Missbrauch im Buddhismus – den Meister lockt die Macht


Steinerne Buddhafigur auf dem Friedhof von Nanzen-ji in der japanischen Stadt Kyōto, einem der bekanntesten Tempel des Rinzai-Zen. Der Rinzai-Zen ist eine Lehrtradition des Zen-Buddhismus. (imago / imagebroker)
Hingabe fordern buddhistische Lehrer von ihren Schülerinnen. Bisweilen in einem ganz konkreten Sinne: Es entstehen sexuelle Beziehungen. Ist das ein Missbrauch geistlicher Autorität? Eine Debatte darüber kommt bisher nicht zustande, Selbstkritik ist tabuisiert.

Von Mechthild Klein | Deutschlandfunk

Buddhistische Meditationen und Lehre zielen auf eine Schulung des Geistes. Auf dem Weg zum Erwachen bzw. der Erleuchtung sollen die Schülerinnen und Schüler Mitgefühl kultivieren. Aber das Verhalten vieler Lehrer lässt nicht auf Mitgefühl schließen:

„Die Skandale gehen in Richtung sexuelle Übergriffe, finanzieller Machtmissbrauch und genereller Machtmissbrauch“, sagt Ursula Richard. Sie praktiziert seit 30 Jahren Zen-Übungen. Sie ist Verlegerin und Chefredakteurin von „Buddhismus Aktuell“. Sie hat schon vieles beobachtet, in den USA, in Deutschland. Und sie wünscht sich, dass die buddhistische Gemeinschaft lernt, sich dem Thema Missbrauch geistlicher Macht zu stellen, anstatt nach Entschuldigungen zu suchen. Sie analysiert:

„Der Buddhismus, als der sich im Westen begann zu verwurzeln, traf er auf eine Generation – zu der ich mich auch zähle – der Spät-Alt-68er, die Autorität sehr kritisch gesehen haben. Und auf einmal begegneten wir einem aus Asien kommenden Modell, was von Meistern und Schülern sprach und eine Hingabe erforderte oder einen Gehorsam erforderte. Und wie viele von uns – ich schließe mich da mit ein – waren auf einmal bereit alles über Bord zu schmeißen und es zu versuchen, nun diese Rollen auszufüllen.“

weiterlesen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s