10 Fakten zum Hirntod


Untersuchung zur Todesfeststellung (irreversibler Hirnfunktionsausfall). Die zweifelsfreie Feststellung des Todes durch die Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms ist neben der Zustimmung zur Organspende die wichtigste Voraussetzung für eine Organspende. Die Diagnostik muss nach den Richtlinien der Bundesärztekammer durchgeführt werden. Diese schreibt auch die Qualifikationsanforderungen an die Untersucher vor. Bild: Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)/Johannes Rey
Hirntoten schlägt das Herz, sie sind warm, sie werden künstlich beatmet und künstlich ernährt. Äußerlich unterscheiden sie sich nicht von Komapatienten. Dies macht es so schwer, sie als Tote anzusehen.

Von Klaus Schäfer | TELEPOLIS

Neben den oben aufgeführten diesen Fakten werden viele Halb- und Unwahrheiten über den Hirntod (von Medizinern „irreversibler Hirnfunktionsausfall“ genannt) verbreitet. Diese 10 Fakten zum Hirntod stellen die 10 schwersten und häufigsten Halb- und Unwahrheiten über Hirntod richtig. Hierbei geht es nicht um die Frage, ob Hirntote Lebende, Sterbende oder Tote sind, sondern um klar überprüfbare Fakten.

Im Jahre 1960 – das war 7 Jahre vor der ersten Herztransplantation – veröffentlichten Wertheimer, Rougemont, Jouvet und Descotes in einem Artikel, dass sie eine künstliche Beatmung beendet haben. Als Kriterien für ihr Handeln nannten sie: Nachweis der völligen Areflexie, keine Eigenatmung, das EEG weist eine Nulllinie auf und eine angiographische Darstellung der fehlenden Hirndurchblutung. Diese Untersuchungen sind noch heute die Basis für die Hirntoddiagnostik. Damit trat der Hirntod mit der Beendigung einer sinnlos gewordenen Therapie erstmals an die Öffentlichkeit.

Die Feststellung des Hirntodes wurde 1960 erstmals zur Beendigung einer sinnlos gewordenen Therapie dokumentiert.

Die Hirntoddiagnostik dient allein der Abklärung des Zustandes des Patienten. Wenn er nicht hirntot ist, wird entsprechend einer vorliegenden Patientenverfügung verfahren. Wenn Hirntod festgestellt ist, wird die künstliche Beatmung abgeschaltet. Bei gesunden Organen stellt sich die Frage nach einer Organspende: Liegt eine Zustimmung zur Organentnahme vor, um vor Beendigung der Therapie die Organe entnehmen zu können? Der festgestellte Hirntod ist die Voraussetzung für eine Organentnahme, nicht deren Zweck. Bei weniger als der Hälfte der Hirntoten wird eine Organentnahme vorgenommen.

Die Hirntoddiagnostik dient zur Klärung eines unklaren medizinischen Zustandes. Meist wird nach Feststellung des Hirntodes die Behandlung abgebrochen.

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