Veganismus: Denk auch an die Tiere


Kaninchen im Stall: Warum sollten sie den Menschen nicht gleichgestellt sein? (Bild: Christian Beutler / NZZ Fotografen-Team)
Die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier ist willkürlich gezogen. Veganer sind keine Moralapostel, sondern Kritiker dieses Hierarchiedenkens.

Von Björn Hayer | Neue Zürcher Zeitung

Wer die besseren Menschen sind, entscheidet sich derzeit auf dem Teller. Das jedenfalls suggerieren die zugespitzten Kontroversen um Fleischesser und Veganer in den Feuilletons. Damiano Cantone hat jüngst in diesen Spalten die Veganer als Menschen kritisiert, die sich erhaben fühlten und anderen ihren Lebensstil aufzwingen wollten. Aber haben es die Veganer tatsächlich darauf abgesehen, eine moralische Überlegenheit gegenüber den vermeintlich unverantwortlich handelnden Karnivoren zu beanspruchen?

Schon diese Grundannahme geht am Kern der Auseinandersetzung vorbei. Wer sich zu einer ausschliesslich pflanzlichen Ernährung durchringt, dem geht es weniger um eine moralische Anerkennung innerhalb der Spezies Mensch als vielmehr um die körperliche und seelische Unversehrtheit des Tieres.

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