Reformationsjubiläum 2017: Mit dem Segen des Staates


Kirche und Staat haben sich in Deutschland zusammengetan, um im grossen Stil Luthers und der Reformation zu gedenken. Das weckt Argwohn und Kritik. Die Feiern sollen zeigen, dass das unbegründet ist

Von Markus Ackeret | Neue Zürcher Zeitung

Der 31. Oktober wird 2017 zum ersten Mal in ganz Deutschland ein offizieller Feiertag sein. Das hatte die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) angeregt, und der Bundestag und die Bundesländer waren dem Vorschlag gefolgt. Was die einen freut und anderen gleichgültig ist, gibt manchen Anlass zu Sorge und Skepsis.

Der letzte Tag im Oktober ist in den fünf ostdeutschen Bundesländern seit 1990 ein gesetzlicher Feiertag, in Baden-Württemberg zumindest ein schulfreier Tag. Mit ihm wird der Anbringung von Martin Luthers 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg 1517 gedacht, des symbolischen Beginns der Reformation. Der Reformationstag ist also ein Feiertag mit einer konfessionellen Grundlage. Wenn er in diesem Jahr des Reformationsjubiläums mit Billigung der Politik in ganz Deutschland begangen wird, sagt das etwas aus über das Verhältnis von Staat und Kirche.

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