Schmutzige Geldanlagen: Münster steigt aus, Dortmund macht weiter


Mensch, Natur und soziale Gerechtigkeit wichtiger nehmen als Gewinne – darum geht es der Divestment-Bewegung. Beim Klimacamp in der Lausitz 2016 protestierten sie lautstark gegen die Kohleindustrie. Foto: Markus Heine / picture alliance / NurPhoto
Investitionen in fossile Energien sind in Zeiten des Klimawandels höchst umstritten. Doch gerade Kommunen und Länder tun sich schwer, von den sterbenden Energieriesen zu lassen – wie in Nordrhein-Westfalen, wo Politik und Kohleindustrie traditionell eng miteinander verbunden sind. Dabei könnte es so einfach sein, zeigt das Beispiel Münster.

Von Julia Lauter | greenpeace magazin

„Wir können uns gut vorstellen, weitere RWE-Aktien zu kaufen“, sagte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) vor zwei Wochen der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Und das, obwohl der kohlelastige Stromkonzern in den letzten Jahren Milliardenverluste einfuhr und auf der Jahreshauptversammlung Ende April schon zum zweiten Mal in Folge verkündete, an seine Anteilseigner keine Dividende ausschütten zu können.

Für die große Anlegergruppe der Städte und Landkreise aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz waren bereits in den vergangenen Jahren Millioneneinbußen die Folge. Trotzdem halten einige treu an ihren Anteilen fest – und die rot-grüne Landesregierung laviert vor den kurz bevorstehenden Landtagswahlen unentschlossen herum, im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und der Kohletradition in der Region.

Die Stadt Dortmund ist bereits jetzt mit Anteilen von 4,1 Prozent der größte kommunale Aktionär von RWE. Wo Städte wie Essen, Bochum und Düsseldorf sich von den Anteilen des Energieriesen trennten, vertraut der Oberbürgermeister von Dortmund, der auch im Aufsichtsrat von RWE sitzt, auf die Zusagen des Konzern-Finanzvorstandes: Im laufenden Jahr will RWE wieder schwarze Zahlen schreiben und in den nächsten drei Jahren fünfzig Cent pro Aktie als Dividende ausschütten. Darum könnte sich laut Sierau „auch ein kreditfinanzierter Kauf von Aktien lohnen“. Die RWE-Aktie habe in den vergangenen Monaten „eine gute Entwicklung genommen“, sagte der Oberbürgermeister.

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