Um Kinderkrankheiten auszurotten, hilft nur eine Impfpflicht


Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Sollte sich der deutsche Gesetzgeber nicht zu einer Impfpflicht durchringen können, sollte Kindern von Impfgegnern der Zugang zu Tagesstätten und Schulen verweigert werden. Ein Kommentar.

Von Til Knipper | DER TAGESSPIEGEL

Donald Trump ist Impfgegner. An dieser Stelle könnte dieser Kommentar eigentlich bereits enden. Oder? Wen das nicht davon überzeugt, in Deutschland eine Impfpflicht einzuführen oder zumindest die eigenen Kinder freiwillig durchimpfen zu lassen, der ist wahrscheinlich auch sonst für Tatsachen und Argumente schwer erreichbar. Aber Scherz beiseite.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will jetzt die Kitas verpflichten, Eltern beim Gesundheitsamt zu melden, wenn sie sich der verpflichtenden Impfberatung verweigern. Und der Bundesgerichtshof hat diese Woche einem Vater das Recht eingeräumt, seine Tochter gegen den Willen der Mutter impfen zu lassen. Aber die Maßnahmen aus Politik und Rechtsprechung reichen nicht aus. Und auch auf die Gefahr hin, dass jetzt den Eltern aus dem Prenzlauer Berg, dem Berliner Ortsteil mit den notorisch niedrigen Impfquoten, der Milchkaffee aus der Hand fällt: Um die verharmlosend Kinderkrankheiten genannten, erheblichen Gesundheitsgefahren von Masern, Windpocken, Polio und Co. auszurotten, muss in Deutschland eine Impfpflicht eingeführt werden.

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