Wahabitenkönig gibt barhäuptiger Melania die Hand


Bild: Weißes Haus
Während Donald Trump auf Staatsbesuch in Saudi-Arabien weilt, kolportieren die New York Times, die Washington Post und CNN neue Gerüchte zur Russlandaffäre

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

In Saudi-Arabien ist der salafistische Wahabismus Staatsdoktrin. Er verbietet unter anderem, dass Männer fremden Frauen die Hand geben und regelt, dass Letztere nur in eine Abaja oder ein anderes Haar und Konturen verhüllendes Gewand gekleidet das Haus verlassen dürfen. Melania Trump, die Ehefrau des neuen US-Präsidenten, die ihn auf seinem Staatsbesuch begleitet, hat sich dafür in kein solches Gewand geworfen und auch kein Kopftuch aufgesetzt, als sie dem saudischen König gestern beim Empfang die Hand schüttelte.

Melania Trump war allerdings nicht die erste US-Präsidentengattin, die das wagte: 2015 hatte sich Michelle Obama, die Ehefrau von Trumps Vorgänger Barack Obama, ebenso barhäuptig gezeigt – was der heutige Präsident damals auf Twitter als unnötigen Affront kritisierte, der die USA einen ihrer Verbündeten kosten könne. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei ihrem Saudi-Arabien-Besuch am 30. April kein Kopftuch auf. Das ermunterte das arabische Satireportal Khasenews dazu, ihre Haare amateurhaft zu verpixeln und zu scherzen, man habe sie so im saudischen Fernsehen gezeigt. Ein Scherz, den die SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün für bare Münze nahm.

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