber!“ Der Dialog zwischen den beiden Berlinerinnen an einem Freitagnachmittag im Berufsverkehr ist 27 Jahre her, könnte sich aber Ende Mai beim evangelischen Kirchentag in der Hauptstadt so wiederholen.

Im Frühjahr 1990 fand in West-Berlin der Katholikentag statt. Wenige Monate zuvor war die Mauer gefallen, die Stadt war dabei, sich neu zu finden und zu erfinden. West- wie Ost-Berliner genossen die neue Freiheit ohne Beschränkungen. Da war ein Katholikentag als kirchliches Großereignis eine Veranstaltung von vielen, von der man nur Notiz nahm, weil S-Bahnen, U-Bahnen und Busse Richtung Messegelände voller waren als sonst.

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Christen und die AfD: Zwischen Feindschaft und Freundschaft

Bild: br.de
AfD und Kirche – das geht etwa so gut zusammen wie Teufel und Weihwasser, könnte man meinen. Denn einige Bischöfe distanzieren sich klar vom Rechtspopulismus. Aber etwa 20 Prozent der Basis sympathisieren mit der Partei.

Von Antje Dechert | BR.de

Das Christentum verpflichte zur Nächstenliebe und deshalb müsse Deutschland Flüchtlinge aufnehmen. Das haben Spitzenvertreter beider großen Kirchen in Deutschland immer wieder betont.

Und immer wieder haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx oder der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strom damit auch Stellung bezogen gegen Rechtspopulismus und die Politik der AfD. So knipste der Erfurter katholische Bischof Ulrich Neymeyr 2016 die Dombeleuchtung aus, als die AfD vor Ort demonstrierte. Der Kölner Kardinal Woelki und katholische Jugend-Verbände erklären öffentlich, die AfD sei für Christen nicht wählbar und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, erteilte offiziellen Gesprächen mit der AfD Anfang des Jahres eine Absage.

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Ist auch der Mensch Pheromon-gesteuert?

Die Nase in eine Blüte zu stecken, mag Wohlbefinden auslösen – doch auch unbewusste Duftnoten haben eine große Wirkung. © Halfpoint/ thinkstock
Einflussreiche Duftnote: Der blumige Duftstoff Hedion aktiviert beim Menschen einen Pheromonrezeptor – und beeinflusst dadurch unser Verhalten. Experimente zeigen: Ist der Duft in bewusst kaum wahrnehmbarer Konzentration in einem Raum vorhanden, zeigen Probanden verstärkt reziproke Verhaltensweisen. Die Forscher deuten dies als Hinweis darauf, dass Pheromone nicht nur bei Tieren, sondern auch beim Menschen wirken könnten. Wie groß die Bedeutung solcher Botenstoffe für unsere soziale Interaktion wirklich ist, bleibt jedoch umstritten.

scinexx

Die Nase ist womöglich unser leistungsfähigstes Sinnesorgan – auch, wenn uns das oft nicht bewusst ist. Immerhin kann sie vermutlich mehr als eine Billion Duftnoten unterscheiden, wie „Schnüffelstudien“ nahelegen. Viele dieser Gerüche nehmen wir allerdings erst in höheren Konzentrationen wahr. Doch auch unbewusste Duftnoten können eine große Bedeutung haben, beispielsweise bei der Partnerwahl.

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Warum der Papst drei portugiesische Kinder heilig spricht

Ein undatiertes Foto zeigt die Kinder Lúcia dos Santos, Francisco und Jacinta Marto (v.l.), die nun von Papst Franziskus heilig gesprochen werden. (Foto: AFP)
  • Jacinto, Francisco und Lúcia soll vor 100 Jahren, am 13. Mai 1917, die Jungfrau Maria erschienen sein.
  • Später habe sie ihnen drei Geheimnisse anvertraut, die sie aber nicht verraten dürften.
  • Papst Franziskus reist nach Fátima, um die drei Kinder heilig zu sprechen – und mit ihm Millionen Katholiken.

Von Thomas Urban | Süddeutsche.de

Der Marmorweg zur Basilika Unserer lieben Frau vom Rosenkranz ist frisch poliert, die Tribüne für die Fernsehkameras aufgebaut, das Hotel „Aleluia“ ist trotz exorbitanter Preise seit langem ausgebucht, Tausende portugiesischer Polizisten proben seit Tagen für ihren größten Einsatz in der Geschichte des Landes: Am Sonntag kommt Papst Franziskus in den Wallfahrtsort Fátima, er will die drei Hirtenkinder heilig sprechen, denen vor genau 100 Jahren auf einem Feld an der Stelle, auf der die neobarocke Basilika errichtet wurde, erstmals die Jungfrau Maria erschienen sein soll. Mehrere Millionen Pilger aus aller Welt werden erwartet.

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Richard Dawkins über Stephen Fry, Blasphemie und das Gesetz

Foto: RTÉ
Gegen den britischen Schriftsteller und Schauspieler Stephen Fry wurden in Irland Ermittlungen wegen Blasphemie eingeleitet.

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Die Ermittlungen bezogen sich dabei auf seine Äußerungen in einem Interview mit Gay Byrne. Inzwischen wurden die Ermittlungen eingestellt.

Richard Dawkins schrieb dazu folgende kurze Stellungnahme.

Sir, als eine Geste der Solidarität mit Stephen Fry, zitiere ich einen Satz aus meinem Buch „Der Gotteswahn“:

„Der Gott des Alten Testaments ist – das kann man mit Fug und Recht behaupten – die unangenehmste Gestalt in der gesamten Literatur: Er ist eifersüchtig und auch noch stolz darauf; ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Überwachungsfanatiker; ein rachsüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer; ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, größenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann.“

Jedes dieser Adjektive wird in Dan Barkers Buch „Gott: Die unangenehmste Figur in der gesamten Literatur“ reichlich belegt, mit vollständigen Bibelzitaten. Ich werde am 12. Juni einen öffentlichen Vortrag in der „National Concert Hall“ in Dublin halten, und werde daher für eine Verhaftung aufgrund einer Anklage wegen Blasphemie zur Verfügung stehen.

Ihr, etc.,

RICHARD DAWKINS,
New College, Oxford

Zahl freiwilliger Rückkehrer zurückgegangen

Stopp © TraumTeufel666 @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Zahl der Flüchtlinge, die freiwillig in ihre Heimatländer zurückkehren, ist gesunken. Ein neues Onlineportal soll Asylbewerbern über die Möglichkeiten der freiwilligen Rückkehr informieren. Bundesinnenministerium hält Abschiebungen weiter für „wichtig“.

MiGAZIN

In den drei ersten Monaten dieses Jahres sind weniger Flüchtlinge freiwillig aus Deutschland in ihr Heimatland zurückgekehrt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wie der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Ole Schröder (CDU), am Donnerstag in Berlin mitteilte, reisten im ersten Quartal rund 8.500 Menschen freiwillig aus. Im Vergleichszeitraum 2016 waren es noch fast 14.000. Gemeinsam mit Vertretern des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) präsentierte Schröder ein neues Onlineportal, das abgelehnten Asylbewerbern Informationen über finanzielle Unterstützung bei der freiwilligen Rückkehr gibt.

Unter www.returningfromgermany.de sind beispielsweise Kontaktdaten von Beratungsstellen und die unterschiedlichen Rückkehrprogramme zu finden. Ausländer ohne Aufenthaltsrecht, sogenannte Ausreisepflichtige, können über die von der IOM organisierten Programme die Reisekosten erstattet bekommen und zusätzliche Starthilfen erhalten.

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Wasserreicher Exoplanet überrascht

Ferne Welten: Astronomen weisen immer mehr Planeten in fremden Sternensystemen nach. © NASA/ JPL-Caltech
Ferne Welten im Visier: Astronomen haben die Atmosphäre eines neptungroßen Exoplaneten so detailliert wie nie zuvor erforscht – und sind auf eine Überraschung gestoßen. Demnach fanden sie in der Gashülle des fremden Planeten nicht nur deutliche Hinweise auf Wasser. Sie entdeckten dort auch weniger Spuren schwerer Elemente als erwartet. Damit unterscheidet sich der Exoplanet deutlich von seinem Namensvetter im Sonnensystem. Den Forschern liefert das interessante Einsichten über seine mögliche Entstehungsgeschichte.

scinexx

Seit einigen Jahren weisen Astronomen immer mehr Planeten in fremden Sternensystemen nach. Inzwischen sind über 3.000 von diesen extrasolaren Himmelskörpern bekannt. Ihre Geheimnisse aber geben sie nur zögerlich preis. Zwar lässt sich die Größe und Masse der Exoplaneten leicht bestimmen – und damit auch, ob es sich um einen erdähnlichen Gesteinsplaneten oder einen Gasriesen nach Art des Jupiter handelt. Doch über die Zusammensetzung der Atmosphäre der fernen Planeten wissen Forscher bisher noch relativ wenig.

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Deutsche Journalistin in der Türkei verhaftet

Quelle: n-tv, Screengrab: bb
Die türkischen Behörden haben offenbar eine deutsche Journalistin festgenommen. Mesale Tolu, die in der Türkei für linke türkische Nachrichtenagentur Etha (Etkin Haberin Ajansi) als Übersetzerin tätig war, ist bereits am 30. April festgenommen worden, berichtet die ARD.

Neue Zürcher Zeitung

Anti-Terror-Einheiten seien um halb fünf Uhr morgens gewaltsam in die Wohnung der 33-Jährigen eingedrungen und hätten sie festgenommen. Seit dem 6. Mai sitze die Journalistin im Frauengefängnis von Istanbul. Ein Richter habe einen Haftbefehl wegen angeblicher Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation erlassen.

15 weitere Personen, die für Etha und andere linke politische Organisationen arbeiteten, seien ebenfalls festgenommen worden. Was Tolu konkret vorgeworfen wird, ist nicht bekannt.

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So groß ist die Gefahr durch Weltkriegs-Granaten in Nord- und Ostsee

Zwei Wasserbomben aus dem Zweiten Weltkrieg werden am in der Ostsee vor Wustrow in Mecklenburg-Vorpommern gezielt gesprengt (Archivbild von 2013) © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa
Früher dachte man, die Weltkriegs-Kampfstoffe auf dem Meeresgrund würden mit der Zeit unschädlich. Ein gefährlicher Trugschluss: Das Risiko in Nord- und Ostsee ist sogar gestiegen.

stern.de

Die Zahlen sind gigantisch und in ihrer Dimension unfassbar. Etwa 1,6 Millionen Tonnen konventionelle und 220.000 Tonnen chemische Kampfmittel sollen in Nord- und Ostsee als Überbleibsel der beiden Weltkriege schlummern. Als ob das nicht reicht, rechnen Experten mit großen Mengen an Blindgängern aus dem militärischen Übungs- und Erprobungsbetrieb zu Friedenszeiten.

„Es ist inzwischen erkannt worden, dass man etwas tun muss“, sagt Edmund Maser vom Institut für Toxikologie und Pharmakologie der Universität Kiel. Denn dank der Forschungen seines Teams sei klar, dass freigesetzte Schadstoffe von Meerestieren aufgenommen werden.

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Keine weiteren Ermittlungen gegen Hass-Hilfsapostel Laun

Laun wetterte gegen die „Gender-Ideologie“ und Homosexuelle. Nun sah die Staatsanwaltschaft mangels Anfangsverdacht von der Strafverfolgung ab.

Die Presse.com

Ein im März im katholischen Internetmagazin http://www.kath.net veröffentlichter „Hirtenbrief“ des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun hat dem 74-Jährigen eine Anzeige der Salzburger Homosexuelleninitiative HOSI bei der Staatsanwaltschaft Salzburg eingebracht. Laun hatte in dem Brief gegen die „Gender-Ideologie“ und Homosexuelle gewettert. Die Staatsanwaltschaft leitet kein Ermittlungsverfahren ein.

Der scheidende Weihbischof hatte Homosexuelle als „irgendwie gestörte Männer und Frauen, die anatomisch eine kleine Missbildung haben oder eine sexuelle Anziehung zum eigenen Geschlecht verspüren“ bezeichnet.

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„Suum Cuique“, Jedem das Seine – Barrett der Feldjäger und KZ Buchenwald

Seit 1936 hängt das Bild von vier Wehrmachtssoldaten an der Hochstaufen-Kaserne von Bad Reichenhall. Entfernt wurden sie nie, eine Infotafel erläutert den historischen Kontext. (Foto: Sven Hoppe/dpa)
  • Die Bundeswehr hat die Studierenden ihrer Hochschulen angewiesen, sämtliche Gegenstände, die im Bezug zur NS-Zeit stehen, aus den Stuben zu entfernen.
  • Das belegt eine interne E-Mail.
  • Doch oftmals werden die Gegenstände nicht weggeschmissen, sondern in privaten Spinden weiter aufgehoben.

Von Lea Frehse | Süddeutsche.de

Diese eine E-Mail offenbart einiges über die Krux mit der Aufklärung bei der Bundeswehr. Am Montag erreichte sie Studierende eines Fachbereichs der Universität der Bundeswehr in München mit der Weisung: „Aufgrund der aktuellen Geschehnisse“ seien unverzüglich Symbole und Gegenstände, die mit der Wehrmacht und der NS-Zeit in Verbindung gebracht werden könnten, aus den Diensträumen und Stuben zu entfernen. Dazu der Hinweis, diese Anweisung diene „Ihrem eigenen Schutz“.

Die Anordnung war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Doch ein Soldat, der an der Universität studiert, hat sich damit an die SZ gewandt. „Das ist doch keine Aufklärung, das ist eine Farce“, sagt er. Schon in der Vorwoche hatte die Studierenden per E-Mail die Weisung erreicht, sie dürften ausdrücklich nicht mit der Presse sprechen, doch einen Maulkorb lasse er sich nicht verpassen: „Nicht als Staatsbürger in Uniform.“

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Verstörend: AfD-Mann vergleicht Kampf gegen Klimawandel mit Hexenverbrennung

AfD-Politiker Rainer Podeswa hat mit seiner Äußerung im baden-württembergischen Landtag für Empörung gesorgt © DPA
AfD-Mann Rainer Podeswa hat in seiner seiner Rede im baden-württembergischen Landtag die Ideologie im Kampf gegen den Klimawandel mit der im „Hexenhammer“ verglichen. Daraufhin machte sich auf Facebook zum Gespött.

stern.de

In einer Rede im baden-württembergischen Landtag hat der Abgeordnete Rainer Podeswa die Ideologie im Kampf gegen den Klimawandel mit der im „Hexenhammer“ verglichen. Dieses „europäische Standardwerk“ fasse alle Methoden zusammen, mit denen im 15. Jahrhundert in Ravensburg die Klimakatastrophe bekämpft worden sei, sagte Podeswa am Donnerstag in Stuttgart. „Damals wurden Hunderte Frauen verbrannt und damit das Klima gerettet.“ Seine Fraktion applaudierte ihm. Die Grünen-Abgeordnete Martina Braun sagte dazu: „Das ist wirklich unglaublich.“

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Experte: Geplante „Fakultät der Theologien Berlin“ realitätsfern

Der Direktor des Jüdischen Museums Berlin, Peter Schäfer, hält die Idee einer „Fakultät der Theologien“ von Christen, Muslimen und Juden in der deutschen Hauptstadt für realitätsfern. Sie beruhe auf einem „Verständnis von Theologie, das vom Christentum bestimmt wird“, schreibt Schäfer in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Mittwoch. Es berücksichtige zu wenig die Vielfalt der Theologien im Islam und Judentum.

kathpress

Die Idee einer „Fakultät der Theologien“ stammt von evangelischen Theologieprofessoren der Berliner Humboldt-Universität (HU). Protestanten, Katholiken, Muslime und Juden sollen dieser Idee zufolge unter Wahrung ihrer Eigenständigkeit kooperieren. Ein Anlass für den Vorschlag ist die beschlossene Gründung eines Instituts für Islamische Theologie an der HU. Noch ist nicht entschieden, ob es der Philosophischen oder der Evangelisch-Theologischen Fakultät zugeordnet wird.

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Silikonimplantate aus dem 3D-Drucker

Silikon-Implantate kommen demnächst vielleicht aus dem 3D-Drucker. © cosinart / thinkstock
Schnelle Hilfe für Patienten: Eine neue Methode ermöglicht erstmals den präzisen und passgenauen 3D-Druck von medizinischen Implantaten aus Silikon. Schon innerhalb von Stunden lassen sich mit dem Verfahren selbst komplexere Gebilde wie flexible Luftröhrenimplantate herstellen. Herkömmliche Gießverfahren nehmen dagegen Tage in Anspruch und sind deswegen auch kostspieliger als der 3D-Druck, wie die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Mit 3D-Druckern werden längst nicht mehr nur Plastikformen für Prototypen hergestellt. Auch in der Medizin finden sich immer neue Einsatzmöglichkeiten. Diese reichen von der Fertigung individueller Hüftgelenke bis hin zu ersten Versuchen zum Druck menschlicher Haut. Ein neues 3D-Druckverfahren von Christopher O’Bryan und seinem Team von der University of Florida in Gainesville soll die medizinischen Anwendungsgebiete jetzt um die Herstellung von flexiblen Silikonimplantaten erweitern.

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Kein Vertreter der Linken wird am „maybrit illner spezial“ teilnehmen

Screenshot aus dem YouTube-Trailer der Sendung.
Die Absage ist nachvollziehbar, zumal sich die Sendung AfD-gemäß Angstmache inszeniert

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Maybrit Illner wird heute Abend ohne einen Vertreter der Linken bei der Talksendung über Angst im öffentlichen Raum auskommen müssen. Es handelt sich am üblichen Tag um ein „maybrit illner spezial“, bei dem man sich beim ersten Blick auch fragen könnte, ob die AfD die Inspirationsquelle für die Angstmache für das Thema war: „Notruf im Wahljahr – wie sicher ist Deutschland?“ Vermutlich wird es heißen, man wird ja wohl mal fragen dürfen.

Obgleich die Polizeistatistik das nicht hergibt, wird im ZDF AfD-mäßig auf Sensation getrimmt: „Einbrüche, Diebstähle, Gewalt und sexuelle Übergriffe haben in den letzten Jahren rapide zugenommen – die Zahl der ’nicht deutschen Täter‘ wächst deutlich. Die organisierten Diebesbanden kommen dabei meist aus Osteuropa – bei Gewaltkriminalität fallen junge Zuwanderer negativ auf. Kein Wunder also: Das Thema innere Sicherheit wird nicht nur für die kommende Wahl in Nordrhein-Westfalen ein bestimmendes. “

Ob eine Zunahme um 0,7 Prozent im letzten Jahr ein „rapides“ Wachstum sind, wenn 2015/2016 eine Million Menschen zusätzlich nach Deutschland gekommen sind, mag man schon bezweifeln, zumal man sogar einen Rückgang von 0,7 Prozent konstatieren kann, wenn man ausländerrechtliche Verstöße wie illegale Einreise abzieht. Und würde man noch die Zunahme der Bevölkerung berücksichtigen, würde die Kriminalitätsrate noch weiter sinken. Zwar ist die Gewaltkriminalität um 6,7 Prozent gestiegen, die darin enthaltene sexuelle Gewalt ist sogar um 12,8 Prozent gestiegen, aber bei Einbrüchen und Diebstählen handelt es sich um Fake News: Die Diebstahlskriminalität ist um 4,4 Prozent gefallen, die Straßenkriminalität um 0,9 Prozent und die Wohnungseinbrüche gar um 9,5 Prozent. Man kann sich fragen, warum man das wohl bewusst überzeichnet?

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Diebstahl bei der Bundeswehr: Waffen aus Panzer gestohlen

Unbekannte haben aus einem Panzer der Bundeswehr Gewehre gestohlen. Das teilte das Verteidigungsministerium auf Anfrage mit.

Frankfurter Rundschau

Demnach wurden Mitte Februar auf dem Truppenübungsplatz Munster in Niedersachsen ein „Fuchs“-Panzer aufgebrochen und zwei G36-Sturmgewehre, eine P8-Pistole, eine Signalpistole, zwei Funkgeräte, zwei Magazine ohne Munition und ein Doppelfernrohr gestohlen. Die Gewehre waren nicht geladen. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt.

Prominente auf dem Kirchentag – Dodo-Treffen

Auf dem 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag werden zahlreiche prominente Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Kirche erwartet.

evangelisch.de

So wird der ehemalige US-Präsident BARACK OBAMA am 25. Mai mit Bundeskanzlerin ANGELA MERKEL vor dem Brandenburger Tor zum Thema „Engagiert Demokratie gestalten – Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen“ diskutieren. Ebenfalls aus den USA reist MELINDA GATES an, Ehefrau von Microsoft-Gründer Bill Gates. Sie spricht am 25. Mai darüber, wie Armut auf der Welt wirksam verringert werden kann.

Außenminister SIGMAR GABRIEL können Besucher am 26. Mai in einer Diskussion über deutsche Außenpolitik in Zeiten des Umbruchs erleben. SPD-Kanzlerkandidat MARTIN SCHULZ spricht am selben Tag über „Glaubwürdigkeit in der globalen Gesellschaft“. Bundespräsident FRANK-WALTER STEINMEIER referiert am 27. Mai zum Thema „Ist die Vernunft noch zu retten? Verantwortliches Handeln in den Gegenwart“. Er spricht zudem am 28. Mai ein Grußwort nach dem Festgottesdienst in Wittenberg.

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I’m Allergic to Weed

Image: Nate Milton
I’m allergic to pot. One secondhand whiff of somebody else’s joint and my nose clogs up. I get a headache and I start to itch. And if I’m around enough of it—say at a concert or something—I’m sick the whole weekend, coughing and weak in bed.

By Terena Bell | MOTHERBOARD

I’m lucky. Immunologist Dr. Purvi Parikh with Allergy Asthma Associates of Murray Hill in New York says cold-like symptoms are on the milder end of marijuana allergy reactions. „Some people get full blown asthma attacks, rashes, and even anaphylaxis.“ To clarify, „anaphylaxis“ means anaphylactic shock—as in shutting down your organs, as in death. Now that weed is increasingly decriminalized and ubiquitous, this makes for a whole new issue.

While death by pot isn’t exactly common, allergies to it are. Scientists have known since the 1930s that if you’re allergic to pollen or mold, you’re likely allergic to marijuana. Back then, 22 percent of allergy sufferers also got sick around pot. But according to separate studies from 2000 and 2015, that number’s now 70-73 percent. An estimated 40-50 million Americans have seasonal allergies so—with a little math—as many as 36.5 million may be allergic to pot.

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