Auf ein Grab gründeten die Nachfolger Petri ihre Macht


Eine Rekonstruktion des antiken Petrus-Grabes. In der Erde im offenen Schacht sollen die sterblichen Überreste des Apostels verscharrt worden sein Quelle: Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Wie wurde aus dem Jünger Jesu der Bischof von Rom und das Oberhaupt der größten Glaubensgemeinschaft? Die unwahrscheinliche Karriere verdankt sich einem Grab, wie jetzt in Mannheim zu sehen ist.

Von Sven Felix Kellerhoff | DIE WELT

Der kleine Schacht ist nicht einmal einen halben Quadratmeter groß und kaum 50 Zentimeter tief. Dennoch ist die nicht ganz rechteckige Lücke das vielleicht „historisch bedeutendste Denkmal überhaupt“, urteilt Hugo Brandenburg, der Doyen der christlichen Archäologie, denn es wird durchgehend seit mindestens 1850 Jahren verehrt.

Eine originalgetreue Eins-zu-eins-Rekonstruktion dieser Nische ist der Auftakt zur großen Ausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“, die jetzt im Zeughaus der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen eröffnet. Denn bei der eher unscheinbaren Konstruktion, die um 160 n. Chr. am Rande des Mons Vaticanus oberhalb des westlichen Tiberufers in Rom errichtet wurde, handelt es sich um das Grabdenkmal für den Apostel Petrus. Also um den eigentlichen Ursprung des Papsttums und damit der christlichen Kirche.

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