Saudiarabiens teures Gleichgewicht des Schreckens


Saudiarabiens Börse reagiert freundlich auf den Waffendeal mit den Amerikanern. Doch kann sich das Wahhabitenreich diese enormen Ausgaben überhaupt leisten?

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Hier freundlicher Optimismus, da Euphorie. Während in den USA die Aktien der Rüstungsindustrie sofort Höchstwerte erreichten, blieb am Golf erst einmal alles ruhig, als Trump und seine saudiarabischen Partner ihren auf 110 Mrd. $ bezifferten Waffenhandel unterzeichneten. Man freute sich zusammen mit den übrigen Golfmonarchien über den amerikanischen Goodwill, was auch in den Börsennotierungen zum Ausdruck kam. Doch es war, als fragten sich die Investoren bereits jetzt, ob sich Saudiarabien diese phänomenal teuren Einkäufe überhaupt leisten kann.

Vorerst jubeln die Amerikaner

Fürs Erste allerdings surfte man in Saudiarabien ein wenig auf der Trump-Welle. Der Tadawul, die saudiarabische Wertpapierbörse, schloss einen Tag nach der Unterzeichnung der Verträge in Riad 0,8% höher als am Vortag. In der Region war man bereits zurückhaltender. In Dubai, der grössten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate, stieg der Börsenindex um 0,3%, in Abu Dhabi fiel der lokale Indikator um 0,2%. Der Index der Kuwaiter Börse legte um 0,5% zu. Anleger erklärten den massvollen Anstieg der saudischen Börse mit der Aussicht auf eine gewisse Belebung des örtlichen Arbeitsmarkts.

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