Religion hat in staatlichen Schulen nichts zu suchen


Im Berliner Wedding sorgte diese Woche eine Lehrerin für einen Eklat: Nachdem sie mehrere Jahre eine auffällige Kruzifixkette im Unterricht getragen hatte, erhielt sie vor einigen Wochen eine Abmahnung der Schulverwaltung. Die Kette verstieß nach Auffassung der Schule gegen das Gesetz zu (religiöser) Neutralität in Klassenzimmern. 

Von Anna Christin Koch | ze.tt

Die Lehrerin entschied sich daraufhin für die aus ihrer Sicht wohl einzig vernünftige Alternative: Sie tauschte ihr Kruzifix gegen das Ichthys-Symbol. Auf ihr religiöses Bekenntnis in Schmuckform verzichten? Für sie scheinbar keine Option.

Viele mögen jetzt fragen, was so schlimm daran ist, ein Kruzifix zu tragen. Darf die Lehrerin sich nicht zu ihrer Religion bekennen? Ist das Kruzifix denn eine Gefahr für Schüler*innen? Kann man die arme Frau nicht einfach in Ruhe ihren Schmuck tragen lassen? Na ja, so einfach ist das eben nicht.

Säkularisierung fetzt

Der deutsche Staat ist ein säkularisierter Staat. Das bedeutet – sehr vereinfacht ausgedrückt – wir versuchen, religiöse Ansichten so gut es geht aus unseren staatlichen Prozessen und Institutionen rauszuhalten. Das klappt nicht immer, wie man zum Beispiel an der Position der Kanzlerin zur Ehe für alle erkennen kann. Grundsätzlich bemüht man sich aber um eine Trennung zwischen religiöser und weltlicher Weltanschauung.

[Außerdem bei ze.tt: Pfarrer verweigern Homosexuellen den Segen]

Wäre dem nicht so, hätten wir einen christlichen Gottesstaat, in dem Kardinäle oder Pfarrer darüber entscheiden dürften, ob Scheidungen legal, Religionsunterricht Pflicht und Miniröcke verboten sind. Wie das im schlimmsten Fall aussehen könnte, beweist aktuell übrigens eindrucksvoll die Serie The Handmaids Tale nach dem Roman von Margaret Atwood.

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