Fußball und Kirche – Sinnstiftung und Heimat


Bild. Flyer Focke-Museum. Sreenshot:bb

Am Wochenende wird es voll in Berlin: Zu den Teilnehmern des Evangelischen Kirchentags kommen die Besucher des DFB-Pokalfinales hinzu. Das religiöse und das sportliche Großereignis verbindet mehr als man denkt.

Von Ulli Kulke | DIE WELT

Samstags, pünktlich um 18.00 Uhr, läuten in Deutschland von den Kirchtürmen die Glocken. Ein paar Minuten lang, als würden sie zum Gottesdienst rufen. Doch niemand kommt. Die große Massenbewegung, die zu jener Stunde quer durch die Republik einsetzt, hat ein anderes Ziel: hin zum Wohnzimmersofa, an den Fernseher.

Die „Sportschau“ fängt an, die Spiele der Fußball-Bundesliga vom Nachmittag werden geboten, und wer am Montag bei den Kollegen mitreden, dazugehören will, muss sie gesehen haben. Seit 1961, seit dem legendären Kommentator Ernst Huberty. Umso besser, wenn vergessliche Fußball-Fans von den Kirchtürmen aus pünktlich gemahnt werden zu ihrem wöchentlichen Ritual.

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