Willkommen in Riad


Die saudische Königsfamilie ist ein bekennender Befürworter des amerikanischen Präsidenten. Die Herrscher auf der Arabischen Halbinsel begrüßen Trumps harten Kurs gegen den Erzfeind Iran. Ein Besuch im Golfstaat soll klare Fakten schaffen.

Von Rainer Hermann, Klaus-Dieter Frankenberger | Frankfurter Allgemeine

Kaum ein anderes Land weinte dem scheidenden amerikanischen Präsidenten Barack Obama so wenige Tränen nach wie Saudi-Arabien, und kaum eine andere Region begrüßte den neuen Präsidenten Donald Trump mit so frenetischem Applaus wie die Herrscher auf der Arabischen Halbinsel. Was sie Obama vorwarfen, war schwerwiegend: Er habe das Gleichgewicht am Golf zerstört. Über Jahrzehnte standen auf der einen Seite Saudi-Arabien und Amerika und auf der anderen Iran. Unter Obama zogen sich die Vereinigten Staaten aber zurück. Iran sah sich nur noch Saudi-Arabien gegenüber, das sich indes der amerikanischen Rückendeckung nicht mehr sicher war und das seit Jahren ohne starke arabische Verbündete auskommen muss. Denn der Irak ging durch den Sturz Saddam Husseins an Iran verloren, und die Ägypter bekommen ihr Land nicht in Ordnung. Beide fallen als regionale Akteure also aus – es entstand ein Vakuum. Saudi-Arabien konnte nicht verhindern, dass Iran es füllt.

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