Steinmeier befürchtet „Zersetzung der Demokratie“ durch Fake News


„Alternative Fakten“ sind nach Ansicht von Bundespräsident Steinmeier kein flottes Label, sondern ein Risiko für das Gemeinwesen. Er warb auf dem evangelischen Kirchentag für mehr Mut zur Vernunft.

evangelisch.de

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht angesichts einer Zunahme von Fake News, Hass und Hetze im Internet die Demokratie gefährdet. „Die Zersetzung der Vernunft ist der Anfang der Zersetzung der Demokratie“, sagte er am Samstag auf dem evangelischen Kirchentag in Berlin. Mancherorts werde Wahrheit nicht nur absichtlich gefälscht, sondern scheine gar nicht mehr zu zählen. Schon eine Stunde im Netz genüge, „um einen nachdenklichen Leser zur schieren Verzweiflung zu bringen“.

Zwar verschaffe das Internet Zugang zu einer nie gekannten Fülle von Informationen, sagte der Bundespräsident in einer Veranstaltung zum Thema „Ist die Vernunft noch zu retten?“ Dieser „Dauerregen an Informationen“ dürfe aber nicht mit Wissen und Weisheit verwechselt werden. Gefühlte Wahrheiten drohten dauerhaft an die Stelle von überprüfbaren Fakten zu treten. „Häme, Hass und Härten werden aber langfristig an unserer Gesellschaft nicht spurlos vorbeigehen“, erklärte er. „Wir können auch in der digitalisierten Welt nicht auf Vernunft verzichten.“

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