Käßmann erwägt rechtliche Schritte gegen falsche Zitate ihrer AfD-Kritik


Die verkürzte Wiedergabe von Margot Käßmanns Aussage auf dem Kirchentag zur AfD lässt die Theologin erwägen, rechtlich dagegen vorzugehen.

evangelisch.de

Nach einer falschen Darstellung ihrer Aussagen über die AfD in sozialen Netzwerken erwägt die prominente evangelische Theologin Margot Käßmann rechtliche Schritte. Es gebe Inhalte, die einfach gelöscht werden sollten, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst (epd) und berief sich auf einen kürzlich gehörten Experten. „Manche Inhalte sollte man demnach aber auch rechtlich verfolgen“, sagte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und ergänzte: „Das überlege ich mir in diesem Fall.“

Käßmann hatte am Donnerstag in einer Bibelarbeit beim Kirchentag in Berlin die Forderung der AfD nach einer höheren Geburtenrate kritisiert. Sie sagte, diese entspreche dem „kleinen Arierparagrafen der Nationalsozialisten“: „Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern“ – und setzte mit Blick auf die AfD nach: „Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht.“ Im Kurznachrichtendienst Twitter wurden vielfach nur die beiden letzten Sätze ohne den Zusammenhang zum Arierparagrafen zitiert und dadurch der Eindruck erweckt, Käßmann habe alle Bürger mit deutschen Ahnen zu Neonazis erklärt. Unter anderem stieg die kürzlich aus der CDU ausgetretene Politikerin Erika Steinbach in die Empörungswelle ein und postete ein Bild, auf dem von „linksfaschistischen Ergüssen“ die Rede war.

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