Religiöse Symbole und Dröges kognitive Dissonanzen


Das Kreuz mit den Religionen
Eine Berliner Lehrerin musste ihre Kette mit dem Kreuz ablegen. Auch der Fisch, Symbol der Urchristen, ist verboten. Der evangelische Bischof Markus Dröge plädiert für Toleranz – gegenüber Christen und Muslimen.

Von Alexander Triesch | DIE WELT

Die Diskussion um das Neutralitätsgesetz in Berlin geht weiter. Nachdem eine Lehrerin nicht mit einem sichtbaren Kreuz um den Hals unterrichten durfte, erschien sie wenig später mit einem Fisch-Anhänger in der Schule – den sie ebenfalls ablegen musste. Seit 2005 gilt in Berlin: Keine religiösen Symbole in Bildungseinrichtungen. Die Berliner SPD will weiter am bestehenden Gesetz festhalten. Jetzt schaltet sich Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, ein.

DIE WELT: Herr Dröge, in einer Berliner Schule hat man einer evangelischen Lehrerin untersagt, ein Schmuckstück mit einem Kreuz zu tragen. Können Sie das nachvollziehen?

Markus Dröge: Nein, dafür habe ich kein Verständnis. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die religiöse Überzeugung öffentlich ausgelebt werden darf. Das garantiert uns die Religionsfreiheit.

DIE WELT: Der Berliner Senat hat da offenbar eine andere Auffassung als Sie.

Dröge: Das Bundesverfassungsgericht hat 2015 – damals ging es speziell um das Kopftuch – entschieden, dass das Tragen solcher Symbole nicht generell verboten werden kann, sondern nur, falls der Schulfrieden dadurch konkret in Gefahr ist. Hier in Berlin sieht es allerdings anders aus. Mit dem sogenannten Neutralitätsgesetz hat das Land entschieden, grundsätzlich alle religiösen Zeichen in den Klassenräumen zu verbieten. Für mich ist das nicht im Geiste des Grundgesetzes.

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