EU-Zollunion mit der Türkei – Strohhalm für eine belastete Beziehung

Quelle: n-tv, Screengrab: bb
Auf politischer Ebene tauschen die Türkei und die EU primär Beschuldigungen aus. Dennoch haben beide Interesse an einem intensiveren Handelsverhältnis.

Von Marco Kauffmann Bossart | Neue Zürcher Zeitung

Ankaras Verhältnis zu Brüssel ist zerrüttet. Die Tiraden von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan lassen gar auf ein erhöhtes Risiko der Trennung der beiden Partner schliessen. Erdogan droht beinahe im Wochentakt damit, das Flüchtlingsabkommen über Bord zu werfen oder dem EU-Beitritts-Prozess, der ohnehin im Koma liegt, den Todesstoss zu geben. Zwischenrufe aus dem ewigen Kandidatenland, eine EU-Mitgliedschaft bleibe strategisches Ziel, beruhigen kaum. Man fragt sich eher, was die Türkei tatsächlich will.

«Tief hängende Früchte»

Trotz der bisweilen aggressiven Rhetorik hat bis anhin niemand das Kronjuwel der bilateralen Zusammenarbeit, die Zollunion, infrage gestellt. Im Gegenteil: Beide Seiten plädieren für eine Renovation des Vertragswerks, das 1996 Zölle für Industriegüter aufhob und die Türkei verpflichtete, die Aussenzolltarife der EU zu übernehmen.

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Ozeane in Gefahr, Menschheit in ihrer Existenz bedroht

Great Barrier Reef, Steve Parish/flickr/CC BY 2.0
Ein Fünftel aller Korallenriffe sind bereits vernichtet, ein weiteres Viertel steht kurz vor dem Kollaps

Von Susanne Aigner | TELEPOLIS

Unsere Ozeane können gewaltige Mengen an Wärme und Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen. Doch Versauerung, Erwärmung und Sauerstoffmangel setzen die biochemischen Kreisläufe und Ökosysteme in den Ozeanen und damit deren Bewohner unter Stress. Das zeigen etliche Studien, darunter die von Nicolas Gruber an der ETH Zürich (2011).

Unter den Veränderungen leiden besonders die farbenprächtigen Korallen, die in Symbiose mit Algen die Meere besiedeln und von denen es etwa 4.000 bekannte Arten gibt und die seit etwa 225 Millionen Jahren auf der Erde zu Hause sind. Korallenriffe bedecken die Weltmeere zu etwa einem Prozent und sind Lebensraum für rund eine Millionen Tier- und Pflanzenarten. In ihnen leben Seesterne und Muscheln, Jungfische suchen hier ihre Nahrung, bevor sie ins offene Meer ziehen.

Ein Fünftel aller Korallenriffe sind bereits vernichtet, heißt es, ein weiteres Viertel steht kurz vor dem Kollaps. Denn sie bleichen aus – in allen Teilen der Welt: Auf den Malediven, in der Karibik, im Südpazifik, vor Hawaii oder rund um die thailändischen Inseln. Vom bekanntesten Riff, dem Great Barrier Reef an der 2300 Kilometer langen Küste im Nordwesten Australiens, kam im Mai 2016 die Nachricht, dass zwei Drittel der Korallen auf mehr als 700 Kilometer Länge durch anhaltende Korallenbleiche abgestorben seien.

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Bundeswehrskandal: Bedford-Strohm sieht Aufgabe für Militärpfarrer

Militärpfarrer spenden gemeinsam den Segen
Die Soldaten in der Bundeswehr seien verunsichert, sagt EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm angesichts der jüngsten Aufdeckung von Rechtsextremen in der Armee. Militärpfarrer könnten da helfen.

evangelisch.de

Angesichts rechtsextremer Tendenzen in der Bundeswehr sieht der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, die Militärseelsorge in besonderer Verantwortung. „Militärpfarrer sind ganz wichtig in so einer Situation der Verunsicherung“, sagte Bedford-Strohm den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Sonntag/Montag). „Sie geben nicht nur seelsorgerlichen Beistand, sondern auch Orientierung. Sie hören nicht nur zu, sondern können sich einmischen“, sagte der bayerische Landesbischof. Die Militärpfarrer seien „fester Ansprechpartner in allen ethischen Fragen der Bundeswehr“.

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Lutherwahn: Haseloff würdigt Nationale Sonderausstellung in Wittenberg

„Diese Ausstellung zählt zu den Höhepunkten im Lutherjahr 2017. Luthers Leben, sein Werk und sein Wirken immer wieder neu zu hinterfragen und zu bewerten – nicht nur aus kirchlicher Sicht –, bleibt von großer Bedeutung. Schon immer wurden Menschen von Luther angeregt und provoziert. Er war geistiger Anreger so gut wie Aufreger.“ Das sagte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff heute in Wittenberg.

BUNDESPRESSEPORTAL

Dort nahm er an der feierlichen Eröffnung der Nationalen Sonderausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ teil. In seinem Grußwort bezeichnete Haseloff die Sonderausstellung „als „einen wichtigen Beitrag zum Reformationsjubiläum 2017 und darüber hinaus“. Haseloff: „Jede Zeit sucht und findet ‚ihren‘ Luther. Die Bilder, die wir uns von den großen Gestaltern und Gestalten der Weltgeschichte machen, sind immer zeitbedingt. Das gilt auch von den großen Lutherjubiläen. Diese Retrospektive wird die Diskussion über die Reformation und ihre Wirkungen in der Gegenwart beeinflussen und bereichern.“

Zuvor hatte Staats- und Kulturminister Rainer Robra die Gäste in seiner Funktion als Vorsitzender des Kuratoriums der Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt begrüßt. Er hob vor allem die Arbeit der Stiftung Luthergedenkstätten hervor. „Die Stiftung schützt das Welterbe und macht es auch besser erlebbar. Die Pflege dieses Erbes ist vor allem Verpflichtung. Die Reformation gehört zum Kulturerbe der Menschheit. Sie ist kein Phänomen von gestern, sondern wirkt in unsere Zeit hinein und über sie hinaus. Das zeigt diese Ausstellung, und diese Zusammenhänge macht auch die Arbeit der Stiftung Luthergedenkstätten sichtbar.“

Kirchenasyl: Kirche verurteilt gewaltsame Räumung

Das Kreuz mit den Religionen
Die Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz hat zum Abschluss ihrer Frühjahrstagung die gewaltsame Räumung eines Kirchenasyls in Ludwigshafen verurteilt. Der Eingriff sei unverhältnismäßig und bundesweit beispiellos gewesen.

SWR aktuell

Am Dienstag hatte die Polizei eine dreiköpfige koptische Flüchtlingsfamilie aus Ägypten in den Räumen der evangelischen Stadtmission festgenommen. Sie wurde noch am selben Abend vom Stuttgarter Flughafen aus in ihre Heimat abgeschoben.

Die Synode nehme besorgt zur Kenntnis, dass derzeit Gemeinden, die Kirchenasyl gewähren, von den Vollzugsbehörden massiv unter Druck gesetzt würden, heißt es in einem von der Synode am Samstag mit großer Mehrheit angenommenen Antrag. Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz wird aufgefordert, mäßigend auf die Verantwortlichen vor Ort einzuwirken und Sorge dafür zu tragen, dass die Kommunikation unter denen am Kirchenasyl beteiligten Parteien stattfinde und Absprachen eingehalten werden.

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Geheime Anklage gegen Trump – schlägt das FBI jetzt zurück?

Image: NBCNews/YouTube
Mit der Kündigung von FBI-Chef James Comey wollte Donald Trump endlich Ruhe in die Russland-Ermittlungen bringen. Jetzt könnte ihm das zum Verhängnis werden. Das FBI scheint eine sogenannte Geheime Anklage vorzubereiten – und will ihn so aus dem Amt bekommen.

Von Malte Mansholt | stern.de

Es könnte die schlechteste Entscheidung seiner Präsidenschaft gewesen sein: Am Dienstag feuerte Donald Trump den FBI-Chef James Comey – und verhedderte sich in widersprüchlichen Begründungen. Am Donnerstag gab Trump dann offen zu, dass es um die laufenden Ermittlungen in seiner Russland-Affäre ging. Beim FBI kam das gar nicht gut an. Jetzt scheinen die Agenten zurückschlagen zu wollen.

Gemeinsam mit dem Justizapparat bereite das FBI eine sogenannte „Geheime Anklage“ (Secret Indictment) gegen den Präsidenten vor, berichten die Journalisten Louise Mensch und Claude Taylor. Diese Form der Anklage wird wegen schwerwiegender Verbrechen erhoben, bleibt aber anders als andere Klagen für eine Zeit vor der Öffentlichkeit verborgen – um den Angeklagten in Sicherheit zu wiegen. Die beiden Journalisten berufen sich auf voneinander unabhängige Quellen. Mensch will aus Geheimdienst-Kreisen von den Vorbereitungen erfahren haben, Taylor soll die Geschichte aus der Justiz gesteckt worden sein.

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Zoll stoppt Bücher-Abtransport in die Türkei

Ist es ein gewöhnlicher Umzug von Büchern aus Privatbesitz? Oder sollten Kulturgüter der Uni Frankfurt illegal in die Türkei geschafft werden? Der Zoll hat einen Islam-Historiker am Abtransport einer Bibliothek gehindert.

Von Volker Siefert | hessenschau.de

Die Bibliothek im Institut für Geschichte Arabisch-Islamischer Wissenschaften (IGAIW) an der Uni Frankfurt ist umfangreich. Geht es nach Direktor Fuat Sezgin, ziehen hunderte der Bücher aus dem Institut um – und zwar in seine Heimat. „Die Bücher gehören mir und kommen in die Türkei“, sagt der 92 Jahre alte Professor auf hr-Anfrage. Was dagegen Eigentum des Instituts sei, bleibe in Frankfurt.

Mehr will der betagte Wissenschaftler nicht sagen. Mit den Behörden aber wird er über den gewünschten Transfer reden müssen. Denn der Zoll hat den Büchertransport am Frankfurter Flughafen gestoppt, bis die Eigentumsverhältnisse geklärt sind. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

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Schwimmender Gemüsegarten dockt im in New Yorker Hafen an

foto: reuters/carlo allegri Der schwimmender Obst- und Gemüsegarten ist 25 Meter lang.
Zwischen den vielen Frachtschiffen, Passagier-Fähren und Ausflugsdampfern im New Yorker Hafen ist diesen Sommer auch ein schwimmender Obst- und Gemüsegarten unterwegs. „Swale“ hat Gründerin Mary Mattingly den etwa 25 Meter langen Lastkahn getauft, auf dem sie und ihr Team Pfirsich-, Kirsch- und Apfelbäume pflegen und Gemüse wie Zwiebel, Brokkoli oder Mangold anbauen.

derStandard.at

Auch Kiwis, Feigen und Birnen sowie frische Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Basilikum und Dill wachsen in dem schwimmenden Feuchtbiotop. Seit Anfang Mai ist der Kahn an einem Pier im Stadtteil Brooklyn angedockt und soll im Laufe des Sommers auch in der Bronx und in Manhattan Station machen. Besucher können Obst, Gemüse und Gewürze dort nach Belieben ernten und sich auch melden, um als Freiwillige bei der Gartenarbeit zu helfen. 7.000 Dollar (6.400 Euro) kosten Miete und Versicherung monatlich, die derzeit ein Cider-Hersteller trägt. Sofern sich ein neuer Sponsor findet, soll „Swale“ an einem Dock in New York ein dauerhaftes Zuhause finden.

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USA: Jesuiten geben Indianern ihr Land zurück

Sioux-Indianer bekommen in South Dakota Land zurück – AFP
Nach 137 Jahren bekommen die Sioux-Indianer bis Ende des Monats ein 500 Hektar großes Grundstück zurück. Als die US-Regierung den Jesuiten im Jahr 1880 das Land für Kirchen und Friedhöfe übertragen hatte, gab es 23 Missionsstationen, jetzt seien alle wegen zu weniger Menschen in der Region geschlossen.

Radio Vatikan

„Nun ist es an der Zeit, dass die Stämme alle Grundstücke wieder zurück bekommen, die der Kirche für religiöse Zwecke zur Verfügung gestellt worden waren“, hat der Vorsitzende der Mission, Pater John Hatcher laut Nachrichtenagentur fides angekündigt.

Die Fläche gehört zum Rosebud Indian Reservation im US-Bundesstaat South Dakota. Dort leben noch knapp 15.000 Sioux-Indianer. Die sollen laut der Verwaltung die Grundstücke für landwirtschaftliche Zwecke und Weiterentwicklung ihrer Gemeinden nutzen können.

 

Ukraine: Türkei wird neuer Rüstungspartner

Kiew, Maidan, April 2017. Foto: Elke Dangeleit
Rund ums Schwarze Meer tun sich neue geopolitische Allianzen auf

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die Ukraine mit ihrer langen Schwarzmeerküste rückt zunehmend in den Fokus der Türkei. Seit Österreich die Lieferung von militärischen Gütern und Komponenten auf Eis gelegt hat und sich auch zunehmend Widerstand in Deutschland gegen Waffenlieferungen in die Türkei bildet, ist die Türkei auf der Suche nach neuen Geschäftspartnern.

Die Ukraine als Oligarchen-Staat, in der die Opposition so gut wie mundtot gemacht wurde, ist da ein verlässlicherer Partner als die europäischen Staaten, in denen sich kritische Stimmen zu Waffenlieferungen in Unrechtsstaaten quer durch alle Parteien mehren. Ende April besuchte eine ukrainische Delegation unter Leitung des Kommandanten der ukrainischen Marine, Ihor Voronchenko, die Türkei. Voronchenko besuchte unter anderem die türkischen Gölcük-Werften, die Kriegsschiffe für die türkische Marine bauten.

Dem Treffen ging die Teilnahme von ukrainischem und türkischem Marinepersonal an den „Eurasia Partnership Maritime Interdiction Operations“ im ukrainischen Hafen Odessa Anfang April voraus. In Odessa fanden auch gemeinsame Übungen zur Luftverteidigung mit der ukrainischen Marine statt. Im März besuchte der ukrainische Ministerpräsident Wladimir Groysman die Türkei.

Beide Länder unterzeichneten ein vorläufiges Memorandum of Understanding, in dem die Ukraine ihren 6TD-3-Motor für den türkischen Panzer Altay vorschlug. Ursprünglich wollte die Türkei mit der technologischen Unterstützung Österreichs einen eigenen Motor für ihren Kampfpanzer entwickeln. Die Pläne platzten, nachdem Österreich als Reaktion auf die zunehmenden Menschenrechtsverletzungen und die anhaltende Eliminierung der Opposition in der Türkei den Technologietransfer für Rüstungsgüter beschränkte.

Gegenseitige Konsultationen von hochrangigen Vertretern der Rüstungsindustrie gab es in letzter Zeit vermehrt. Im Jahr 2016 betrug das Handelsvolumen zwischen den Ländern 3,7 Milliarden Dollar. Da die beiden Länder ein Freihandelsabkommen unterzeichnet haben, gehen Prognosen nun davon aus, dass das Handelsvolumen in fünf Jahren bis zu 20 Milliarden Dollar betragen könnte.

Dabei handelt es sich vor allem um Rüstungsgüter wie Satellitentechniken, Kriegsschiffe und Navigationssysteme, Radars, Motorentechnik, stufenweise Raketen und ballistische Raketensysteme, feste Treibstoffraketen, weitreichende ballistische Raketen und Cruise-Missiles.

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Schafft den Muttertag ab!

Wie am Valentinstag ist auch der Muttertag von herzförmigen Verpackungen dominiert. (Foto: Illustration Jessy Asmus)
An jedem zweiten Sonntag im Mai haben Staubfänger, Pralinen und Blumen Hochsaison. Zeit, das zu beenden. Und Müttern zu geben, was sie wirklich brauchen.

Von Violetta Simon | Süddeutsche.de

Es ist Muttertag. Hoffentlich, so denkt die ein oder andere, ruft das Kind nicht heute an. Nicht, nachdem ich seinen Anruf monatelang herbeigesehnt habe. Bitte nicht ausgerechnet heute, aus schlechtem Gewissen. Nicht diese bemüht freundliche Stimme, die versucht, Smalltalk mit mir zu führen. Das macht es nur noch schlimmer.

Stattdessen läutet es an der Tür. Fleurop ist da. Ein Blumenstrauß, vom Kind. Schweigen duftet nach Lilien und Rosen. Nein, das ist nicht: besser als nichts.

Denn was die meisten Mütter wirklich bräuchten, das bekommen sie nicht. Wie wäre es mit ein bisschen Chancengleichheit im Job statt Pralinen? Mehr Fairness bei der Bezahlung statt Nelken und Ranunkeln? Wer sich für die Bedürfnisse von Müttern interessiert, findet die passende Einkaufliste problemlos unter dem Hashtag #muttertagswunsch: Geld für Kinderbetreuung, garantierte Kita-Plätze, im Alter von der Rente leben können – das sind Dinge, mit denen man Mütter (bzw. Eltern) würdigt. Stattdessen lassen sich deren Kinder, die Konsumenten, vor den Karren der Händler spannen und speisen ihre Mütter mit Konfekt und Nippes ab.

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Mobilgeräte per Tattoo steuern

(Bild: Universität des Saarlandes)
Informatiker von der Saar-Universität und Google experimentieren mit ungewöhnlichen Ein- und Ausgabegeräten: Sie nutzen selbst entwickelte elektronische Tattoos, die sie an markanten Körperstellen auftragen.

Von Angela Meyer | heise online

Die Forscher nennen die elektronischen Tattoos SkinMarks. Mit Wasser werden sie auf die Haut übertragen, nach wenigen Tagen lösen sie sich wieder ab. Anders als die Kaugummi-Tattoos für Kinder schmücken die elektronischen Varianten ihren Träger bisher nicht besonders. Dafür sollen sie aber deutlich mehr können. „Wir wollen an Körperstellen gehen, wo zuvor keine Interaktion möglich war. Aber Elektronik präzise auf der Haut zu platzieren und dann noch so, dass sie sich an Knochenstrukturen wie die Fingerknöchel oder Mikrostrukturen wie Falten anpasst, ist sehr kompliziert“, erklärt Martin Weigel, Doktorand bei Jürgen Steimle, Professor für Mensch-Computer-Interaktion an der Universität des Saarlandes.

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Katalanische Unabhängigkeit: Erste konkrete Schritte zum Referendum

(Bild: Der Sitz der Generalitat in Barcelona. Foto: Jan Harenburg / CC BY 3.0 )
Die spanische Staatsanwaltschaft arbeitet mit neuen Anklagen gegen eine Abstimmung. Man könne nicht einfach Befragungen durchführen

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Katalonien hat Spanien erneut angeboten, über das für September geplante Unabhängigkeitsreferendum zu verhandeln, und geht gleichzeitig vorbereitende Schritte. Der Präsident der Regionalregierung, Carles Puigdemont, hat erklärt, bald einen „letzten Versuch“ zu starten, um mit dem spanischen Regierungschef Mariano Rajoy in einen Dialog zu treten.

Das wird am 22. Mai passieren, wenn er in der Hauptstadt Madrid mit anderen die katalanischen Vorstellungen für ein Referendum in Katalonien mit einer „Einladung für ein demokratisches Abkommen“ darlegt. Das Ziel ist, sich auf ein Vorgehen, Zeitplan und Frage zu einigen, damit auch die Katalanen über ihre Unabhängigkeit abstimmen können. Schließlich hatten sich auch die konservativen Briten mit den Schotten auf dieses demokratische Vorgehen geeinigt.

Puigdemont kündigte an, das werde er auch tun, selbst wenn der rechte Rajoy erneut jeden Dialog ablehne. Das ist nach allen Erfahrungen auch zu erwarten, schließlich haben die Ultrakonservativen in Spanien seit Jahren versucht, das Problem auszusitzen und über Repression zu beseitigen. Sie hatten nicht einmal mit den Christdemokraten in Katalonien über eine verbesserte Finanzierung der unterfinanzierten Region gesprochen, was denen letztlich keine andere Wahl ließ, als ebenfalls auf den fahrenden Zug in die Unabhängigkeit aufzusteigen.

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Er ist wieder da! – Der „religiöse“ #Krieg gegen #Frauen #LGTBQ #Freiheit

Nein, es ist nicht nur der fundamentalistische patriarchalische Islam, der 2017 Krieg führt! Krieg gegen Frauen, gegen Menschen mit anderer sexueller Orientierung als der heterosexuellen, gegen die Freiheit des Denkens und gegen die Freiheit von Religion.

Von Angela Klassmann | fraupolitik

Dieser Krieg ist ebenso tief verwurzelt in unseren, ach so aufgeklärten christlichen Gesellschaften. Sie laufen sich 2017 gerade wieder warm, die fundamentalistischen patriarchalischen Christen. Sie wittern Morgenluft, seit z.B. in Deutschland der fundamentalistische, patriarchalische Islam dazugehört! Jetzt können auch sie wieder aus ihren Löchern und dunklen Ecken kommen. Offen darf jetzt wieder gegen Frauen, gegen Homosexuelle, gegen die Freiheit des Denkens, gegen angebliche “Blasphemie“ und gegen alles vorgegangen werden, was ihrer „verkehrten“ Weltordnung widerspricht.

Dieser Krieg läuft auch in den USA, wo die Evangelikalen sich ihren Einfluss auf die Politik in Abgrenzung zu anderen Religionen sichern. Es geschieht in Russland, wo die orthodoxe patriarchalische Kirche eine unheilvolle “Ehe“ mit Putin führt. Überall wird er erneut geführt, der “religiös motivierte“ Krieg und immer zuerst gegen die Frauen.Menschen älterer Generationen können sich nur noch verwundert die Augen reiben. Geschieht dies gerade wirklich in der westlichen Welt? Aufgewachsen in einer Zeit, in der die christlichen Kirchen in Europa noch großen Einfluss auf die Politik hatten, besonders durch die konservativen christlichen Parteien, haben sie all das doch erlebt, was heute der fundamentalistische patriarchalische Islam weltweit durchsetzen will.

Frauen galten als minderwertig, dem Mann untergeordnet. Gerade mal 40 Jahre ist es her, dass Frauen aus der #Genderapartheid in Deutschland per Gesetz ein Stück befreit wurden und ihren Unterhalt ohne Erlaubnis des Mannes verdienen durften. Bis dahin bestimmten Vater oder Ehemann über das Schicksal von Frauen. Oder die Brüder.

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Gefangen im Vatikan

© Bild: KNA
Pius IX. war der „Papst des Unfehlbarkeitsdogmas“. Im Jahr 2000 seliggesprochen, bleibt er doch eine umstrittene Figur der jüngeren Kirchengeschichte. Vor 225 Jahren wurde er geboren.

Von Alexander Brüggemann | katholisch.de

An Pius IX., der sich seit dem Verlust des Kirchenstaates 1870 als „Gefangener im Vatikan“ fühlte, richtete ein Diplomat die Frage, wann er ihn denn besuchen dürfe. „Wann immer Sie wollen“, erwiderte der Papst. „Ich bin ja bekanntlich immer zu Hause.“ Am 13. Mai 1792, vor 225 Jahren, wurde Giovanni Maria Mastai-Ferretti, der „Papst der Unfehlbarkeit“, geboren. Der Witz, die faszinierende Ausstrahlung und der Charme dieses Papstes, der die katholische Kirche von 1846 bis 1878 leitete – so lange wie kein anderer Petrus-Nachfolger -, sind fast sprichwörtlich. In einer Zeit, in der der Katholizismus allenthalben politisch und intellektuell in Bedrängnis geriet, war Pius IX. eine herausragende Identifikationsfigur. Im Jahr 2000 wurde er seliggesprochen – und bleibt doch eine der umstrittenen Figuren der jüngeren Kirchengeschichte.

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„Alien: Covenant“: Der Lockruf der Schöpfung

foto: twentieth century fox Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen: In Ridley Scotts Sequel „Alien: Covenant“ stürzen sich Natur und Technik aufeinander.
Regisseur Ridley Scott fügt der von ihm entwickelten „Alien“-Saga einen fulminanten Baustein hinzu. Das Sequel zu „Prometheus“ knüpft an die alten Tugenden der Serie an

Von Michael Pekler | derStandard.at

„There’s only death here now, and I’m leaving it behind.“ So die Warnung der einzigen Überlebenden in Prometheus an die Menschheit, damit zukünftig niemand mehr auf diesem Planeten landen dürfe. Doch nach ihrem langem Überlebenskampf ließ die junge Frau nicht nur den Tod zurück, wie Regisseur Ridley Scott erst mit der letzten Einstellung das Geheimnis preisgab – auch neues Leben war im Begriff zu entstehen. Es war das erste in diesem Film sichtbare Alien.

Es war zugleich eine Wiedergeburt. Als Prometheus vor fünf Jahren in die Kinos kam, waren Erwartungshaltung und Enttäuschung groß. Letztere aber nur bei jenen, die sich von diesem Prequel zu der 1979 von Scott selbst entwickelten, populären Alien-Saga ein weiteres Monsterspektakel im Weltraum erhofften – eine Aufgabe, die dieser Film aber nicht zu erfüllen gedachte und die stattdessen erst vor wenigen Wochen der Sciencefiction-Horror Life routiniert erledigte.

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Study Finds Link Between Brain Damage and Religious Fundamentalism

Lacking „cognitive flexibility“ could contribute to radical religious belief.

By Bobby Azarian | Alternet

new study published in the journal Neuropsychologia has shown that religious fundamentalism is, in part, the result of a functional impairment in a brain region known as the prefrontal cortex. The findings suggest that damage to particular areas of the prefrontal cortex indirectly promotes religious fundamentalism by diminishing cognitive flexibility and openness—a psychology term that describes a personality trait which involves dimensions like curiosity, creativity, and open-mindedness.

Religious beliefs can be thought of as socially transmitted mental representations that consist of supernatural events and entities assumed to be real. Religious beliefs differ from empirical beliefs, which are based on how the world appears to be and are updated as new evidence accumulates or when new theories with better predictive power emerge. On the other hand, religious beliefs are not usually updated in response to new evidence or scientific explanations, and are therefore strongly associated with conservatism. They are fixed and rigid, which helps promote predictability and coherence to the rules of society among individuals within the group.

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Ex-FDP-Generalsekretär verstört mit Wehrmachtsbild auf Facebook

Dirk Niebel postete bei Facebook diese Zeichnung und löste damit heftige Reaktionen aus Quelle: Facebook
Als Entwicklungsminister liebte es Dirk Niebel, sich mit einem Bundeswehrkäppi in Szene zu setzen. Jetzt sorgt der FDP-Politiker mit einer Zeichnung eines Wehrmachtssoldaten für Irritationen, seine Partei distanziert sich.

DIE WELT

Die FDP hat sich von einem Bild im Wehrmachtsstil auf dem Facebook-Profil ihres Ex-Entwicklungsministers Dirk Niebel distanziert. Im Internet hatte es zuvor heftige Empörung gegeben.

Der Facebook-Zugang ist verifiziert und gehört Niebel. Ob er persönlich das Bild dort eingestellt hat, wollte der frühere FDP-Generalsekretär und heutige Manager des Rüstungskonzerns Rheinmetall auf Anfrage nicht mitteilen: Er habe sich seit Ende seiner Ministerzeit nicht mehr in den Medien geäußert und wolle das auch weiterhin so handhaben, teilte Niebel am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mit.

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The Totally Normal Town Where Everyone Worked on Weapons of Mass Destruction

Totally normal, not weird housing in early Los Alamos. Image: LANL
A 1954 report from the birthplace of the atomic bomb wants you to know that everything is totally “normal” in Los Alamos, New Mexico.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

In the early 1940s, the United States made its nuclear weapons program a priority with the establishment of the Manhattan Project, a top secret research initiative that would eventually yield the world’s first atomic bomb. Despite its moniker, the Manhattan Project wasn’t undertaken in New York City, but was carried out at top secret research facilities around the United States. The most famous of these was Los Alamos National Laboratory (nee Los Alamos Scientific Laboratory), a compound tucked away in the Jemez Mountains of northern New Mexico, where Robert Oppenheimer and his handpicked team of top physicists worked in utter secrecy and isolation to develop the most powerful weapon in history.

But as a recently released 1954 memo drafted for PR purposes wants you to know, there’s more to Los Alamos than its top secret atomic weapons program. Like the Jeb Bush of travel brochures, this document wants you to know that Los Alamos is completely „normal“ and to please stop pretending like it’s not. Please.

The site of Los Alamos was recommended by Oppenheimer, in part because it was close to his own New Mexico ranch and also for its isolation. So the US government took over a local school to use as its laboratory and set to work developing a bomb…and a community.

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