Eva Menasse: „Für Juden ist es befremdlich, wie Porzellanelefanten behandelt zu werden“


Eva Menasse liefert hohe Literatur aus fein ätzendem Humor und herzerweichender Melancholie. (Foto: Ekko von Schwichow)
Die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse irritiert bis heute die Verkrampftheit der Deutschen, wenn es um jüdisches Leben geht. Ihre Herkunft will sie deshalb aber nicht verstecken.

Von Thorsten Schmitz | Süddeutsche.de

Sie hat das Manzini vorgeschlagen, mehr Westberlin geht nun wirklich nicht: Kellner in bodenlangen weißen Schürzen, soignierte Herren, geliftete Damen. Die Schriftstellerin Eva Menasse schätzt das behagliche Berliner Lokal. Sie mag aber vor allem auch dessen Ravioli: „Die schmecken jedes Mal besser“.

2005 hatte die gebürtige Wienerin Menasse, 47, einen Bestseller geschrieben, die packende, rührende jüdisch-katholische Familiensaga „Vienna“. Es war ihr erster Roman überhaupt. Seitdem liefert sie hohe Literatur aus fein ätzendem Humor, herzerweichender Melancholie, immer gepaart mit Empathie für ihre Protagonisten. Und immer geht es in ihren Geschichten um das, was sie am meisten interessiert: den Menschen und seine (vertrackten) Beziehungen. Jetzt erhält die Schwester des österreichischen Schriftstellers Robert Menasse den Hölderlin-Preis der hessischen Stadt Bad Homburg.

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