Die Proben des Chemikers Primo Levi


Noch immer beeindruckt die unzynische, ruhigklagende Wärme seines Erzählens: Primo Levi um 1980. (Foto: imago/Leemage)
Einige Texte des italienischen Holocaust-Überlebenden erscheinen erstmals auf Deutsch. Seine Genauigkeit ist einprägsam, es sind die Details, die man nicht mehr los wird.

Rezension von Gustav Seibt | Süddeutsche.de

Primo Levi starb 1987 in demselben Haus, in dem er 1919 zur Welt gekommen war und fast sein ganzes Leben gewohnt hatte: Turin, Corso Re Umberto 85. Er führte das unauffällige Leben eines Familienvaters und leitenden Angestellten.

Bis zum Schluss lebte er mit seiner Frau bei der eigenen Mutter, was in Italien nicht ungewöhnlich ist, und war als Chemiker in einer Lackfabrik tätig, zuletzt als technischer Direktor. Die Wohnung war eine Mitgift der Großmutter gewesen.

Die Levis waren eine bürgerliche Familie, Geschäftsleute, Ingenieure, gebildet und kulturinteressiert. Wenn der junge Primo Levi sich ein Buch wünschte, dann kaufte es ihm sein Vater umgehend.

weiterlesen