Armut ist eine „Geisteshaltung“


Ben Carson (links) beim Amtsantritt. Bild: Weißes Haus. Bild: heise.de/tp
Trumps Bauminister, nur ein Multimillionär, verrät den „mindset“ des Reichenkabinetts in Washington

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das Kabinett des mutmaßlichen Milliardärs Donald Trump ist eines der reichsten, das jemals in der amerikanischen Geschichte über die Geschicke des Landes geherrscht hat (Trumps politische Freakshow). Milliardäre sind nicht unbedingt Menschenfreunde, auch wenn sie geerbt haben, konnten sie ihr Vermögen in der Regel nur halten oder mehren, indem sie ihre Interessen durchsetzen. Und sie werden wenig tun, für eine gerechtere, weniger ungleiche und nachhaltigere Gesellschaft und Welt zu sorgen.

Donald Trump hat schon klar gemacht, dass America First heißt, Deals zu machen, wobei es nicht darum geht, auf Umweltschutz oder Menschenrechte zu achten. So wird Entwicklungshilfe mehr oder weniger gestrichen, viele soziale Programme für die Armen sollen ebenso eingedampft werden wie die Krankenversicherung, dafür sollen Steuern für Reiche gesenkt und Schulen wie vieles andere privatisiert werden, während Waffenverkäufe an kriegsführende Länder wie Saudi-Arabien gefördert werden, das von einer islamistischen Monarchie regiert wird.

In Trumps Kabinett sind Frauen unterrepräsentiert, um es wohlmeinend zu sagen, auch die Vielfalt der amerikanischen Bevölkerung kommt zu kurz. Eine Ausnahme ist der schwarze Neurochirurg und gescheiterte Präsidentschaftskandidat Ben Carson, den Trump auf das Bauministerium abgeschoben hat. Eine Ausnahme ist er auch, weil er nur mehrfacher Millionär und von unten aufgestiegen ist. Zudem fiel der Sieben-Tage-Adventist durch verquere Ansichten auf. Dass Trump den Etat seines Ministeriums massiv um 6 Milliarden US-Dollar kürzen, etwa Wohngeld für Arme streichen will, stieß bei Carson auf keinen Widerstand.

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