«CERN des Nahen Ostens» : Wo Israeli und Palästinenser gemeinsam forschen

Die Sesame-Anlage soll Wissenschaftern aus dem Nahen Osten einen Raum bieten, um abseits der politischen Animositäten zu kooperieren (im Bild das CERN in Genf).(Bild: Keystone)
Es ist ein seltenes Zeichen der Eintracht: Heute wird in Jordanien der erste Teilchenbeschleuniger des Nahen Ostens eröffnet. Er bringt Wissenschafter aus Ländern zusammen, die seit langem zerstritten sind.

Von Fabian Urech | Neue Zürcher Zeitung

Als das Projekt Ende der 90er-Jahren lanciert wurde, mutete es angesichts der zerstrittenen Teilnehmer wie ein tollkühnes, aber zum Scheitern verurteiltes Unterfangen an. Gemeinsam sollten Israel, Palästina, Jordanien, Ägypten, Iran, Türkei, Pakistan, Bahrain und Zypern – Länder, die teils seit Jahrzehnten zerstritten sind – einen Teilchenbeschleuniger nach dem Vorbild des Genfer CERN errichten.

Nach über 20 Jahren und einigen Rückschlägen wird das visionäre Projekt nun Realität: Nördlich der jordanischen Hauptstadt Amman, unweit der Grenze zu Israel und dem Westjordanland, wird «Sesam», der erste Teilchenbeschleuniger des Nahen Ostens, heute eröffnet.

Lange herrschte Zurückhaltung

«Dieses Projekt ist ein Leuchtturm. In einer Zeit, in der getötet und enthauptet wird, zeigen wir einen anderen Weg auf», meinte unlängst Eliezer Rabinovici, israelischer Physikprofessor und einer der Gründer der Anlage.

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Wie politisch darf die Kirche sein? Hauptabteilung Kirche antwortet

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Im Rückblick gilt die Einmischung der Kirche in die Politik oft als verdienstvoll. Äußern sich Vertreter der Kirche zu Gegenwartsfragen, treffen sie auf Widerspruch. Der Vorsitzende der Evangelischen Kirchen sucht nach einer Antwort. Ein Gastbeitrag.

Von Heinrich Bedford-Strohm | Frankfurter Allgemeine

Der Sprengstoffanschlag hatte das Pfarrhaus verwüstet, in dem die junge dreiköpfige Familie lebte. Ihr eigentliches Ziel aber hatten die Attentäter verfehlt. Martin Luther King, seine Frau Coretta und ihr zehn Wochen altes Baby Yolanda waren wohlauf. Freunde und Nachbarn versammelten sich, um das Recht in die eigenen Hände zu nehmen. Martin Luther King beruhigte die Menschenmenge und rief zu Besonnenheit auf. Nur gewaltfrei werde man die eigenen Ziele erreichen.

Zum Jahresauftakt 1956 erlebten die Vereinigten Staaten eine Welle gewalttätiger Radikalisierung von innenpolitischen Konflikten. Martin Luther King, ein baptistischer Geistlicher, wurde zum Gesicht eines gesellschaftlichen Umbruchs von historischem Ausmaß. Gewalt und Einschüchterungsversuche hielten ihn nicht davon ab, auch weiterhin mit großer Leidenschaft politisch zu wirken.

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Lutherischer Weltbund gibt Erklärung zum Völkermord in Namibia heraus

Die in Windhuk veröffentlichte Erklärung des Lutherischen Weltbundes (LWB) zum Völkermord in Namibia wird von vielen als Meilenstein gesehen. Deutsche Bischöfe würdigten das Papier als „historisch“. Auch die Kirchen in Namibia begrüßten den Text.

evangelisch.de

Mit Blick auf die deutschen Kolonialverbrechen Anfang des 20. Jahrhunderts in Namibia hat der Lutherische Weltbund (LWB) beide Völker zur weiteren Aufarbeitung aufgerufen. Schmerzhafte Erinnerungen müssten ausgesprochen werden, heißt es in einer am Montagabend in Windhuk veröffentlichten Erklärung der zwölften LWB-Vollversammlung: „Erst wenn die Wahrheit gesagt und Gerechtigkeit gesucht ist, kann tatsächliche Versöhnung über den Schmerzen der Vergangenheit stattfinden.“ Der rund 74 Millionen Christen repräsentierende Weltbund tagt noch bis Dienstagabend in der namibischen Hauptstadt.

In dem mit großer Mehrheit verabschiedeten Papier heißt es: „Das Schicksal der Herero, Nama und anderen Ureinwohnern unter deutscher Kolonialherrschaft am Anfang des 20. Jahrhunderts bereitet den Völkern Namibias und Deutschlands bis heute Schmerzen.“ Deutschland verhandelt zurzeit mit der Regierung Namibias über eine Aufarbeitung der Verbrechen.

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US-Jesuit behauptet: Einige Heilige waren wahrscheinlich homosexuell

P. James Martin SJ hat sich wiederholt für die Akzeptanz des homosexuellen Lebensstils in der katholischen Kirche eingesetzt.

kath.net

„Sie werden vielleicht überrascht sein, wenn sie in den Himmel kommen und dort von LGBT-Männern und -Frauen begrüßt werden“, schreibt P. James Martin SJ auf seiner Facebook Seite. Ein bestimmter Prozentsatz der Menschheit sei homosexuell und deshalb sei davon auszugehen, dass das auch auf Heilige zutreffe, ist der Jesuitenpater überzeugt.

Martin, der erst im April von Papst Franziskus zum Berater des Vatikanischen Sekretariates für die Kommunikation ernannt worden ist, hat zuvor auf seiner Facebook-Seite einen Link zu einem Artikel über eine Veranstaltung der „New Ways Ministry“ veröffentlicht, bei welcher ein katholischer Bischof einen Vortrag gehalten hat. Ein Leser hat sich dazu kritisch geäußert und geschrieben, dass wohl kein kanonisierter Heiliger von dieser Sache beeindruckt sei. Darauf hat Martin mit den eingangs zitierten Sätzen geantwortet.

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Islam: Wie hältst du’s mit Gender?

Junge muslimische Frauen sollen dabei helfen, islamische Gleichberechtigung umzusetzen (imago stock&people)
Auf einer Tagung in Stuttgart diskutierten junge Muslime über die Gleichberechtigung von Frauen und eine feministische Lesart des Koran. Noch weichen Wunsch und Wirklichkeit voneinander ab – doch es gibt auch zahlreiche Beispiele für gelebte Gleichberechtigung im muslimischen Alltag.

Von Thomas Wagner | Deutschlandfunk

Dieses Frauenbild sorgt für Entsetzen: Koran, Sure vier, Vers 34. Dazu sagt Verena Maske, Religionswissenschaftlerin aus Marburg:

„Es steht drin, dass eine Frau eine Gehorsamspflicht gegenüber ihrem Mann hat. Und wenn sie dem nicht nachkommt, ist sozusagen erlaubt, dass sie geschlagen werden kann.“

Dieses Frauenbild sorgt für Begeisterung: Erinnerungen einer jungen Muslimin an ihre Anfänge beim Verband „Muslimische Jugend Deutschland“, kurz MJD. Ischum Karakui studiert Bildungswissenschaft und Soziologie.

„Das war mein erstes MJD-Meeting, an dem ich mit 13 Jahren teilgenommen habe. Da hat eine junge Frau einen Vortrag gehalten. Dass eine Frau da vorne steht, vor so einer Menschenmasse, selbstbewusst, einfach in ihrer Profession darüber referiert, hat mich sehr beeindruckt. Sie hat auch Kopftuch getragen. Und das war sehr beeindruckend für mich, mit meinen 13 Jahren damals.“

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Pastor will übers Wasser laufen – und wird von Krokodilen gefressen

  • Ein Pastor wollte übers Wasser laufen
  • Er wollte damit seinen Glauben demonstrieren
  • Doch sein Vorhaben endete tödlich

DERWESTEN

White River.  Ein Pastor aus Simbabwe wollte seiner Kirchengemeinde demonstrieren, dass sein Glaube an Gott so stark ist, dass er wie Jesus übers Wasser gehen kann. Doch das Vorhaben endete tödlich.

Laut der nigerianischen „Daily Post“ war Pastor Jonathan Mthethwa für seinen Gang übers Wasser extra mit Mitgliedern der „Saint of the Last Days“-Kirche ins südafrikanische White River gereist. Für seinen Versuch hatte er sich den Crocodile River ausgesucht – ein fataler Fehler.

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Katholisches Gymnasium in Hildesheim: Lehrer nach sexuellem Übergriff fristlos entlassen

Ein Lehrer an einem katholischen Gymnasium in Hildesheim hat eine Schülerin sexuell missbraucht. Das zuständige Bistum hat den Mann angezeigt.

SpON

Das Bistum Hildesheim hat einen Lehrer fristlos entlassen, dem ein sexueller Übergriff an einer Schülerin vorgeworfen wird. „Wir haben Strafanzeige gestellt. Er darf die Schule nicht mehr betreten“, sagte der Sprecher des Bistums, Volker Bauerfeld.

Die Eltern sollen das katholische Gymnasium bereits in der vorigen Woche über den Missbrauch informiert haben. Daraufhin habe das Generalvikariat den Mann zur Rede gestellt. Er habe die sexuellen Übergriffe eingeräumt. Was genau dem Lehrer vorgeworfen wird, ist nicht bekannt.

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Von Nazis beschlagnahmter Picasso für 45 Millionen Dollar versteigert

Zu dem Porträt „Femme assise, robe bleue“ wurde Pablo Picasso von seiner Muse inspiriert © Jewel Samad/AFP
Das Werk „Femme assise, robe bleue“ von Pablo Picasso wurde von Nationalsozialisten beschlagnahmt und von französischen Widerstandskämpfern zurückgeholt. Bei einer Auktion in New York erzielte es nun einen schwindelerregenden Preis.

stern.de

Die Werke von Pablo Picasso sind immer noch begehrt. Rund 50.000 Gemälde, Zeichnungen und Plastiken schuf der spanische Maler in seiner Lebenszeit. Seitdem gehen seine Motive um die Welt und werden in Auktionshäusern für hohe Beträge versteigert.

In New York bot nun das renommierte Haus Christie’s ein Picasso-Gemälde an, dass für 45 Millionen US-Doller den Besitzer wechselte.

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Veganismus: Denk auch an die Tiere

Kaninchen im Stall: Warum sollten sie den Menschen nicht gleichgestellt sein? (Bild: Christian Beutler / NZZ Fotografen-Team)
Die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier ist willkürlich gezogen. Veganer sind keine Moralapostel, sondern Kritiker dieses Hierarchiedenkens.

Von Björn Hayer | Neue Zürcher Zeitung

Wer die besseren Menschen sind, entscheidet sich derzeit auf dem Teller. Das jedenfalls suggerieren die zugespitzten Kontroversen um Fleischesser und Veganer in den Feuilletons. Damiano Cantone hat jüngst in diesen Spalten die Veganer als Menschen kritisiert, die sich erhaben fühlten und anderen ihren Lebensstil aufzwingen wollten. Aber haben es die Veganer tatsächlich darauf abgesehen, eine moralische Überlegenheit gegenüber den vermeintlich unverantwortlich handelnden Karnivoren zu beanspruchen?

Schon diese Grundannahme geht am Kern der Auseinandersetzung vorbei. Wer sich zu einer ausschliesslich pflanzlichen Ernährung durchringt, dem geht es weniger um eine moralische Anerkennung innerhalb der Spezies Mensch als vielmehr um die körperliche und seelische Unversehrtheit des Tieres.

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Islam-Prediger will Christen-Jubel verbieten

Bild: Reuters
Ein muslimischer Geistlicher, dem 17 Millionen User auf Twitter folgen, möchte von der FIFA „Christen-Jubel“ nach einem Tor verbieten lassen

kath.net

Mohammed Alarefe, Professor für Religion an der König-Saud-Universität in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad, hat die Fifa aufgefordert, christliche Spieler von religiösen Torjubeln abzuhalten. Dies berichtet die BILD.

Alarefe, dem auf Twitter über 17 Mio Follower folgent, schreibt wörtlich: „Ich habe Videos von Athleten, von Fußballspielern gesehen, die erst rennen, dann schießen und wenn sie gewinnen, formen sie ein Kreuz auf ihrer Brust. Meine Frage ist, ob die Fifa-Regularien das verbieten.“ Im Fußball gibt es immer wieder religiöse Diskussionen. Zuletzt wurde Real Madrid kritisiert, weil der Verein auf Rücksichtnahme auf Sponsoren das Kreuz aus dem Vereins-Wappen entfernt hatte.

Tonnenweise Plastik auf unbewohnter Insel

Ähnlich vermüllt wie hier am Strand von Hawaii sieht es auch auf der unbewohnten Insel Henderson Island im Pazifik aus. © NOAA Marine Debris Program
Müllberge im Inselparadies: Selbst die entlegensten Strände bleiben von der Verschmutzung durch Plastikmüll nicht verschont. Fast 4.500 Plastikteile fanden Forscher auf nur einem Quadratmeter Strand der abgelegenen und unbewohnten Pazifikinsel Henderson Island. Ihre ausführliche Analyse der verschiedenen Müllteile soll dabei helfen, die Verteilung und die Quellen des Plastikmülls besser zu verstehen – und die Augen für den Ernst der Lage öffnen.

scinexx

Lange Zeit galt die Devise, der Mensch müsse sich von den letzten unbefleckten Inseln der Erde einfach fernhalten, um die Unberührtheit dieser isolierten Naturparadiese zu erhalten. Doch das ist längst überholt: Plastikmüll gelangt über den Seeweg an jeden noch so weit entfernten Strand.

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Darf man als Christ AfD wählen, Frau Käßmann?

Wie rebellisch ist die evangelische Kirche 500 Jahre nach der Reformation? Wie politisch? Und mangelt es ihr an Spiritualität? Klartext zum Lutherjahr von Deutschlands streitbarster Theologin.

Interview von Annette Langer | SpON

Die evangelische Kirche feiert 500 Jahre Reformation und legt sich mächtig ins Zeug, um möglichst viele Menschen ins Boot zu holen. Im Mai stehen die Eröffnung der Weltausstellung in Wittenberg und der Kirchentag an, viele tausend Besucher werden erwartet.

Margot Käßmann ist Lutherbotschafterin und hat seit ihrem Rücktritt als Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nichts von ihrem politischen Elan und ihrer Streitbarkeit verloren.

Das Jubiläum dürfe keine deutschnationalistische Luther-Heldengedenkfeier wie 1817 und 1917 sein, sagt Käßmann, sondern müsse Menschen aus aller Welt zusammenbringen, „die in Wittenberg darüber diskutieren, wie reformatorisch wir heute sein wollen“.

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Vom Kern der Freiheit

Recht zum Protest: Aktivisten von Amnesty International, im Look der Freiheitsstatue, demonstrieren vor der US-Botschaft in London gegen Trump. (Foto: Nikla Halle’n/AFP)
„Warum halten Amerikaner Rechte für so wichtig?“, fragt Judith Shklar Mitte der Achtzigerjahre in einem der Aufsätze, die Hannes Bajohr jüngst unter dem Titel „Liberalismus der Rechte“ herausgegeben hat. Natürlich spielen Rechte in den meisten Denktraditionen eine bedeutende Rolle.

Von Isabell Trommer | Süddeutsche.de

Doch gerade für die politische Kultur der Vereinigten Staaten sind sie zentral, nicht nur historisch, denkt man etwa an die Bill of Rights, sondern auch in einer Gegenwart, in der Bürgerinnen und Bürger immer noch beharrlich um sie kämpfen und streiten, ob es nun um den Waffenbesitz, Religionsfreiheit, Minderheitenrechte oder um freie Meinungsäußerung geht. Auch wenn sich der politische Diskurs oft um die Idee einer starken Nation dreht, behalten individuelle Rechte gegenüber dem Gemeinwohl die Oberhand.

Shklar war seit je mit Theorien des Liberalismus befasst, wandte sich dem politischen Denken der Vereinigten Staaten aber erst spät zu. Zuvor hatte sie sich mit Philosophen wie Hegel, Montesquieu und Rousseau beschäftigt. In der englischsprachigen Welt wurde sie nicht zuletzt mit ihrem minimalistischen Konzept eines „Liberalismus der Furcht“ (1989) berühmt.

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BAMF prüft religiöse Überzeugung von Konvertiten, der Evangelischen Kirche geht das zu weit

„Wie hältst Du‘s mit der Religion?“ Dieser Gretchenfrage müssen sich muslimische Flüchtlinge stellen, die angeben, zum Christentum übergetreten zu sein. Vor allem Iraner, aber auch Afghanen wollen diesen Schritt gemacht haben, der von großer Bedeutung im Asylverfahren sein kann. Denn wer im Iran vom muslimischen Glauben abgefallen ist, wird dort hart bestraft.

Von Christoph Cuntz | Wiesbadener Kurier

„In ganz Deutschland treten muslimische Flüchtlinge zum christlichen Glauben über“, heißt es auf der Internet-Seite evangelisch.de. Und auf katholisch.de wird ein Pastor mit den Worten zitiert: „Es gibt unter Iranern einen Trend, sich taufen zu lassen, der sehr viel stärker ist als noch vor 15 Jahren.“ An den Motiven der Konvertiten hat das Internetportal der katholischen Kirche nur wenig Zweifel. Denn weiter heißt es: „Warum wechseln muslimische Flüchtlinge den Glauben? Als Christen steigen ihre Chancen auf Asyl“.

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Biohacker zwischen Gemeinwohl und Profit

Ausschnitt aus der Struktur von Humaninsulin, das als Zink-Komplex in spezialisierten Zellen der Bauchspeicheldrüse gespeichert wird. Bild: Bernd Schröder, nach Daten der Protein Data Bank
2015 gab es weltweit 415 Millionen an Diabetes erkrankte Menschen – Tendenz steigend. Betroffene ohne Zugang zu Insulin leiden unter den Komplikationen, die zu Blindheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Amputationen, Nerven- und Nierenschäden und schließlich zum Tod führen können.

Von Bernd Schröder | TELEPOLIS

Heute ermöglicht die Insulin-Therapie den Patienten, mit der Krankheit umzugehen und die nachteiligen Auswirkungen eines erhöhten Blutzuckerspiegel zu begrenzen. Die ersten Insulinpräparate wurden aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen gewonnen, sie sind dem Humaninsulin ähnlich. Heute wird Insulin biotechnisch hergestellt – es ist das erste mit Hilfe der Gentechnik gewonnene Medikament.

Doch es gibt ein Problem: Obwohl Insulin seit 1923 als Medikament auf dem Markt ist, ist bisher trotz der großen Nachfrage, gerade in den ärmeren Gegenden der Welt, kein generisches Pendant erhältlich. Auch in den USA ist die Substanz teuer. Von den heute 21 Millionen Diabetes-Patienten in den USA nehmen sechs Millionen Insulin. Die damit verbundenen monatlichen Auslagen unversicherter Patienten betragen zwischen 120 und 400 US-Dollar.

Die Investitionskosten für ein neues Medikament liegen heute jenseits der Marke von einer Milliarde US-Dollar. Diese Kosten dienen als Begründung für die oftmals obszönen Preise neuer Medikamente, die zunächst außerhalb der Reichweite vieler Patienten liegen. Nach dem Ablauf des Patents werden diese durch generischen Wettbewerb deutlich preiswerter – eine Regel, die nicht auf das erste Wundermedikament des 20. Jahrhunderts anwendbar scheint: Insulin.

Eine Schwierigkeit generischer Pharma-Unternehmen: Im Gegensatz zu anderen pharmazeutisch wichtigen Molekülen sind Insuline als Biopharmaka deutlich komplizierter gebaut und schwieriger zu kopieren, die Zulassungsverfahren gelten als aufwendig. Darüber hinaus wird die Erforschung von Verbesserungen an Designer-Insulinen durch die komplexe Natur der aktuellen Standardprotokolle für die Insulinsynthese erschwert. Außerdem patentieren Pharma-Unternehmen kleine Änderungen an früheren Insulinen und nehmen diese früheren Versionen gleichzeitig vom Markt, anstatt sie denjenigen preiswert zugänglich zu machen, für die die modernen Präparate unerschwinglich sind.

Der Preiszettel des Insulins macht dabei nur einen Teil der mit diagnostizierter Diabetes in den USA verbundenen Gesamtkosten aus, die für 2012 mit 245 Milliarden US-Dollar beziffert wurden.

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Hitlergrüße und Hakenkreuze: Bei einer Nazi-Gedenkfeier der katholischen Kirche

Bild: Christopher Glanzl VICE.com
Am Samstag haben in Österreich 10.000 Menschen am wahrscheinlich größten Neonazitreffen Europas teilgenommen – unter dem Deckmantel einer kirchlichen Prozession.

Von Paul Donnerbauer | VICE.com

„Sehr geehrte Wallfahrer und Bewahrer des Andenkens an die Opfer der Bleiburger Tragödie“ – so beginnt das auf Deutsch und Kroatisch verfasste Informationsblatt, das mir am Eingang zum Loibacher Friedhof von einem durchtrainierten Security in orangefarbener Warnweste in die Hand gedrückt wird. Es soll mich an die Einhaltung der österreichischen Gesetze erinnern.

Auch dieses Jahr finden sich wieder tausende Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, Kroatien, Österreich und anderen Teilen Europas in dem etwa drei Kilometer von Bleiburg entfernten Dorf an der österreich-slowenischen Grenze ein. Ihre Mission: Sie wollen den von Partisanen getöteten SS-Soldaten der Wehrmacht und der faschistischen Ustaša-Armee gedenken.

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Bildung von Wasserstoffbrücken beobachtet

Zwischen einem Propellan (rechts) und der mit Kohlenmonoxid funktionalisierten Spitze eines Rasterkraftmikroskops (links) bildet sich eine Wasserstoffbrücke aus. © Universität Basel, Departement Physik
Attraktive Annäherung: Verbindungen mit Wasserstoffatomen bilden oft Wasserstoffbrücken zu anderen Molekülen aus. Forschern ist es nun erstmals gelungen, die Entstehung dieser „lockeren“ Bindungen mithilfe eines Rasterkraftmikroskops experimentell an einem einzelnen Molekül zu untersuchen. In Zukunft könnte ihre Methode auch zur Identifizierung komplexer organischer Moleküle eingesetzt werden, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Science Advances“.

scinexx

Ohne Wasserstoffbrücken-Bindungen ginge auf der Erde gar nichts: Nicht nur, dass beim Kochen das Wasser viel zu früh verdampfen und sich das Salz kaum noch lösen würde. Fast alle wichtigen Biomoleküle ordnen ihre langen Proteinketten mit Hilfe der Wasserstoffbrücken zu einer ganz spezifischen dreidimensionalen Struktur. Selbst die Stränge unserer DNA halten dank dieser besonderen Bindungsform zusammen. Es ist eine Kraft, die buchstäblich das Leben zusammenhält.

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Lehrerin fügt sich der Dienstanweisung und nimmt ihr Kreuz ab

Das Kreuz mit den Religionen
Evangelische Lehrerin an einer staatlichen Schule in Berlin-Wedding hatte eine Dienstanweisung erhalten, kein Kreuz an ihrer Halskette zu tragen.

kath.net

Die evangelische Lehrerin an einer staatlichen Schule in Berlin-Wedding hatte eine Dienstanweisung erhalten, kein Kreuz an ihrer Halskette zu tragen. Nun folgt sie dieser Dienstanweisung und trägt das Kreuz nicht mehr. Die berichtete der „Tagesspiegel“. Auch auf die Möglichkeit, Einspruch einzulegen, hat die Lehrerin verzichtet. Der Fall war zuvor in der Öffentlichkeit breit diskutiert worden, kath.net hat berichtet. Die Schulverwaltung zeigte sich überzeugt, dass diese Dienstanweisung zu Recht an die Lehrerin ergangen sei. Denn das Kreuz sei auffällig groß gewesen und damit mehr als nur ein Schmuckstück am Hals der Lehrerin, so die Darstellung der Schulverwaltung. Lehrern, Justizbeamten und Polizeibeamten ist es gesetztlich untersagt, im Dienst religiöse Symbole zu zeigen oder auffällige religiöse Kleidungsstücke zu tragen. Dieses Gesetz ziele vor allem auf das muslimische Kopftuch bei Frauen, erläuterte der „Tagesspiegel“.

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‚Ndrangheta führt Flüchtlingsheim in Italien – Mafiöse Barmherzigkeit

Von der Mafia betreut? Auch Europas größtes Flüchtlingszentrum im sizilianischen Mineo befindet sich im Visier der italienischen…Foto: picture alliance / dpa
Ein Flüchtlingszentrum in Kalabrien befand sich praktisch vollständig in der Hand der ’Ndrangheta. Der Mafia-Clan zweigte mindestens 36 Millionen Euro in die eigenen Kassen ab.

Von Dominik Straub | DER TAGESSPIEGEL

Die gemeinnützigen Vereine und Kooperativen, die in Italien im Auftrag des Staates die Flüchtlingszentren führen, tragen meist wohlklingende und unverdächtige Namen. So auch im Fall des Aufnahme- und Asylzentrums im kalabresischen Isola di Capo Rizzuto bei Crotone: Die „Bruderschaft der Barmherzigkeit“ hatte sich vor Jahren den Auftrag gesichert, das mit rund 1500 Plätzen zweitgrößte Asylzentrum Italiens zu führen. Die Flüchtlingsbetreuung ist ein Millionengeschäft – allein in Form von Geldern der Europäischen Union (EU) sind zwischen 2006 und 2015 über 100 Millionen Euro in das Zentrum im äußersten Süden Kalabriens geflossen.

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PM: Embassy move will help peace by ‘shattering Palestinian fantasy’

Prime Minister Benjamin Netanyahu attends the weekly cabinet meeting at his office in Jerusalem on May 14, 2017. (AFP Photo/Pool/Abir Sultan)
Netanyahu claims relocation to Jerusalem would ‘correct historical wrong’ after Tillerson says US weighing whether move would advance peace process

By Times of Israel staff and AP

Prime Minister Benjamin Netanyahu on Sunday said moving the US Embassy to Jerusalem would boost peace efforts by impressing on the Palestinians the city is the capital of the Jewish state.

After US Secretary of State Rex Tillerson said earlier Sunday that the Trump administration was evaluating whether relocating the US mission to Jerusalem would help or harm the peace process, Netanyahu released a statement arguing the move would advance peace efforts.

“Israel’s position has been stated many times to the US government and to the world,” Netanyahu said. “Moving the US embassy to Jerusalem will not only not harm the peace process, it will advance it by correcting a historical wrong and by shattering the Palestinian fantasy that Jerusalem is not the capital of Israel.”

On Thursday, Netanyahu said that all foreign embassies in Israel should be located in Jerusalem, chief among them the American embassy.

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