Vergifteter Diskurs über den Osten


Thügida in Dresden: Wie rechts ist der Osten? Foto: Arno Burgi (dpa-Zentralbild)
Iris Gleicke wird als Ost-Beauftragte im Gedächtnis bleiben, weil sie eine umstrittene Studie zu verantworten hat. Sie verteidigt die Studie trotz handwerklicher Fehler. Die Kolumne.

Von Sabine Rennefanz | Frankfurter Rundschau

Wozu gibt es eine Ost-Beauftragte? Sie soll die Anwältin des Ostens in der Regierung sein, Probleme benennen, Diskussionen anregen. Es ist ein undankbarer Job, man hat kein eigenes Ministerium, sondern hängt an einem anderen Haus dran, derzeit am Wirtschaftsministerium. Es fehlt an finanzieller Schlagkraft, an Einfluss. An viele frühere Amtsinhaber erinnert sich niemand.

An Iris Gleicke, die amtierende Ost-Beauftragte, wird man sich erinnern, und zwar als diejenige, die es geschafft hat, den Diskurs über den Osten auf lange Zeit zu vergiften. Dabei hatte die Sozialdemokratin eine gute, mutige Intention. Sie wollte die Diskussion über den Rechtsextremismus im Osten vertiefen, darüber, ob die Hälfte des Landes für die Demokratie verloren ist. Doch seitdem sie eine umstrittene Studie veröffentlicht hat, ist das Sprechen über den Osten schwieriger geworden.

weiterlesen