Von der Leyen schickt Militärgeheimdienst gegen wütenden Bundeswehroffizier


„Ein Tag mit Ursula von der Leyen“: Screenshot aus dem Bundeswehr-YouTube-Video
Seit ihrer Kritik an der „Führungsschwäche“ der Bundeswehr scheint es bei den Offizieren zu rumoren, von der Leyen ist unter Druck

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Bundesverteidigungsministerin von der Leyen hatte es gewagt, nach der Aufdeckung des unglaublichen Falls des rechten Oberleutnants Franco A. die Kultur der Bundeswehr zu rügen. Der Offizier hatte eine Masterarbeit aus rassistischer und rechtsextremistischer Gesinnung verfasst, durfte eine neue schreiben, hatte sich als syrischer Asylbewerber ausgegeben und wurde als solcher anerkannt. Er war Mitglied in einem rechten Netzwerk, das einen Terroranschlag geplant haben soll, blieb aber so lange von seinen Vorgesetzten gedeckt, bis er in Wien eine Waffe abholen wollte. Ermittelt wird gegen ihn derzeit auch wegen Waffendiebstähle in der Bundeswehr.

Kurz zuvor waren andere Missstände in der Bundeswehr hochgekocht, Misshandlungen, sexuelle Nötigungen und Mobbing sowie demütigende Aufnahmerituale bei der Ausbildung. Das war nicht neu, neu war nur, dass die Verteidigungsministerin der ansonsten schleppenden Aufklärung nicht mehr zuschauen, sondern ein Zeichen setzen wollte, indem sie den Kriminologen Christian Pfeiffer beauftragte, in einer Studie „sexuellen Übergriffen, Rohheitsdelikten und Mobbing in der Bundeswehr“ nachzugehen. Pfeiffer sprach bereits von einer „Mauer des Schweigens“.

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