Schafft den Muttertag ab!


Wie am Valentinstag ist auch der Muttertag von herzförmigen Verpackungen dominiert. (Foto: Illustration Jessy Asmus)
An jedem zweiten Sonntag im Mai haben Staubfänger, Pralinen und Blumen Hochsaison. Zeit, das zu beenden. Und Müttern zu geben, was sie wirklich brauchen.

Von Violetta Simon | Süddeutsche.de

Es ist Muttertag. Hoffentlich, so denkt die ein oder andere, ruft das Kind nicht heute an. Nicht, nachdem ich seinen Anruf monatelang herbeigesehnt habe. Bitte nicht ausgerechnet heute, aus schlechtem Gewissen. Nicht diese bemüht freundliche Stimme, die versucht, Smalltalk mit mir zu führen. Das macht es nur noch schlimmer.

Stattdessen läutet es an der Tür. Fleurop ist da. Ein Blumenstrauß, vom Kind. Schweigen duftet nach Lilien und Rosen. Nein, das ist nicht: besser als nichts.

Denn was die meisten Mütter wirklich bräuchten, das bekommen sie nicht. Wie wäre es mit ein bisschen Chancengleichheit im Job statt Pralinen? Mehr Fairness bei der Bezahlung statt Nelken und Ranunkeln? Wer sich für die Bedürfnisse von Müttern interessiert, findet die passende Einkaufliste problemlos unter dem Hashtag #muttertagswunsch: Geld für Kinderbetreuung, garantierte Kita-Plätze, im Alter von der Rente leben können – das sind Dinge, mit denen man Mütter (bzw. Eltern) würdigt. Stattdessen lassen sich deren Kinder, die Konsumenten, vor den Karren der Händler spannen und speisen ihre Mütter mit Konfekt und Nippes ab.

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