Fessenheim: Das Dorf, das Europa erpresst


AKW Fessenheim. Foto: Florival fr / CC BY-SA 3.0
Da von Macron nicht zu erwarten ist, das gefährliche AKW Fessenheim stillzulegen, muss die Bundesregierung handeln – Ein Kommentar

Von Detlef zum Winkel | TELEPOLIS

Nach der erfreulichen Wahl von Emmanuel Macron diskutiert die Öffentlichkeit auf beiden Seiten des Rheins eifrig über einen Beitrag, den die Bundesrepublik leisten könne und müsse, um den neuen Präsidenten vor einem Scheitern zu bewahren. Denn das würde Marine Le Pen und ihrem Front National noch mehr Auftrieb verschaffen.

Von Europas letzter Chance ist die Rede, die man auf keinen Fall verstreichen lassen dürfe. Sollen die Deutschen mehr investieren, mehr konsumieren, weniger exportieren? Brauchen wir ein Eurobudget, einen Euro-Finanzminister und Eurobonds? Wie kann eine nachhaltige Zusammenarbeit aussehen? Es empfiehlt sich ein Blick auf die Grenzregion, das gute alte Elsass. Angesichts seiner konfliktreichen Geschichte, die in ein gutnachbarliches Verhältnis mündete, sollte es eigentlich ein europäisches Musterländle sein. Ist es aber nicht.

In den beiden rheinischen Départements bekam der proeuropäische Macron nur 61% der Stimmen im zweiten Wahlgang, während es Marine Le Pen auf überdurchschnittliche 39% brachte. Im Haute-Rhin war der Abstand mit 59% zu 41% noch etwas geringer. Während Macrons Bewegung En Marche in Städten wie Straßburg, Colmar, Mulhouse sensationell gut abschnitt, triumphierte Le Pen auf dem Land, in kleinen Kommunen und in den Vogesen.

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