Schäuble kritisiert politisches Engagement der Kirchen

Wolfgang Schäuble 2014, Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0/ las photographer

In der Demokratie könne jeder seine eigene Meinung haben: „Das verstehen diejenigen oft nicht, die sich aus tiefer Glaubensüberzeugung äußern“, so Schäuble.

evangelisch.de

Kurz vor dem Evangelischen Kirchentag hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Kirche zu mehr Demut bei ihrem politischen Engagement ermahnt. „Die Kirche muss aufpassen, dass sie sich nicht nur im Mainstream der Political Correctness mit größter Betroffenheit engagiert“, sagte der Protestant Schäuble der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

„Dass sich die Kirche in die Fragen des menschlichen Lebens einmischt, dafür ist sie da, und das wird sie auf dem Kirchentag wieder tun“, fügte der Minister hinzu. „In weltlichen Fragen hat sie aber nicht das Monopol auf Wahrheit.“ In der Demokratie könne jeder seine eigene Meinung haben: „Das verstehen diejenigen oft nicht, die sich aus tiefer Glaubensüberzeugung äußern.“

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„Alternative Fakten“ für die Gläubigen

Januar 2016: Auf einem Wahlkampfauftritt von Donald Trump stimmen Studenten der evangelikalen Liberty University im US-Bundesstaat Virginia christliche Heilsgesänge an. (Foto: AFP)
Die unkritische Auslegung der Bibel hat weltweit Konjunktur, das wirkt sich auf Politik und Gesellschaft aus: Trump wird mit einem biblischen Führer verglichen, deutsche Protestanten setzen im Reformationsjahr auf Kitsch.

Von Martin Urban | Süddeutsche.de

Vor 500 Jahren sah Martin Luther als Ursache seiner chronischen Darmverstopfungen das Wirken des Teufels. Heute, so berichtete unlängst die ARD, lässt in einer evangelikalen Gemeinde in Johannesburg (Südafrika) der Pfarrer Sipho Mphakathi seine Gemeindemitglieder den WC-Reiniger von Domestos trinken, um auf diese Weise böse Geister auszutreiben.

„Böse Geister sind Realitäten“, sagt auch der deutsche Evangelikale Peter Wenz in Stuttgart, Pastor der ersten „Mega-Church“ in Deutschland nach amerikanischem Vorbild – und praktizierender Wunderheiler.

Archaische Vorstellungen haben Konjunktur. Und auch der unkritische Hinweis auf wörtlich genommene Bibeltexte beeinflusst zunehmend die Politik der Gegenwart. Es geht nicht nur um den innerkirchlichen Kampf etwa gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften im evangelischen Pfarrhaus, sondern auch gegen modernen Biologieunterricht, gegen Flüchtlinge – Letzteres ausgerechnet von „russlanddeutschen“ Evangelikalen -, oder die von Extremisten unter den Sektierern praktizierte angeblich gottgewollte Prügelstrafe für Kinder.

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Inderin schneidet Prediger nach Missbrauch Penis ab

Der selbsternannter Hindu-Guru sagte gegenüber der Polizei jedoch, er habe sich selbst kastriert.

Die Presse.com

Eine junge Inderin hat ihrem angeblichen langjährigen Vergewaltiger den Penis abgeschnitten. Der 54-jährige Hindu-Guru habe sie acht Jahre lang sexuell missbraucht, gab die 23-Jährige gegenüber der Polizei im Bundesstaat Kerala an.

Der selbsternannte Prediger war demnach immer wieder in das Haus der Familie gekommen, um Gebetszeremonien für den gelähmten Vater durchzuführen, so die Polizei. Als er am Freitagabend erneut versucht hatte, sie zu vergewaltigen, habe ihm die Frau mit einem Messer sein Geschlechtsteil größtenteils abgetrennt. Im Krankenhaus versuchten Ärzte vergeblich, den Penis wieder anzunähen. Die Polizei ermittelt gegen den 54-Jährigen. Den Beamten gegenüber sagte der Guru, er habe sich selbst kastriert.

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Jane Goodall: „Wer sehr arm ist, wird Bäume fällen“

foto: the jane goodall institute Ihre Forschungsergebnisse wurden wegweisend für die Wahrnehmung dieser Tiere. Sie beschrieb ihre Charaktere, ihre Emotionen, ihre Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen, und zeigte damit, wie ähnlich sie uns Menschen sind.
Die Verhaltensforscherin berichtet, wie man die Umwelt durch den Bau von Toiletten in Schulen und Bildung von Mädchen stärken kann

Interview Julia Schilly | derStandard.at

Mit 23 Jahren und ohne Universitätsabschluss in der Tasche zog Jane Goodall los, um Schimpansen im Gombe-Stream-Nationalpark im Westen Tansanias zu erforschen. Das Budget kam von dem Paläoanthropologen Louis Leakey, der auch die Arbeit von Dian Fossey mit Gorillas und Birutė Galdikas mit Orang-Utans unterstützte. „Zu der Zeit waren wir alle sehr naiv in dem Alter“, sagt die Britin. Dennoch konnte sie bald erste Erfolge vorweisen: Schon im ersten halben Jahr sammelte sie bahnbrechende Erkenntnisse. So beobachtete sie etwa, wie Schimpansen mit Ästen nach Termiten fischten und mit Steinen Nüsse knackten. Den Gebrauch von Werkzeugen trauten sich die Menschen bis dahin nur selbst zu. der STANDARD traf die 83-Jährige am Donnerstag vor ihrem Vortrag in der ausverkauften Expedithalle in der Ankerbrotfabrik.

STANDARD: Ihre Arbeit Anfang der 1960er-Jahre wurde von Kollegen als unkonventionell bewertet: Sie gaben den Schimpansen Namen anstatt Nummern und betrachteten sie als Individuen mit eigenständigen Persönlichkeiten. War diese Herangehensweise ohne die Scheuklappen der damaligen wissenschaftlichen Regeln ein Vorteil?

Goodall: Mein Mentor Louis Leakey war überzeugt, dass diese Denkweise nicht durch die wissenschaftlichen Theorien jener Zeit eingeschränkt war. Ich weiß nicht, wie sehr mich ein akademischer Grad verändert hätte.

STANDARD: Sie beobachteten Schimpansen etwa beim Gebrauch von Werkzeugen. Wie war die Reaktion anderer Wissenschafter?

Goodall: Mir wurde nicht geglaubt. Ich hatte ja noch keine wissenschaftlichen Referenzen. Mir wurde sogar vorgeworfen, dass ich den Affen beigebracht hätte, die Werkzeuge zu verwenden. Wie sollte man das komplett wilde Tiere lehren? Das wäre doch ein brillanter Erfolg gewesen. (lacht)

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„Es gehört viel Mut dazu, Gesicht zu zeigen“

Iris Gleicke (SPD) ist Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Foto: Bernd von Jutrczenka (dpa)
Die Ostbeauftragte der Bundesregierung über die neue Rechtsextremismus-Studie, die sie in Auftrag gegeben hat.

Von Markus Decker | Frankfurter Rundschau

Frau Gleicke, das Göttinger Institut für Demokratieforschung kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass Ostdeutschland ein größeres Problem mit Rechtsextremisten habe als Westdeutschland, warnt aber vor einem Generalverdacht. Teilen Sie die Einschätzung?
Ich finde die Ergebnisse sehr interessant, weil sie deutlich machen, dass es den Rechtsextremismus in Ostdeutschland eben nicht gibt. Es geht im Übrigen auch nicht um Stigmatisierung, sondern darum, Prozessen in bestimmten Regionen ein Stück weit nachzuspüren. Es gibt vielfältige, ganz unterschiedliche Gründe. Damit kann man weiter arbeiten. Die Antworten müssen vor Ort gefunden werden.

Man hat zuweilen den Eindruck, die Autoren wollten dem Osten nicht allzu wehtun, damit Sie nicht so viel Ärger kriegen wie 2016, als Sie erklärten, der Rechtsextremismus schade der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung.
Ich gehe davon aus, dass das Echo wie im vergangenen Jahr sehr geteilt sein wird. Die Ministerpräsidenten egal welcher Couleur haben mich damals alle beschimpft, auch die „Berliner Zeitung“ hat einen angeblichen ‚neuen Osthass‘ entdeckt. Dabei habe ich schon im vergangenen Jahr gesagt, dass Rechtsextremismus kein alleiniges Ost-Problem sei. Aber das Problem ist im Osten größer; die Zahlen sind da eindeutig. Deshalb ist es wichtig, sich das anzugucken und Handlungsempfehlungen zu geben.

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Landesjustizminister kritisieren Gesetz gegen Hass im Netz

Problematisch sei zum Beispiel, dass Nutzer, deren rechtmäßige Inhalte aufgrund des Gesetzes gelöscht würden, keine Möglichkeit hätten, dagegen vorzugehen.

evangelisch.de

Das geplante Gesetz gegen Hasskommentare im Internet stößt bei den Justizministern der Länder offenbar auf breite Kritik. Es gebe „seitens der Länder zahlreiche Bedenken und Änderungswünsche“, sagte der Vorsitzende der Justizministerkonferenz, der rheinland-pfälzische Ressortchef Herbert Mertin (FDP), den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Problematisch sei zum Beispiel, dass Nutzer, deren rechtmäßige Inhalte aufgrund des Gesetzes gelöscht würden, keine Möglichkeit hätten, dagegen vorzugehen.

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Laut „Spiegel“ mehr Waffen bei der Bundeswehr verschwunden

Symbolbild.
Bei der Bundeswehr sind nach einem „Spiegel“-Bericht in den vergangenen Jahren mehr Kriegswaffen verschwunden als bisher bekannt.

Frankfurter Rundschau

Nach Schießübungen der Truppe hätten im Jahr 2015 drei G36-Sturmgewehre, zwei G3-Gewehre und eine P8-Pistole gefehlt. Im folgenden Jahr seien zwei G36, eine P8 und drei Signalpistolen abhanden gekommen. Verschwundene Waffen bei der Bundeswehr waren zuletzt durch den Skandal um den terrorverdächtigen Oberleutnant Franco A. und dessen mutmaßlichen Komplizen in den Fokus gerückt.

Times of Israel: Bannon und Breitbart: Freunde Israels, keine Antisemiten

Adolf Eichmann + Steve Bannon = Zionists!?! Bild. dailykos.com
In seinem inspirierenden Buch “Worte, die schmerzen, Worte, die heilen,” schreibt Rabbi Joseph Telushkin: “Weil Worte eingesetzt werden können, um zerstörendes und unwiderrufliches Leid zuzufügen, geht die jüdische Lehre soweit, grausame Worte mit Mord zu vergleichen.”

Von Morton A. Klein | The Times of Israel/haOlam.de

Daher ist es schmerzlich, den bösartigen Rufmord und die falschen “Antisemitismus” Anschuldigungen mit anzusehen, die gegen den vom designierten Präsidenten Trump ernannten Stephen Bannon und gegen dessen Breitbart Medien geschleudert werden.

Der Pro-Israel Autor und leitende Redakteur von Breitbart Medien, Joel E. Pollak, bekämpfte dies, indem er schrieb, dass Bannon in Wahrheit “ein amerikanischer Patriot sei, der Israel verteidigt und tiefes Mitempfinden mit dem jüdischen Volk hat.” Pollak ist ein orthodoxer Jude. Würde ein orthodoxer Jude Bannon loben und ertragen, sechs Jahre mit ihm zusammenzuarbeiten, wenn Bannon ein häßlicher Judenhasser und Israelankläger wäre?

ZOAs eigene Erfahrungen und die Analyse von Breitbart Artikeln bestätigt Bannons und Breitbarts Freundschaft und faire Einstellung zum jüdischen Volk und zu Israel. Die Anklage gegen Bannon und Breitbart wegen Antisemitismus könnte direkt von Orwell stammen (Anm. in Orwells Roman “1984” wird die Realität von staatlicher Seite bekanntlich in ihr Gegenteil verkehrt, während die Lüge zur Realität erklärt wird).

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Mann wollte nackt den in Kölner Dom – Verhaftet

Themenbild
Die Domschweizer verwehrten am Donnerstag einem Mann im Adamskostüm den Eintritt in den Kölner Dom. Daraufhin stellte er sich mit erhobenen, gefalteten Händen und gut sichtbar direkt vor das Hauptportal des Doms.

kath.net

Die herbeigerufene Polizei verhaftete daraufhin den Mann, was er ohne Widerstand erlaubte. Mit Handschellen und einer übergezogenen Decke wurde er auf die Polizeiwache mitgenommen. Das berichteten die „Bild“ und weitere Medien.

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Willkommen in Riad

Die saudische Königsfamilie ist ein bekennender Befürworter des amerikanischen Präsidenten. Die Herrscher auf der Arabischen Halbinsel begrüßen Trumps harten Kurs gegen den Erzfeind Iran. Ein Besuch im Golfstaat soll klare Fakten schaffen.

Von Rainer Hermann, Klaus-Dieter Frankenberger | Frankfurter Allgemeine

Kaum ein anderes Land weinte dem scheidenden amerikanischen Präsidenten Barack Obama so wenige Tränen nach wie Saudi-Arabien, und kaum eine andere Region begrüßte den neuen Präsidenten Donald Trump mit so frenetischem Applaus wie die Herrscher auf der Arabischen Halbinsel. Was sie Obama vorwarfen, war schwerwiegend: Er habe das Gleichgewicht am Golf zerstört. Über Jahrzehnte standen auf der einen Seite Saudi-Arabien und Amerika und auf der anderen Iran. Unter Obama zogen sich die Vereinigten Staaten aber zurück. Iran sah sich nur noch Saudi-Arabien gegenüber, das sich indes der amerikanischen Rückendeckung nicht mehr sicher war und das seit Jahren ohne starke arabische Verbündete auskommen muss. Denn der Irak ging durch den Sturz Saddam Husseins an Iran verloren, und die Ägypter bekommen ihr Land nicht in Ordnung. Beide fallen als regionale Akteure also aus – es entstand ein Vakuum. Saudi-Arabien konnte nicht verhindern, dass Iran es füllt.

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Trump: ‚Wir beten Gott an, nicht den Staat’

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
Bei der akademischen Abschlussfeier der Liberty University forderte der US-Präsident die Absolventen auf, gängige Auffassungen zu hinterfragen und sich nicht mit den etablierten Systemen zufrieden zu geben.

kath.net

Bei der akademischen Abschlussfeier der evangelikalen Liberty University in Lynchburg (US-Bundesstaat Virginia) bekannte sich US-Präsident Donald Trump erneut zur Religionsfreiheit. „So lange ich euer Präsident bin, wird euch niemand daran hindern, euren Glauben zu praktizieren oder das zu sagen, was ihr in euren Herzen denkt“, sagte er wörtlich. Dies berichtet das Magazin The Atlantic.

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Grüne und Linke wollen Kreuz auf Kuppel verhindern

Die Bauarbeiten am Berliner Stadtschloss sind so weit gediehen, dass man die Kuppel bereits sieht. Die Kuppellaterne mit dem vergoldeten Kreuz fehlt allerdings noch Quelle: AFP/ Getty Images
Grüne und Linke fordern, die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses in einem Punkt zu ändern: Auf der Kuppel dürfe kein Kreuz errichtet werden. Sonst gefährde man die Neutralität des Bauwerks.

Von Lucas Wiegelmann | DIE WELT

Johannes Wien würde einen schlechten Missionar abgeben. Er ist ein Mann der Zahlen, einer, der Baupläne lesen kann. Kein Träumer, schon gar kein Frömmler. Wenn man mit Johannes Wien über Religion sprechen will, genauer gesagt, über christliche Symbole, dann antwortet er nicht sofort, sondern erhebt sich von seinem Schreibtisch, steckt den Kopf durch die Tür zum Vorzimmer und lässt sich von seiner Sekretärin lieber schnell mit einem seiner Experten verbinden. Christentum, nicht sein Spezialgebiet.

So viel Johannes Wien als Vorstand des Berliner Humboldt-Forums auch Tag für Tag gefragt wird, nach christlichen Symbolen erkundigt sich normalerweise niemand. Aber das ändert sich gerade.

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Molekulare Kondome machen Spermien unfähig für den letzten Kraftakt

Mit einem molekularen Kondom könnten Spermien nicht mehr in Eizellen eindringen Quelle: Getty Images/Dorling Kindersley
Zwei neue Wirkstoffe könnten herkömmliche Verhütungsmittel überflüssig machen. Pristimerin und Lupeol verhindern, dass die Spermien in die Eizellen eindringen. Aber es gibt ein Problem.

Von Pia Heinemann | DIE WELT

Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler, die Pille für den Mann marktfähig zu machen. Und seit Jahrzehnten versuchen sie auch, für Frauen ein Mittel zu finden, das die Befruchtung der Eizelle nach dem Sex verhindert. Doch obwohl erste Substanzen bereits in Tierversuchen erfolgsversprechend sind, hat es bisher noch kein Produkt auf den Markt geschafft. Offenbar ist es nicht so einfach, Spermien sicher und ohne Nebenwirkungen zu blockieren.

Nun weckt der Fund neuer Substanzen die Hoffnung auf eine Revolution der Verhütung.

Wissenschaftler aus den USA setzen nun auf molekulare Kondome. Dabei setzen sie vor allem auf zwei Stoffe. Der eine ist Lupeol, eine Substanz, die aus Kapernpflanzen, Mango und Birkenrinde gewonnen werden kann und in der Medizin auch als Mittel gegen viele verschiedene Erkrankungen erforscht wird.

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CHP: Ist Atatürks Partei am Ende?

Kemal Kılıçdaroğlu. Bild: Ziya Koseoglu/CC BY-SA-2.0
Die Republikanische Volkspartei CHP, gegründet von Mustafa Kemal Atatürk, steckt in einer tiefen Krise. Seit Jahren ist sie ziellos auf der Suche nach einem neuen Profil, schafft es aber kaum, der regierenden AKP etwas entgegenzusetzen. Statt ernstzunehmender Konzepte zur Lösung der Probleme des Landes setzt sie auf die alten kemalistischen Ideen, die in weiten Teilen längst anachronistisch geworden sind, und schwankt zwischen Fundamentalopposition und Appeasement.

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Parteichef Kemal Kilicdaroglu ist ein blasser Berufspolitiker, der außer populistischen Phrasen selten etwas zu bieten hat. Zwar war es ihm zeitweise gelungen, der CHP zu neuem Schwung zu verhelfen, nachdem er 2010 den Nationalisten Deniz Baykal abgelöst hatte – doch zu neuer Blüte konnte er die Partei nicht führen.

Und im letzten Jahr hat Kilicdaroglu einen Fehler an den anderen gereiht. Heute ist die Zukunft der CHP so unsicher wie nie zuvor. Die Immunität von Kilicdaroglu und mehreren CHP-Abgeordneten soll aufgehoben werden. Ihnen drohen – ebenso wie den Politikern der HDP – Strafverfahren und Gefängnis. Möglich ist das allein deshalb, weil die CHP vor rund einem Jahr, noch vor dem Putschversuch vom Juli 2016, einer Gesetzesänderung zugestimmt hatte, die die Immunitätsaufhebung erlaubt. Kilicdaroglu und seine Truppe müssen geglaubt haben, es würde sie nicht betreffen. Eine Entscheidung, die von Naivität geprägt war – wie so viele in jüngster Zeit.

Aber in AKP-Kreisen und regierungsnahen Medien wird schon seit einer ganzen Weile vom Ende der CHP geraunt. Nach Erdogans Säuberungslogik wäre der Schritt folgerichtig. Systematisch entledigt er sich seiner Gegner. Die Pressefreiheit ist abgeschafft, die Gewaltenteilung auch. Die Strukturen der Gülen-Bewegung sind weitgehend zerschlagen. Die Parteispitze, mehrere Parlamentarier und tausende Mitglieder der HDP sind in Haft, ebenso wie Politiker kleinerer oppositioneller und vor allem kurdischer Parteien. Der kurdische Südosten der Türkei steht unter Zwangsverwaltung, seit die gewählten Bürgermeister abgesetzt wurden.

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Lichtdoping: Blaues Licht verbessert Endspurt

Sportler während einer Behandlung mit blauem Licht. Diese gezielte Lichttherapie kann offenbar die abendlichen Leistungen verbessern. © Universität Basel
Schneller dank blauem Licht: Ein „Lichtdoping“ könnte Sportlern bei abendlichen Sportwettkämpfen bessere Leistungen ermöglichen – darauf deutet nun ein Experiment hin. Setzten sich Radfahrer vor einem Rennen eine Stunde lang blauem Licht aus, waren sie im Endspurt schneller als ohne diese Lichtdusche. Der Grund dafür: Das blaue Licht polt ihre innere Uhr trotz später Stunde wieder auf „wach“ um, wie die Forscher erklären.

scinexx

Unser natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus beeinflusst unseren Stoffwechsel, den Hormonhaushalt und auch die körperliche Leistungsfähigkeit. Doch genau das kann für Leistungssportler zum Problem werden: Viele Sportwettkämpfe finden am späten Abend während der der „Prime Time“ im Fernsehen statt. Weil ihr Körper zu diesem Zeitpunkt bereits auf Ruhe gepolt ist, können viele Athleten nicht mehr ihre volle Höchstleistung erzielen – dafür sorgt unter anderem das Schlafhormon Melatonin.

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Chef von „Blood and Honour“ war V-Mann

Foto: Laszlo Balogh (X00318)
Jetzt also doch: Der Verfassungsschutz räumt in einer geheimen Sitzung ein, dass der frühere Chef des militanten Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour“ jahrelang als V-Mann geführt wurde.

Von Andreas Förster | Frankfurter Rundschau

Am Donnerstag klang alles noch ganz anders. Da hatte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) im Abgeordnetenhaus noch eine mögliche V-Mann-Tätigkeit des früheren Deutschland-Chefs des militanten Neonazi-Netzwerkes „Blood and Honour“ (B&H), Stephan L., dementiert. „Nach jetzigem Kenntnisstand“ spreche nichts dafür, dass L. für die Berliner Polizei oder den Verfassungsschutz gearbeitet habe, sagte Geisel. Was der Innensenator offenbar nicht wusste: Bereits einen Tag zuvor hatte ein ranghoher Verfassungsschützer aus dem Kölner Bundesamt (BfV) im geheim tagenden Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages die brisante Spitzeltätigkeit von Stephan L. bestätigt.

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Gedächtniskirche, Garnisonskirche, Kreuz Humboldt-Forum – wann kommt der Kaiser

Berliner Dom, Bild: bb
Die Berliner Gedächtniskirche sollte nach Einschätzung von Experten nationales Kulturdenkmal werden. Die Kirche sei ein Mahnmal gegen den Krieg und ein Zeugnis der Architektur-Moderne, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, in Berlin. Die Bundeskulturpolitik habe sich bisher nicht ausreichend um das Gebäude gekümmert. Ein Beirat habe sich in den vergangenen zwei Jahren Gedanken über die Zukunft der Kirche gemacht.

EKD

Das wichtigste Ziel sei, dass sich die Gemeinde nicht mehr allein um den Erhalt des Gesamtensembles kümmern müsse, betonte Zimmermann. Sowohl der Bund als auch das Land Berlin und die Landeskirche müssten Verantwortung für die Kirche übernehmen. Das Thema „Erhalt der Gedächtniskirche“ solle möglichst im nächsten Koalitionsvertrag verankert werden, forderte der Geschäftsführer. Zimmermann ist Mitglied und Moderator im Beirat „Neues Nutzungskonzept“.

Sanierungen, Renovierungen und Baumaßnahmen

Die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren viele Sanierungsarbeiten finanziert, sagte Pfarrer Martin Germer. Weitere Maßnahmen seien dringend notwendig. So starte nach Pfingsten die mit rund 1,8 Millionen veranschlagte Sanierung des Podiums, auch der zurzeit eingerüstete Glockenturm müsse dringend renoviert werden.

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Julian Assange fordert bedingungslose Transparenz – aber nur von anderen

Julian Assange steht am Freitag auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London. (Foto: dpa)
Der Erfinder von Wikileaks stellt die Geheimnisse von Staaten ins Netz. Sich selbst und seine Motive aber hält er lieber versteckt. Damit schadet er der guten Sache, für die er eigentlich kämpft.

Kommentar von Nicolas Richter | Süddeutsche.de

Julian Assange ist keine Lichtgestalt, er ist eher ein Beleuchter. Er steht mit einem Theaterscheinwerfer auf dunkler Bühne, leuchtet die Ecken aus; das Publikum staunt über Peinliches und Ungeheuerliches. Assange selbst aber steht im Dunkeln: Das Licht geht von ihm aus, es fällt nicht auf ihn.

Vor einem Jahrzehnt hat er die Enthüllungsplattform Wikileaks erfunden, als moderne Waffe gegen Machtversessenheit und -missbrauch. Er selbst aber blieb oft unsichtbar, vor allem in den vergangenen Jahren: Die schwedische Justiz suchte ihn per Haftbefehl, um ihn zu Vergewaltigungsvorwürfen zu befragen; Assange aber entzog sich, indem er sich in der Londoner Botschaft Ecuadors Asyl gewähren ließ. Nun hat die Staatsanwaltschaft in Schweden die Ermittlungen vorerst eingestellt. Weder aber ist Assange frei, noch weiß die Öffentlichkeit besser als vorher, was sie von ihm zu halten hat.

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DITIB soll weltoffene Kräfte systematisch ausgrenzen

Bild: rbb|24
Es rumort beim Islamverband DITIB: Nachdem der Jugendvorstand geschlossen zurückgetreten ist, weitet sich die Affäre aus. Dokumente deuten darauf hin, dass weltoffene Kräfte innerhalb des Verbandes systematisch ausgegrenzt werden.

Von Torsten Mandalka | rbb|24

Angefangen hatte alles mit einem Facebook-Post. Ende vergangenen Jahres machte der BDMJ, der Bund der muslimischen Jugend – so heißt die Jugendorganisation der DITIB – einen Vorgang in der Berliner Sehitlik Moschee öffentlich. Ender Cetin, der Vorsitzende des Moscheevereins sollte nicht mehr zur Wiederwahl aufgestellt werden. Die Weisung sei vom zuständigen aus der Türkei entsandten Religions-Attaché ergangen.

Der geschasste Ender Cetin – der im öffentlichen Leben der Hauptstadt längst kein Unbekannter mehr ist – war offenbar in Ungnade gefallen, weil er einen zu offenen Dialog auch mit Vertretern der nicht-muslimischen Welt pflegte. In der deutschlandweit bekannten Moschee fanden unter seiner Ägide zahlreiche Veranstaltungen statt – auch zu politischen Themen: De-Radikalisierung, Integration, Frauenrolle im Islam und so weiter.

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Meet the Photographer Hunting for Extraterrestrial Dust on Paris Rooftops

Image: MOTHERBOARD
Jon Larsen has spent the eight years years hunting and photographing extraterrestrial dust in cities around the world—something NASA thought was impossible.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Every day, the Earth is showered with about 100 tons of cosmic dust, sub-millimeter mineral particles that have been floating around since before our solar system formed 4.6 billion years ago. They enter Earth’s atmosphere at speeds of at least 7 miles per second, and despite their small size, they account for most of the extraterrestrial material on Earth by weight.

Since the astronomer Fred Whipple coined the term ‚micrometeorite‚ in 1950, hundreds of samples of cosmic dust have been collected all over the world. All of these samples are collected at pristine sites far away from human activity, such as by drilling into the polar icecaps or using a magnetic sled to dredge the ocean floor. But last year Matthew Genge, a planetary scientist at Imperial College London, joined forces with Jon Larsen, a professional Norwegian musician moonlighting as an amateur scientist, who has been hunting and photographing micrometeorites for nearly a decade and recently found the first micrometeorite in an urban environment.

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