Mond um drittgrößten Zwergplanet entdeckt

In diesen beiden Aufnahmen des Hubble-Telekops ist der Mond von 2007 OR10 als schwacher Lichtpunkt zu sehen, der seine Position wechselt. © NASA, ESA, C. Kiss (Konkoly Observatory), and J. Stansberry (STScI)
Zwerg mit Begleiter: Auch der drittgrößte Zwergplanet im Sonnensystem hat einen eigenen Mond. Beobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop enthüllen einen knapp 400 Kilometer großen Trabanten, der den 1.500 Kilometer großen Zwergplaneten 2007 OR10 umkreist. Spannend ist dies deshalb, weil damit fast alle bekannten „Zwerge“ im Kuipergürtel einen Mond besitzen. Dies liefert wertvolle Einblicke in ihre Vergangenheit.

scinexx

Monde sind bei Planeten nichts Ungewöhnliches, bei Asteroiden dagegen schon: Nur selten sichten Astronomen Brocken mit eigenen Trabanten im Asteroidengürtel oder beim Vorbeiflug an der Erde. Einer der Gründe: Diese Asteroiden fliegen oft zu schnell, um einen anderen Brocken bei einer nahen Begegnung einfangen zu können. Stattdessen kommt es oft zu einer Kollision.

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Religiöse Symbole und Dröges kognitive Dissonanzen

Das Kreuz mit den Religionen
Eine Berliner Lehrerin musste ihre Kette mit dem Kreuz ablegen. Auch der Fisch, Symbol der Urchristen, ist verboten. Der evangelische Bischof Markus Dröge plädiert für Toleranz – gegenüber Christen und Muslimen.

Von Alexander Triesch | DIE WELT

Die Diskussion um das Neutralitätsgesetz in Berlin geht weiter. Nachdem eine Lehrerin nicht mit einem sichtbaren Kreuz um den Hals unterrichten durfte, erschien sie wenig später mit einem Fisch-Anhänger in der Schule – den sie ebenfalls ablegen musste. Seit 2005 gilt in Berlin: Keine religiösen Symbole in Bildungseinrichtungen. Die Berliner SPD will weiter am bestehenden Gesetz festhalten. Jetzt schaltet sich Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, ein.

DIE WELT: Herr Dröge, in einer Berliner Schule hat man einer evangelischen Lehrerin untersagt, ein Schmuckstück mit einem Kreuz zu tragen. Können Sie das nachvollziehen?

Markus Dröge: Nein, dafür habe ich kein Verständnis. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die religiöse Überzeugung öffentlich ausgelebt werden darf. Das garantiert uns die Religionsfreiheit.

DIE WELT: Der Berliner Senat hat da offenbar eine andere Auffassung als Sie.

Dröge: Das Bundesverfassungsgericht hat 2015 – damals ging es speziell um das Kopftuch – entschieden, dass das Tragen solcher Symbole nicht generell verboten werden kann, sondern nur, falls der Schulfrieden dadurch konkret in Gefahr ist. Hier in Berlin sieht es allerdings anders aus. Mit dem sogenannten Neutralitätsgesetz hat das Land entschieden, grundsätzlich alle religiösen Zeichen in den Klassenräumen zu verbieten. Für mich ist das nicht im Geiste des Grundgesetzes.

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Belgien: Wallonie beschließt Schächtverbot

Symbolbild: Schächten im Schlachthof © flickr, CC 2., dierk schaefer.
In der belgischen Wallonie gilt ab 2018 ein Schächtverbot. Trotz Kritik der verschiedenen Religionsgemeinschaften wurde dies beschlossen.

IslamiQ

Das wallonische Parlament in Belgien hat am Mittwochabend ein Schächtverbot ab Juni 2018 beschlossen. Für Religionsgemeinschaften soll es bis zum 1. September 2019 noch eine Ausnahme geben, berichteten belgische Medien. Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche hatten in einer gemeinsamen Erklärung auf die Religionsfreiheit verwiesen. Sie schätzten soziale Sensibilität für den Tierschutz, verwiesen aber gleichzeitig auf die Traditionen und Vorschriften in Islam und Judentum.

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Gilbert & George: „Religion nimmt uns die Freiheit“

Die britischen Künstler Gilbert Prousch (l) und George Passmore vom Künstlerduos Gilbert & George stehen in Berlin in der St.-Matthäus-Kirche. ©dpa
Sie sind für ihre provokanten Aktionen bekannt. Jetzt stellen Gilbert & George, das britische Künstlerpaar, erstmals in einer Kirche aus. Es geht um Religion, Fundamentalismus und Terrorgefahr.

Sächsische Zeitung

„Luther und die Avantgarde“ – im Rahmen dieses ambitionierten Projekts stellt das britische Künstlerduo Gilbert & George (73 und 75) Bilder aus seiner „Sündenbock“-Serie in der Berliner Matthäus-Kirche aus. Das ist brisant. Denn die beiden sind für ihre harsche Kritik an Kirche und Religion bekannt. Nada Weigelt von der Deutschen Presse-Agentur erzählen sie, wie es dazu kam.

Pfarrer Neubert, der Hausherr der Kirche, der Sie mit eingeladen hat. Stimmt das?

Gilbert: Das denkt er!

George: Nein, das ist richtig. Wir sind moralische Künstler. Wir glauben an Gut und Böse. Wir glauben nur nicht an Gott. Alle Götter sind von Menschen erfunden, nichts weiter.

Sie greifen immer wieder die Kirche an …

George: … nur ihre kriminellen Seiten. Die Kirche war sehr, sehr langsam bei der Abschaffung der Sklaverei, sie war sehr langsam bei der Abschaffung der Todesstrafe. Und sie ist hintendran, was sexuelle Rechte, Homosexualität, Schwulenehe und Scheidung angeht. Die Kirche hält den Fortschritt auf.

Trotzdem bespielen Sie jetzt eine Kirche. Warum?

Gilbert: Wir wurden von der Stiftung für Kunst und Kultur in Bonn eingeladen. Wir sind bloß der Einladung gefolgt.

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Von der Zukunft der Bauroboter mit 3D-Druckern

Der Bauroboter der MIT-Wissenschaftler. Bild: Steven Keating, Julian Leland, Levi Cai, and Neri Oxman/Mediated Matter Group
Ein von MIT-Wissenschaftlern entwickelter Prototyp setzt in Größe und Geschwindigkeit Maßstäbe, neben dem Entwurf und dem Bau von Gebäuden soll auch deren Bewohnen revolutioniert wird

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wie schnell autonome Fahrzeuge menschliche Fahrer ersetzen und arbeitslos machen, ist schwer abzusehen. Neben technischen Problemen und solchen der Infrastruktur müssen dazu vor allem juristische Fragen geklärt werden. Noch zögern die Gesetzgeber in den westlichen Ländern, autonome Fahrzeuge ohne einen Fahrer auf die Straßen zu lassen, der bei Bedarf eingreifen muss und dafür die Verantwortung trägt.

Schneller könnte es womöglich hingegen in anderen personalintensiven Bereichen wie etwa dem Bau gehen. Deutlich wird, dass die Robotik große Fortschritte gemacht hat, mit großen 3D-Druckern architektonische Raumstrukturen zu bauen. Gerade bei gleichförmigen Bauwerken, die aus vorgefertigten Materialien oder Elementen aufgebaut werden, vergrößern sich die Einsatzmöglichkeiten für automatische Bausysteme oder Architekturroboter. Dazu kommt, dass die Baubranche gewaltige Umsätze macht, man geht jährlich von 8,5 Billionen US-Dollar aus, ganze Volkswirtschaften hängen am fortgesetzten Bauboom. Doch die Technik ist noch oft alt, langsam, teuer und arbeitsintensiv. Robotik-Befürworter argumentieren auch hier damit, dass viele Arbeiter bei ihrer oft gefährlichen Tätigkeit verunglücken und sterben oder verletzt werden.

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Bundestag verabschiedet Gesetz für konsequentere Abschiebungen

Bild: bb
Leichtere Abschiebehaft für Gefährder – Mobiltelefone sollen Auskunft über Identität liefern

derStandard.at

Abgelehnte Asylbewerber sollen künftig schneller und konsequenter aus Deutschland abgeschoben werden. Der Bundestag verabschiedete dazu am Donnerstagabend ein Gesetzespaket „zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht“. Als gefährlich eingestufte Asylbewerber können mit dem neuen Gesetz zudem leichter in Abschiebehaft genommen werden. Abschiebehaft wird künftig auch möglich, wenn nicht gesichert ist, dass die Abschiebung innerhalb von drei Monaten vollzogen werden kann. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) soll Handys, Tablets und Laptops auswerten können, um von Asylbewerbern ohne Ausweis ihre Identität festzustellen.

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Anleitung für eine richtige Leitkultur

Braucht es eine Leitkultur? Ja, aber nicht wie Thomas de Maizière sie skizziert. (Foto: Jessy Asmus)
Innenminister de Maizière erklärt, was ihm zufolge in Deutschland wirklich zählt. Doch sowohl er als auch seine Kritiker liegen falsch. Wir brauchen eine Leitkultur. Aber nicht diese.

Analyse von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

In jeder Demokratie werden Minderheiten gezwungen, unter Bedingungen zu leben, die eine von der Mehrheit gewählte Regierung ihnen zumutet. Seit der Einführung der Agenda 2010 etwa müssen etliche Bürgerinnen und Bürger mit weniger Geld vom Staat auskommen als zuvor – was für viele eine extreme Belastung war und ist. Im Prinzip ist es also üblich, dass eine Mehrheit in einer demokratischen Gesellschaft über das Leben von Minderheiten mitbestimmt.

Besonders heikel wird dies aber, wenn die betroffenen Mehrheiten und Minderheiten sich durch Sprache, Glaubensvorstellungen oder wichtige Traditionen unterscheiden – Merkmale, die mit einer Gruppenidentität zusammenhängen. Deshalb wird über den Begriff „Leitkultur“ und die Vorstellung, was er bedeuten soll, so leidenschaftlich gestritten.

Viele halten schon den Versuch für überheblich festzulegen, welche Werte und Normen rechtfertigen sollen, dass eine Kultur Vorrang vor allen anderen hat. Andere erklären einfach die eigenen Werte zu denen der Leitkultur. Das Niveau, auf dem die Debatte verläuft, lässt viel zu wünschen übrig – sowohl bei den konservativen Anhängern einer Leitkultur als auch auf der Seite der Kritiker, die meist dem liberalen oder linken Spektrum angehören.

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Die Antarktis wird grüner

Das Grün nimmt zu: Blick über das der antarktischen Halbsinel vorgelagerte Green Island © Matt Amesbury
Grün statt weiß: Die Küsten der Antarktis könnten in Zukunft völlig anders aussehen als heute. Denn im Zuge des Klimawandels erobern die Pflanzen allmählich den eisigen Kontinent. Schon jetzt hat wachsen die Moose auf der antarktischen Halbinsel fünffach schneller als noch vor 50 Jahren, wie Forscher in Fachmagazin „Current Biology“ berichten. Sie darin ein Indiz für einen fundamentalen Wandel dieser Region.

scinexx

Die Antarktis ist einer der lebensfeindlichsten Kontinente der Erde. Fast komplett von Eis bedeckt, bleibt zumindest für Tiere und Pflanzen kaum Platz. Nur an den Küsten können sich Lebewesen überhaupt halten. Kein Wunder daher, dass nur rund 0,3 Prozent der Landfläche der Antarktis bewachsen sind – meist von kältetoleranten Moosen und Flechten. Sie verteilen sich in einzelnen Flecken vor allem entlang der westantarktischen Halbinsel.

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Ankara statt Moskau: Trumps Ex-Sicherheitsberater arbeitete im Dienste der türkischen Regierung

Michael Flynn im OKtober 2016 im Wahlkampfteam und als türkischer Agent. Bild: Gage Skidmore/CC BY-SA-2.0
Michael Flynn war verantwortlich, dass wegen der Beteiligung der kurdischen Verbände die geplante Raqqa-Offensive für Monate auf Eis lag

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Gestern hat das US-Justizministerium den ehemaligen FBI-Direktor Mueller als Sonderermittler eingesetzt, um mögliche Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam mit Russland und russische Versuche, die Wahl zu beeinflussen, zu untersuchen. Einen Tag zuvor war bekannt geworden, dass Trump im Februar den gefeuerten FBI-Direktor Comey unter Druck gesetzt hatte, keine Ermittlungen gegen seinen Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn aufzunehmen. Den Ex-General hatte Trump kurz zuvor entlassen müssen, weil bekannt wurde, dass er US-Vizepräsident Pence gegenüber verschwiegen hatte, mit dem russischen Botschafter telefoniert und dabei über die Sanktionen gesprochen zu haben.

Mit Flynn hatte sich Donald Trump wissentlich oder unwissentlich tatsächlich einen intriganten Militär ins Nest geholt. Der betrieb und betreibt eine Firma namens Flynn Intel Group. Bekannt ist, dass Flynn für eine Rede auf einem Galadinner von RT 33.000 US-Dollar erhielt und hier neben dem russischen Präsidenten Wladimir Putin saß. Als Ex-Offizier hätte er zuvor eine Genehmigung für die Reise und die Gelder von einem ausländischen Staat einholen müssen, was er nicht gemacht haben soll.

Das ist freilich eine Lappalie gegenüber seinen Diensten für die türkische Regierung, für die er von Anfang August bis November 2016, als er längst schon als künftiger Sicherheitsberater auftrat, immerhin 530.000 US-Dollar einstrich. Nach Unterlagen, die Flynn erst Anfang März nach seiner Entlassung bei der Foreign Agent Registration Unit einreichte – eigentlich hätte er dies schon kurz nach Beginn des Vertrages machen müssen – sollte er für eine Verbesserung der Beziehungen mit der Türkei sorgen.

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Merkwürdige 0,0-Prozent-Ergebnisse – die AfD zählt nach

16 Mandate holte die AfD unter Spitzenkandidat Marcus Pretzell bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Die Frage ist, wie viele Kreuzchen ihr zum 17. Mandat fehlen. © Bernd Thissen/DPA
Wahlbetrug? Verwechselungen? Zufälle? Auf jeden Fall recherchiert die AfD in Nordrhein-Westfalen einzelne Stimmauszählungen – nicht ohne Grund.

Von Wigbert Löer, Finn Rütten | stern.de

Die AfD hat nach stern-Informationen im Landesverband Nordrhein-Westfalen mit einer systematischen Kontrolle zahlreicher Stimmauszählungen begonnen. Die Partei ist skeptisch, ob nach der Landtagswahl am vergangenen Sonntag in allen Wahllokalen die korrekte Stimmenzahl für die AfD er- oder übermittelt wurde.

Das Gefühl, das Wahlergebnis könnte nicht überall korrekt sein, entspringt erst einmal keiner Verschwörungstheorie. Es sind Meldungen wie diese aus Mönchengladbach, die die AfD alarmieren: In einem Wahllokal dort kam die Partei bei den Erststimmen auf 7,6 Prozent. Das entspricht in etwa dem landesweiten Schnitt. Bei den Zweitstimmen allerdings erhielt sie nach offiziellen Angaben 0,0 Prozent der Stimmen. Wie wahrscheinlich ist es, dass etliche Wähler dort der AfD ihre Erst-, nicht aber die für kleine Parteien wichtigere Zweitstimme gegeben haben?

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Osten hat Problem mit Rechtsextremismus – Auch im Osten trägt man Westen

Eine Demonstration von Neonazis © Tim @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Eine Studie der Bundesregierung zum Rechtsextremismus im Osten kommt zu erschreckenden Ergebnissen. Wissenschaftler aus Göttingen gehen zudem mit der Sachsen-CDU hart ins Gericht. Deren Generalsekretär spricht von pauschalen Vorwürfen.

MiGAZIN

Eine neue Studie im Auftrag der Bundesregierung attestiert einigen Regionen in Ostdeutschland ein großes Problem mit Rechtsextremismus. Zugleich sei Rechtsextremismus nicht ausschließlich ein Ost-West-Problem, sondern auch ein Zentrum-Peripherie-Problem, heißt es in der Untersuchung der Wissenschaftler um den Parteienforscher Franz Walter vom Göttinger Institut für Demokratieforschung, die am Donnerstag von der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), in Berlin vorgestellt wurde. Er werde aber befördert durch „Faktoren, die in Ostdeutschland stärker ausgeprägt sind“.

Für die Studie mit dem Titel „Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland – Ursachen, Hintergründe, regionale Kontextfaktoren“ hatten die Göttinger Wissenschaftler von Mai bis Dezember vergangenen Jahres die sächsischen Städte Freital und Heidenau sowie den Erfurter Stadtteil Herrenberg untersucht. Unter anderem führten sie 40 Einzelinterviews mit Bewohnern, Politikern und Akteuren vor Ort, besuchten Demonstrationen und Bürgerversammlungen und werteten bereits vorhandenes Datenmaterial aus.

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Hinweise auf rechtes Netzwerk an Bundeswehr-Uni

Der MAD prüft derzeit 284 Rechtsextremismus-Verdachtsfälle in der Bundeswehr, darunter sind elf Studenten. (Foto: picture alliance / dpa)
  • Studenten und Absolventen der Bundeswehr-Universität München in Neubiberg sollen nach SZ-Informationen Verbindungen zur rechtsextremen sogenannten Identitären Bewegung haben.
  • Der Militärische Abschirmdienst überprüft im Moment vier Studenten wegen des Verdachts auf Rechtsextremismus.
  • Es wird auch ermittelt, ob die Studenten Kontakt zum terrorverdächtigen Oberleutnant Franco A. oder zu seinem Komplizen hatten.

Von Martin Bernstein, Thomas Schmidt | Süddeutsche.de

Unter Studenten der Bundeswehr-Universität München besteht womöglich seit Jahren ein rechtsextremes Netzwerk. Recherchen der Süddeutschen Zeitung zufolge gibt es zahlreiche Verbindungen zwischen Studenten und Absolventen der in Neubiberg angesiedelten Universität und der rechtsextremen sogenannten Identitären Bewegung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Wie aus dem Verteidigungsausschuss des Bundestages verlautete, überprüft der Militärische Abschirmdienst (MAD) derzeit vier Studenten der Münchner Bundeswehr-Universität wegen des Verdachts auf Rechtsextremismus.

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Amtsenthebung von Trump? „Dann gibt es Krieg“

© dpa Trump-Anhänger: Was machen seine Fans, wenn er wirklich des Amtes enthoben würde?
Eine Amtsenthebung Donald Trumps scheint nicht mehr nur eine Wunschvorstellung linksliberaler Medien zu sein – doch viele seiner Fans wollen das nicht hinnehmen. Manche rufen sogar zur Gewalt auf, falls das „Establishment“ ihr Idol stürzen sollte.

Von Oliver Georgi | Frankfurter Allgemeine

Der Hass der amerikanischen Rechten auf die „korrupten Eliten“ war schon immer groß – aber jetzt, da Donald Trump immer mehr in Bedrängnis gerät und das Wort Amtsenthebungsverfahren immer häufiger fällt, kennt er endgültig kein Halten mehr. „Sie wollen Trump eliminieren – egal, was es das Land kostet“, hetzte der Verschwörungstheoretiker Paul Joseph Watson in dieser Woche in einem Video auf der rechtspopulistischen Internetseite „infowars.com“.

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Kirchentag: Von der Leyen will predigen

Ursula von der Leyen (2010). Bild: wikipedia.org. bearb.: bb
Die geplante Predigt von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei einem Friedensgottesdienst auf dem Kirchentag in Berlin stößt bei evangelischen Friedensaktivisten auf scharfe Kritik.

evangelisch.de

Eine gemeinsame Predigt der Ministerin mit dem evangelischen Militärbischof Sigurd Rink sei eine „nicht hinnehmbare Vermischung von geistlichem und weltlichem Amt, Auftrag und Mandat“, erklärte die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) am Donnerstag in Bonn. Die Veranstaltung der Militärseelsorge gebe alten Klischees vom Schulterschluss zwischen „Thron und Altar“ neue Nahrung, warnte der EAK-Vorsitzende Christoph Münchow in einem Schreiben an den Militärbischof.

„An sich ist das Amt des Schwertes recht und eine göttliche, nützliche Ordnung, und Gott will, dass sie nicht verachtet, sondern gefürchtet und geehrt wird und Gehorsam genießt. Anderenfalls soll es nicht ungerächt bleiben, wie der heilige Paulus Römer 13, 2 schreibt. Denn er hat eine doppelte Herrschaft unter den Menschen aufgerichtet: eine geistliche, durch das Wort und ohne Schwert, wodurch die Menschen fromm und gerecht werden sollen, so dass sie mit dieser Gerechtigkeit das ewige Leben erlangen. Solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Wort, das er den Predigern aufgetragen hat. Die andere Herrschaft ist weltlich durch das Schwert, damit diejenigen, die nicht durch das Wort fromm und gerecht für das ewige Leben werden wollen, dennoch durch diese weltliche Herrschaft gezwungen werden, fromm und gerecht zu sein vor der Welt. Und solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Schwert.“ Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526

Der Friedensgottesdienst der Militärseelsorge ist für Freitag nächster Woche geplant. Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 24. bis 28. Mai in Berlin und Wittenberg statt.

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Baden-Württemberg will Laienrichterinnen eine Kopfbedeckung erlauben

Themenbild
Baden-Württemberg will Laienrichterinnen eine Kopfbedeckung erlauben – weil die Grünen finden, die Schöffen sollten die „gesellschaftliche Vielfalt“ repräsentieren. Juristen halten den Kompromiss für faul.

Von Hannelore Crolly | DIE WELT

So bunt wie heute ging es noch nie zu in deutschen Landtagen. Die möglichen Farbkombinationen an Wahlabenden lassen regelrecht die Augen flimmern. Doch wenn man Farben zu wild mixt, kommt am Ende nur grau raus, der Farbton, von dem es Fifty Shades gibt, alle weder schwarz noch weiß, weder hü noch hott.

Das ist in vielen Schattierungen derzeit im grün-schwarz regierten Baden-Württemberg zu beobachten. Der Landtag debattiert beispielsweise ein Gesetz zum Kopftuchverbot in Gerichtssälen.

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Kirchen informieren Flüchtlinge über Fundamentalismus – Aberglaube gegen Aberglaube

Die Weltanschauungsbeauftragten der beiden großen Kirchen informieren Flüchtlinge mit Broschüren in deren Muttersprache über Religionsfreiheit und problematische religiöse Strömungen wie Islamismus und christlichen Fundamentalismus in Deutschland.

evangelisch.de

Geflüchtete Menschen wüssten meist wenig über die Rolle der Religionen in Deutschland, viele würden aber mit Einladungen von religiösen Gruppen konfrontiert, erklärten die Weltanschauungsbeauftragen der römisch-katholischen Kirche und der evangelischen Landeskirchen am Donnerstag in Berlin. Die leicht verständlichen Texte auf Arabisch, Paschto, Urdu, Farsi, Englisch, Französisch und Serbisch und in einfachem Deutsch sollen den Flüchtlingen helfen, sich zu orientieren. Informiert werde in den Texten, die im Internet heruntergeladen werden können, auch über die allgemeine religiöse Situation in Deutschland.

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Ozapft is – die neue Macht des Trojaners

Wenn Ermittler Smartphones durchsuchen, haben sie auch Zugriff auf privateste Daten, die dort gespeichert sind. (Foto: Kay Nietfeld/dpa)
Die Regierung will die Online-Durchsuchung deutlich ausweiten. Sie soll nun auch bei leichteren Delikten möglich sein, zum Beispiel Drogenbesitz.

Von Reiko Pinkert, Ronen Steinke | Süddeutsche.de

Die große Koalition plant, die Anwendung der sogenannten Online-Durchsuchung deutlich auszuweiten. Noch kurz vor Schluss des Gesetzgebungsverfahrens soll dies mithilfe eines Änderungsantrags zur geplanten Reform der Strafprozessordnung im Bundestag eingeschoben werden. Ende Juni könnte das Parlament dann beschließen, dass Online-Durchsuchungen künftig nicht nur für die Abwehr von Terroranschlägen oder anderen schweren Verbrechen erlaubt sind, sondern auch für die Verfolgung leichterer Delikte wie Hehlerei oder Drogenbesitz. Dies ergibt sich aus dem Entwurf, der der Süddeutschen Zeitung  vorliegt.

Die Online-Durchsuchung ist eine Methode, bei der Ermittler in Smartphones oder Computer eindringen, um dort die Daten von Verdächtigen auszuspähen. Als rechtsstaatlich heikel gilt dies erstens, weil eine virtuelle Durchsuchung, anders als eine herkömmliche Hausdurchsuchung, für Betroffene nicht erkennbar ist; erfolglose Spähaktionen werden also kaum je gerichtlich überprüft. Zweitens, weil heute oft privateste Daten auf Smartphones lagern.

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Australien: Diskussion um Beichtgeheimnis bei Missbrauch

Bild: Wiki Commons/Andreas Praefcke

Soll das Beichtgeheimnis absolut gelten, oder kann es eine Lockerung geben, wenn es darum geht, weitere Missbrauchsfälle zu verhindern? Mit dieser Frage haben sich die katholischen Bischöfe Australiens befasst.

kath.net

Die katholischen Bischöfe Australiens haben bei ihrem letzten Treffen die Bedeutung des Beichtgeheimnisses bei Missbrauchsfällen diskutiert. Der Vorschlag, deshalb beim Vatikan anzufragen, wurde abgelehnt.

Eine 2013 von der damaligen Generalgouverneurin Quentin Bryce eingesetzte königliche Kommission untersucht Kindesmissbrauch in australischen Institutionen wie Schulen, Sportvereinen und Kirchen. Sie soll analysieren, welche Systemfehler dafür verantwortlich waren, dass es zu den Missbrauchsfällen gekommen ist und Vorschläge zur Verbesserung vorlegen. Die Kommission hat bei mehreren Bischöfen angefragt, wie ein Priester reagiert, wenn er im Rahmen einer Beichte von einem Missbrauchsfall erfährt.

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„Die Simpsons“ bitten zum Gottesdienst

Die Simpsons und die Kirche – eine deutlich engere Beziehung als man denken mag (dpa)
Religion ist eine der liebsten Zielscheibe der „Simpsons“. Die Zeichentrickserie nimmt seit inzwischen 30 Jahren bevorzugt Gott und seine Welten aufs Korn, sagen zwei Freiburger Theologen. Zum Glück, denn Religion brauche Satire.

Von Samuel Dekempe | Deutschlandfunk

Seit über 30 Jahren laufen die Geschichten über Homer Simpson, seine Frau Marge und die Kinder Bart, Lisa und Maggie weltweit im Fernsehen. Inzwischen gibt es über 600 Folgen in 28 Staffeln und weitere sind geplant. Auch wenn es sich um Zeichentrick handelt – eine harmlose Kinderserie sind die Simpsons nicht. Vielmehr schuf der studierte Philosoph Matt Groening Ende der 80er-Jahre eine Satire des westlichen Lebensstils. Und auch Religion spielt in der Serie eine wichtige Rolle, wie die Freiburger Theologen Thomas Jürgasch und Johannes Heger erforscht haben:

„Das faszinierende ist, dass Religion dort nicht nur irgendwie oder randständig vorkommt. Sondern sogar eine Studie hat gezeigt: Religion ist mitunter das meistbespielte Thema bei den Simpsons. Und Religion kommt nicht nur so als Anlass, um mal irgendetwas zu machen, daraus vor, sondern wirklich in ihrer Vielgestalt, könnte man sagen. Religion wird also im einzelnen Leben der Menschen gezeigt und auf ganz, ganz unterschiedliche Weise. Religion wird aber auch in ihrer konfessionellen Verfasstheit gezeigt. Religion ist also quasi in ihrem Plural, wie sie auch im wahren Leben da ist, bei den Simpsons abgebildet“, erklärt Johannes Heger.

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It’s Not Just You: We ALL Have Seasonal Allergies Now

Image: MOTHERBOARD
Climate change and our microbiome are part of the reason we’re all miserable suddenly.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

This spring, for the first time in my 28 years on this Earth, I’ve suddenly developed seasonal allergies. Let me tell you, it goes far beyond the sniffles. Each person experiences allergies differently, but for me it’s a truly unpleasant blend of congestion, itchy throat, and a post-nasal drip (which is just as disgusting as it sounds).

Why have I suddenly been plagued with this suffering after nearly three decades of blissful, allergy-free existence? The answer is in part due to a familiar foe, climate change, and the fact that even a hearty microbiome can’t fully shield you from perennial hell.

We’ve known for awhile that climate change is making allergy season more severe for sufferers, but it may also have a secondary effect: converting ignorant non-sufferers like me into hacking, wheezing, phlegm-buckets like the rest of you.

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