Lutherischer Weltbund gibt Erklärung zum Völkermord in Namibia heraus


Die in Windhuk veröffentlichte Erklärung des Lutherischen Weltbundes (LWB) zum Völkermord in Namibia wird von vielen als Meilenstein gesehen. Deutsche Bischöfe würdigten das Papier als „historisch“. Auch die Kirchen in Namibia begrüßten den Text.

evangelisch.de

Mit Blick auf die deutschen Kolonialverbrechen Anfang des 20. Jahrhunderts in Namibia hat der Lutherische Weltbund (LWB) beide Völker zur weiteren Aufarbeitung aufgerufen. Schmerzhafte Erinnerungen müssten ausgesprochen werden, heißt es in einer am Montagabend in Windhuk veröffentlichten Erklärung der zwölften LWB-Vollversammlung: „Erst wenn die Wahrheit gesagt und Gerechtigkeit gesucht ist, kann tatsächliche Versöhnung über den Schmerzen der Vergangenheit stattfinden.“ Der rund 74 Millionen Christen repräsentierende Weltbund tagt noch bis Dienstagabend in der namibischen Hauptstadt.

In dem mit großer Mehrheit verabschiedeten Papier heißt es: „Das Schicksal der Herero, Nama und anderen Ureinwohnern unter deutscher Kolonialherrschaft am Anfang des 20. Jahrhunderts bereitet den Völkern Namibias und Deutschlands bis heute Schmerzen.“ Deutschland verhandelt zurzeit mit der Regierung Namibias über eine Aufarbeitung der Verbrechen.

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