Designerviren gegen Krebs

Mit speziell designten Viren könnte die Immunabwehr des Körpers gegen Krebszellen angestachelt werden. © Vitanovski / Thinkstock
Alarmanlage aus Viren: Forscher haben künstliche Viren gebaut, die gezielt gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden können. Diese Designerviren alarmieren das Immunsystem und leiten es an, Killerzellen in den Kampf gegen den Krebs zu schicken. Damit bildet die Methode eine Grundlage für neuartige Krebstherapien, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

scinexx

Krebserkrankungen stellen noch immer eine medizinische Herausforderung dar. Die klassische Behandlung mittels Chemotherapie ist höchst belastend für den Patienten, so dass fieberhaft an neuen Möglichkeiten geforscht wird, die Erkrankung erfolgreich zu bekämpfen. Neben frühzeitigen Diagnoseverfahren über eine Blutprobe oder die Atemluft wird auch am Einsatz von Nanobots gegen den Krebs geforscht.

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„Religion schließt Kompromisse aus“

Der Nahost-Experte Jörg Armbruster spricht in der Wallfahrtskirche in Klausen. TV-Foto: Christina Bents Foto: (g_pol3)
Der Nahost-Experte Jörg Armbruster sieht den christlichen Glauben in Syrien stark bedroht.

Von Christina Bents | volksfreund.de

Ein Hauch von Weltpolitik wehte durch die Wallfahrtskirche Klausen, als der Nahostexperte und Korrespondent der ARD vor dem Altar über die Zusammenhänge im Syrienkrieg sprach. 70 Besucher wollten hören, was er auf Einladung von Wallfahrtsrektor Pater Albert Seul zu sagen hatte. Zunächst ging er auf die aktuelle Situation ein. 400 000 Tote hat der Konflikt bereits gefordert, die meisten davon waren Zivilisten. Die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht, entweder innerhalb des Landes, in den angrenzenden Staaten oder sie kommen bis nach Europa. Er erklärt: „Jordanien und der Libanon haben hier Wahnsinniges geleistet. Jordanien, das selbst ein ganz armes Land ist, hat schon 1,3 Millionen Flüchtlinge aufgenommen und hat im vergangenen Jahr gesagt ‚Wir können nicht mehr’. Das hätte ich schon viel früher erwartet.“ Im Libanon ist inzwischen jeder vierte Bewohner des Landes ein Syrer.

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Großscheich: Muslime tragen keine Schuld an den aktuellen Terroranschlägen

Muslime tragen keine Schuld an den aktuellen Terroranschlägen. Diese These hat Großscheich Ahmed Mohammad al-Tayyeb (Kairo) bei einem Vortrag des evangelischen Kirchentag in Berlin am Wochenende vertreten wie idea berichtet.

kath.net

Der Scheich gilt als eine der höchsten Autoritäten des sunnitischen Islams. Die Anschläge hätten im Westen zu einem Bild geführt, dass der Islam brutal und blutrünstig sei: „Diese Verbrechen sind verabscheuungswürdig und stehen nicht für den Islam und die Muslime.“ Der Scheich behauptete auch, dass Muslime andere nie mit Waffengewalt zum Islam gezwungen haben.

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Regenbogenfahne nicht vor Bundesgebäuden

Die Bundesregierung sträubt sich weiter gegen Regenbogenfahnen vor Bundesbehörden. Der Grünen Abgeordnete Volker Beck hält das für „pickelhaubig, vorgestrig und provinziell“.

Von Tilmann Warnecke | DER TAGESSPIEGEL

Um das Hissen der Regenbogenfahne in der CSD-Saison vor Bundesministerien und Bundesbehörden gibt es immer wieder Streit. Man denke an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes im vergangenen Jahr: Die durfte erst am Vorabend des Berliner Christopher Street Days die Fahne mit den Farben der homosexuellen Emanzipationsbewegung hissen – nachdem das zuvor die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der das Gebäude gehört, verboten hatte.

Hintergrund des immer wiederkehrenden Theaters ist der Flaggenerlass des Innenministeriums. Der regelt detailliert, wie Dienstgebäude des Bundes flaggen dürfen. Die Regenbogenfahne ist dabei nicht vorgesehen. Einige SPD-geführte Ministerien – in der Vergangenheit etwa das Familien- oder Justizministerium – setzen sich inzwischen darüber hinweg, um ein Zeichen gegen die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und trans- und intergeschlechtlichen Menschen zu setzen. Unionsgeführte Ministerien dagegen bleiben in der Regel unbeflaggt.

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Das Unterbewusstsein

Image: NOAA/Flickr
Bewusstsein heißt Freiheit. Dann ist der Einfluss des Unterbewusstseins Unfreiheit (Sofern wir hier von Freiheit sprechen wollen).

Föderation des Determinismus

Du glaubst, das ist bei Dir nicht der Fall? Du kannst Dich über Dein Unterbewusstsein hinwegsetzen? Nimm ein Brett von 20 cm Breite und 5 m Länge, lege es auf den Boden und spaziere darüber: Kein Problem. Jetzt das Brett über eine tiefe Schlucht. Und? Das Unterbewusstsein und vielleicht auch eine angeborene Angst vor der Tiefe greifen hier ein.

In meinem ganz persönlichen Umfeld kenne ich Menschen, die keine hohen Treppen hochsteigen, wenn man durch die Stufen hindurchsehen kann. Ein schönes Musterbeispiel ist der Petri-Kirchturm in Hamburg an der Mönckebergstraße, der gegen geringes Entgelt bestiegen werden kann. Die selben Stufen unten zu besteigen, ist kein Problem, oben greift das Unterbewusstsein ein und hindert einige Besucher an einem absolut sicheren und schönen Erlebnis.

Überhaupt findet so einiges in unserem Unterbewusstsein statt. Beim Lesen etwa interpretieren wir scharze und weiße Bereiche in Buchstaben, diese in Wörter und das ganze in Sprache, die dann wiederum in inhaltliches Verständnis übersetzt wird.

Oder: Wenn wir joggen, entscheiden wir uns zum Loslaufen. Die Beine bewegen sich nur, wenn wir es wollen. Dann übergeben wir an das Unterbewusstsein: Wir denken nicht mehr über jeden Schritt nach. Das Bewusstsein schweift ab und wir können über alles mögliche Nachdenken, ohne den Befehl zu geben, dass die Beine zu bewegen sind und die Füße eine komplexe Verwringungsbewegung ausführen sollen.

Blick Dich einmal in Deinem Raum um und betrachte alle roten Objeke. Jetzt schließt Du die Augen: Wie viele waren es? Vermutlich kannst Du es sagen. Aber während Du die roten Objekte betrachtet und vielleicht gezählt hast, könntest Du jetzt noch sagen, wie viele gründe und blaue Objekte dort waren? Du hast Dich konzentriert und Dein Unterbewusstsein hat die Wahrnehmung selektiert. Die anderen Gegenstände wurden ausgeblendet. Oder: Hat Deine Uhr Striche, die die Sekunden markieren? Befinden sich dort Ziffern? Wie viele Striche befinden sich zwischen den Ziffern? Wir sehen etlich male am Tag auf die Uhr, aber mit selektiver Wahrnehmung, weil wir uns auf die Zeit konzentrieren.

Ich hatte auch den Einfluss des Körpers angesprochen, von Hormonen und Drogen etwa. Bewusstsein und Körper stehen aber auch in Wechselwirkung: Wenn wir uns über etwas ärgern, verkrampfen sich bestimmte Muskelpartien. Versuch mal, Dich über etwas zu ärgern und gleichzeitig Deine Muskeln zu entspannen. Vor einem Auftritt auf der Bühne oder einem Vorstellungsgespräch sind wir vielleicht aufgeregt, dies kommt vom Kopf und schlägt sich auch körperlich nieder: Der Adrenalinpegel steigt, der Puls geht hoch, der Blutdruck steigt.

Auch auf Launen und Stimmungen hat unser Unterbewusstsein einen erheblichen Einfluss. Ob wir über ein Ereignis glücklich oder unglücklich sind, entscheidet unsere Stimmung und unsere zum Teil unterbewusste Erwartungshaltung. Niemand wird behaupten wollen, dass man mit bloßer Willensanstrengung seine Stimmung ändern kann: Dann bedürfte es keiner Psychiater, die sich mit Depressionen befassen.

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Zana Ramadani: Viele muslimische Mütter erziehen ihre Söhne zu kleinen Machos

Engagiert beim Interview: Zana Ramadani geht mit dem Islam kritisch ins Gericht. Bild: Leonhard Hamerski
Mit der streitbaren Bestsellerautorin Zana Ramadani sprach unser Reporter Dieter Hintermeier über die Gefahren des politischen Islamismus, den Toleranzwahn der Deutschen und das Frauenbild der Muslime

Von Dieter Hintermeier | Frankfurter Neue Presse

Frau Ramadani, welcher Islam gehört zu Deutschland und welcher nicht?

ZANA RAMADANI: Auf keinen Fall ist es der aktuell politisch-herrschende Islam. Er zeichnet sich aus durch Radikalität und Geschlechterapartheid. Dieser gehört nicht in ein demokratisches Land, in dem Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gilt. Der spirituelle Islam, den es ja auch gibt, gehört natürlich zu Deutschland.

Aber wie kann der politisch-radikale Islam bekämpft werden?

RAMADANI: Der kann nur von innen heraus wirkungsvoll bekämpft werden. Solange sich aber die Mehrheit der Muslime diesen Tatsachen nicht stellt, wird der radikale Islam auch nicht wirklich bekämpft. An dieser Stelle sollte sich der Islam ein Beispiel am Christentum nehmen. Hier geschah die fundamentale Veränderung, damit meine ich die Reformation, auch von innen, also durch die Christen selbst.

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Kirchentag: Minderheiten-Party für 22 Millionen— Kirchen-Wahlkampf

22 Millionen Euro hat der Kirchentag gekostet, Besucher kommen immer weniger und nur 27,1 Prozent der Deutschen sind evangelisch, Tendenz fallend.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Nach dem Kirchentag ist vor dem Kirchentag. In 107 Wochen findet der 37. statt, in Dortmund. Dann ist einer Präsident, der bisher immer und überall auf Relevanz geachtet hat: Hans Leyendecker. Der journalistische Chefaufklärer der Republik kann sehr hilfreich sein; denn die Zahl der Besucher bei diesem Kirchentag blieb hinter den Hoffnungen zurück. Und nachdem nur 27, 1 Prozent der Deutschen evangelisch sind, diese Zahl noch weiter sinken wird, ist es umso nötiger aufzuklären, was Akzeptanz bei den Gläubigen findet.

Zumal dieses Treffen rund 22 Millionen Euro gekostet hat und der Staat sich daran beteiligt.

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Dieser Film liefert Pädophilen eine Onaniervorlage

Nick Cafmeyer (Geert Van Rampelberg) leidet noch immer unter einem schweren Trauma, das er in seiner Kindheit erlitten hat. Quelle: ZDF und NyklyN
Hans Herbots’ „Die Behandlung“ ist die Verfilmung eines Thrillers von Mo Hayder. Darin geht es um Pädophile und Verbrechen an Kindern. Jetzt läuft er im ZDF. Das darf nicht wahr sein.

Von Elmar Krekeler | DIE WELT

Wir müssen an dieser Stelle eine dringende Warnung aussprechen. Wir wissen natürlich, schließlich kennen wir auch die Sagen und die Märchen, die davon erzählen, dass Menschen gern immer genau das tun, vor dem sie – von Göttern, Herzögen, Eltern, Zeitungskommentatoren – ganz besonders gewarnt werden.

Aber bitte, tun Sie sich den Gefallen, und meiden Sie heute Abend das ZDF. Da wird „Die Behandlung“ gezeigt. Die (belgische) Verfilmung eines Thrillers der britischen Bestsellerautorin Mo Hayder.

Die Grenzen dessen, was man zeigen kann

Den anzuschalten, wären Sie natürlich nie auf die Idee gekommen. Weshalb also diese Warnung?

Weil dieser Film – er ist toll gespielt, die Dramaturgie stimmt, er setzt sich fest im optischen Gedächtnis, wie sich „Das Schweigen der Lämmer“ festgesetzt hat, als Film ist an ihm nichts auszusetzen – ganz besonders taugt, sich zu fragen, warum man zeigen muss, was er zeigt, wo die Grenzen dessen sind, was man zeigen darf, was passiert, wenn sie überschritten werden.

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Denken mit Leib und Seele

Eine physikalische Erklärung des Bewusstseins ist gescheitert. Neurobiologen und Philosophen fangen an, andere Denkmodelle wieder in Betracht zu ziehen

Von Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Im Jahre 1999 hörte ich bei einer Tagung von Neurowissenschaftlern und Geistesphilosophen einen Vortrag der bekannten Neurophilosophin Patricia Churchland. In der anschließenden Diskussion fragte sie ein Zuschauer die Große Frage: Wie denn nun Gehirn und Bewusstsein zusammenhingen?

Churchland antwortete (so zumindest habe ich es in meinem kreativen Gedächtnis gespeichert): Nun, dazu seien wir ja hier, um das von den Neurobiologen zu erfahren. Es war die Bankrotterklärung der Philosophie: Bewusstsein als biologisches Problem.

Allerdings war die Kapitulation der Geistesphilosophen zu der Zeit nachvollziehbar, denn die Neurowissenschaften zeigten quasi täglich neu die enge Kopplung von Gehirnfunktion und Erlebnisinhalten, die skurrilen Ausfallserscheinungen bei neurologischen Patienten mit klar definierten Schädigungen, und biochemische, drogeninduzierte Veränderungen des Bewusstseins.

Auf demselben Podium trat damals Vilayanyur Ramachandran auf, der brillante Neurologe und umwerfende Rhetoriker, der an seinen Patienten viel über die neuronale Organisation von Ich und Welt herausgefunden hat. Wenn ein Schlaganfall Teile der rechten Hirnhälfte zerstört, dann leugnen die Patienten die Existenz einer linken Hälfte der Welt. Keine Vernunftgründe, keine Erinnerung können sie davon überzeugen. Ihre Weltsicht ist ein zwingendes Ergebnis des geschädigten Nervenfleischs. Ebenso verschwindet alle Persönlichkeit, alle Selbstbestimmung, wenn (wie vor gar nicht so langer Zeit bei einer Lobotomie) die Verbindungen des Stirnhirns gekappt werden. Da scheint es kein „Ich“ zu geben, das über die zerstörte Materie Gewalt erlangen kann. Und auch Rauschzustände sind stärker als so etwas wie „Wille“. „Bewusstsein“, so scheint es, ist wirklich ein Produkt biochemischer, neuronaler Prozesse.

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„Am Ende weiß nur Gott, wer ein guter Muslim ist“

foto: urban Ibrahim Olgun räumt Versäumnisse beim Dialog zwischen der muslimischen Community und der Mehrheitsgesellschaft ein: „Viele Muslime wissen nicht, wie die Gebräuche und Traditionen in Österreich sind.“ Nachsatz: „Dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt.“
Ibrahim Olgun, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, fordert strengere Gesetze bei Übergriffen auf Muslime. Ab Herbst sollen die Imame Jugendliche auch in Parks aufsuchen

Interview Peter Mayr, Nina Weißensteiner | derStandard.at

STANDARD: Im anlaufenden Nationalratswahlkampf beklagen jetzt schon zwei Kanzlerkandidaten, Sebastian Kurz (ÖVP) und Heinz-Christian Strache (FPÖ), die fehlende Integration muslimischer Asylwerber und Migranten. Was wollen Sie dem entgegenhalten?

Olgun: Wenn wir konstruktive Kritik aus der Politik bekommen, dann nehmen wir das auch zur Kenntnis. Aber wir hoffen auch, dass die Muslime nun im Wahlkampf nicht instrumentalisiert werden, indem auf unserem Rücken Politik gemacht wird. Die Instrumentalisierung unserer Religion haben wir leider in der Vergangenheit immer wieder gespürt.

STANDARD: Wo sehen Sie selbst Ihre Glaubensgemeinschaft bei der Integration gefordert?

Olgun: Uns ist bewusst, dass es bei einem Teil der Muslime noch großen Bedarf an Integration gibt – etwa beim Erlernen der deutschen Sprache, aber auch bei der Anpassung an die Gesellschaft. Denn viele Muslime wissen nicht, wie die Gebräuche und Traditionen in Österreich sind. Dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt – und dadurch kommt es oft zu Vorurteilen und Missverständnissen.

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Klimawandel raubt uns den Schlaf

Ungewöhnlich warme Nächte verursachen schon heute vemehrt Schlafstörungen – in Zukunft könnte sich das verstärken. © Andrey Popov/ thinkstock
Schlaflose Zukunft: Der Klimawandel beeinträchtigt zunehmend auch unseren Schlaf. Schon jetzt führen wärmere Nachttemperaturen vor allem im Sommer vermehrt zu Schlafstörungen, wie eine Studie aus den USA belegt. Bis zum Jahr 2050 könnte die Erwärmung jedoch Millionen von Menschen allein in Nordamerika schlaflose Nächte bereiten – und noch viel mehr in den ohnehin schon heißen und weniger wohlhabenden Ländern, wie die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Schlaf ist für unseren Körper und unser Gehirn überlebenswichtig. Doch immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen und Schlafentzug. In Deutschland sind es einer aktuellen Studie nach sogar bis zu 80 Prozent aller Berufstätigen – Tendenz steigend. Die Ursachen dafür sind vielfältig, neben Lichtverschmutzung, Stress und Arbeit, können auch Lärm und Feinstaub dazu beitragen.

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US-Geheimgericht rügt FBI und NSA

Das Geheimgericht FISC verwendet dieses Logo, das den Namen das Gerichts verschweigt. Bild: heise online
US-Geheimdienste verletzen bei der Internetüberwachung immer wieder die Vorschriften, melden das aber spät. Das Geheimgericht FISC übt nun ungewöhnlich harsche Kritik. Für Ausländer verbessert sich dadurch aber nichts.

Von Daniel AJ Sokolov | heise online

Eine ungewöhnlich geheimdienstkritische Gerichtsentscheidung sorgt in den USA für Aufsehen. In dem teilweise geschwärzten Dokument geht es um die offiziell auf ausländische Ermittlungsdaten abzielende Spionage nach Abschnitt 702 des Auslandsüberwachungsgesetzes FISA (Foreign Intelligence Surveillance Act). Das Gericht kritisiert vor allem die NSA und den Inlandsgeheimdienst FBI dafür, sich wiederholt nicht an die Vorschriften zu halten und Regelverletzungen zu spät anzuzeigen. Der NSA konstatiert das Gericht sogar einen „institutionalisierten Mangel an Ehrlichkeit“ und „sehr schwerwiegende“ Verletzungen der Verfassung.

Das ist besonders bemerkenswert, als es sich bei dem Gericht um den FISC (Foreign Intelligence Surveillance Court) handelt. Dieses Sondergericht ist dazu geschaffen worden, Spionage auf Grundlage des FISA zu genehmigen. Das Gericht entscheidet in geheimer Sitzung praktisch immer zugunsten der Geheimdienste. Es gibt ja auch keine Gegenpartei. Bis Juni 2015 waren Entscheidungen des FISC grundsätzlich geheim. Seither sollen „wichtige“ oder „neuartige“ Entscheidungen veröffentlicht werden.

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Nicht impfen – ein tödlicher Irrtum

Ein zweijähriger Flüchtlingsjunge bei seiner Impfung gegen Mumps und Masern. (Foto: Kay Nietfeld/dpa)
Noch immer lehnen einige Eltern es ab, ihren Nachwuchs gegen Masern impfen zu lassen. Doch ihre Argumente sind zweifelhaft , denn die Krankheit kann extrem gefährlich werden.

Von Werner Bartens | Süddeutsche.de

Angehustet, angesteckt und dann lebensgefährlich erkrankt? Doch nicht hier. Kinderkrankheiten, die tödlich verlaufen? Vielleicht in Afrika, aber nicht in Deutschland. Viele Menschen wähnen sich in hiesigen Breiten in Sicherheit vor tückischen Erregern und bedrohlichen Infektionen. Doch der Eindruck trügt. Wie vergangene Woche bekannt wurde, starb kürzlich in Essen eine 37 Jahre alte Frau trotz intensivmedizinischer Behandlung an Masern. Offenbar war die Frau als Kind einmal geimpft worden, was den damaligen Empfehlungen entsprach. Dies reicht nach heutigem Stand jedoch nicht aus. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt für Kinder zwei Impfungen.

Die Masern werden von Viren übertragen, die das Immunsystem schwächen. Beginnend mit Fieber treten nach drei bis sieben Tagen bräunlich-rosafarbene Hautflecken auf. In der Folge kommt es leichter zu bakteriellen Superinfektionen; am häufigsten zu Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung oder Durchfall.

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Katholischer Theologe: Islam macht beim Fasten klarere Vorschriften als Christentum

Die Hagia Sophia in Istanbul (dpa/ picture alliance / Cem Turkel )
Aus Sicht des katholischen Theologen Klaus von Stosch ist das Fasten im Islam durch klarere Vorgaben gekennzeichnet als im Christentum.

Dlf24

Anlässlich des Beginns des muslimischen Fastenmonats Ramadan sagte von Stosch im Deutschlandfunk, in beiden Religionen gebe es Parallelen. Im Christentum sei das Fasten aber inzwischen oft nur noch in einer entsakralisierten Form vorhanden. Außerdem sei vielen Christen nicht mehr klar, in welcher Form sie Verzicht leisten sollten. Heutzutage könne es einem sogar passieren, dass man in der Fastenzeit bei einem Bischof eingeladen sei und Wein angeboten bekomme. Im Islam gebe es dagegen die eindeutige Vorschrift, bis zum Sonnenuntergang nichts zu essen und zu trinken.

Von Stosch setzt sich intensiv mit dem Verhältnis von Christentum und Islam auseinander. Ihm gehe es darum, das Faszinierende an der anderen Religion zu sehen, ohne es sich zu eigen zu machen, betonte der Paderborner Fundamentaltheologe.

Erdogan will Vetorecht für deutsche Besucher in Incirlik

Bild: Magazin „The Economist“
Der türkische Präsident wettert: Merkel hat nur Deniz Yücel im Kopf. Weitere Journalisten wurden unterdessen in Haft genommen und Fußballstadien dürfen nicht mehr „Arena“ heißen, weil das untürkisch ist.

Von Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Recep Tayyip Erdogan will den Streit mit der EU begraben und ein neues Kapitel in den Beziehungen zu Westeuropa aufschlagen. Der Streit der vergangenen Monate solle zugunsten einer „neuen Phase“ vergessen werden, sagte der türkische Präsident nach seinen Gesprächen in Brüssel am Rande des Nato-Gipfels. Von einem „neuen Schwung“ schwärmte der Mann, der die EU vor Kurzem noch als Club anti-islamischer Kreuzzügler verdammt hatte. Nur mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Erdogan nach wie vor große Schwierigkeiten. In der Diskussion um Besuche deutscher Politiker auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik beansprucht Erdogan ein Vetorecht: Er will nicht jeden deutschen Bundestagsabgeordneten auf der Luftwaffenbasis Incirlik sehen.

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Thousands rally for peace in Tel Aviv amid renewed US efforts


Israelis participate in a pro-peace rally in Tel Aviv, May 27, 2017. Yellow signs read: ’50 years is enough, peace now‘ (AP Photo/Oded Balilty)
Herzog calls for Kulanu, Yesh Atid parties to join ‘one big political bloc’ as left-wing leaders slam government’s diplomatic inaction

By Times of Israel Staff

Thousands of people participated in a pro-peace demonstration in Tel Aviv’s Rabin Square Saturday to mark “50 years of occupation,” under the banner of “Two States — One Hope.”

Estimates of the crowd size varied between 15,000 and 20,000. Organizers claimed around 30,000 demonstrators were present.

At the protest, leaders of the Israeli left lambasted the country’s right-wing government and its policies and called for new, bold leadership that would take steps towards peace.

Opposition leader Isaac Herzog called on the leaders of the Yesh Atid and Kulanu parties to “put ego aside and join together into one big political bloc” that could replace the current government. (Centrist Yesh Atid is in the opposition; center-right Kulanu is in the coalition.)

“Together, only together… can we win, and come to power,” he said. Taking the stage, Herzog, whose leadership of the center-left Zionist Union will be challenged by several candidates in a vote on July 4, was met with audible booing from some in the crowd.

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ANC-Legende Denis Goldberg: „Es ist an der Zeit, den Mund aufzumachen“

Denis Goldberg 2013, Bild. wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/ Ric Lander
Als einziger Weißer war Denis Goldberg 1964 in Südafrika mit Nelson Mandela zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Jetzt sorgt sich der 84-Jährige um das Erbe ihres Kampfes – und fordert den Rücktritt von Präsident Zuma.

Von Thilo Thielke | SpON-einesTages

Eigentlich sollte er feiern. Denis Goldberg blickt von der Veranda seines Hauses hinab aufs Meer. Eine steife Brise ist aufgekommen. Unruhig schaukeln ein paar Schifferboote in Richtung Hafen. In Hout Bay, dem kleinen Vorort von Kapstadt, hält langsam der Winter Einzug. Der alte Mann bewohnt dort oben auf dem Harbour Heights genannten Hügel ein wunderschönes, mit Kunst vollgestelltes Haus – mitten in jenem Viertel, in dem die „Coloureds“ zu Zeiten der Apartheid einquartiert wurden und zum großen Teil heute noch leben.

„Meinen 84. Geburtstag hatte ich mir auch anders vorgestellt. Ich sollte heute eigentlich ein zufriedener, alter Mann sein“, sagt Denis Goldberg und lächelt immerhin, „stattdessen habe ich die ganze Nacht nicht schlafen können.“

Goldberg sorgt sich um sein Land: das Südafrika ohne Rassenschranken, für das er sein Leben lang gekämpft und gelitten hat. „Dieser Traum ist in Gefahr“, sagt er und setzt sich an den Küchentisch, auf dem sich Zeitungen und Bücher stapeln. „Was ist nur aus der Regenbogennation geworden?“

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„Mit Militär besiegt man keine Ideologie“

Blick auf das eingestürzte Minarett (2013)der Großen Umayyaden-Moschee in Aleppo. Bild wikimedia.org/CC-BY-3.0/Gabriele Fangi, Wissam Wahbeh
Seit 2011 tobt in Syrien ein brutaler, blutiger Bürgerkrieg, der auf allen Seiten hohe Opfer gefordert hat: Den Vereinten Nationen zufolge starben mindestens 400.000 Menschen. Fünf Millionen flüchteten außer Landes, sechs Millionen wurden zu Flüchtlingen im eigenen Land. Die Hälfte der Bevölkerung lebt heute nicht mehr dort, wo sie noch zu Beginn des Konflikts gelebt hat. Nichts ist mehr, wie es mal war in Syrien – und ob es jemals wieder so werden wird, ist mehr als fraglich.

Von Lena Ohm | evangelisch.de

Hoch oben in der Kuppel des Berliner Doms thront eine lichtdurchflutete Friedenstaube. Sie soll den Gläubigen symbolisieren, dass der Heilige Geist mit ihnen ist. Fast alle Plätze des Doms sind besetzt, einige neugierige Zuhörer warten vor den Eingängen, um der Diskussion zu lauschen, die unter den wachsamen Augen der Friedenstaube stattfinden soll. „Der Zerfall des Nahen Ostens – Wo sind Ansätze der Stabilisierung“, lautet der Titel der Veranstaltung – eine Frage, die in Berlin wenige Kilometer weiter entfernt garantiert auch schon hunderte Male diskutiert worden ist und auf die bisher zumindest noch keine praktikable Antwort gefunden wurde. Einen Antwortversuch unternehmen im Berliner Dom drei hochangesehene Männer: Da ist zum einen Staffan de Mistura, der Sondergesandte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Syrien, dann der syrische Journalist, Anwalt und Menschenrechtsaktivist Mazen Darwish und der Direktor Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes.

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Muslim Security Guards Lodge Complaints Against Amazon for Discrimination

Community members and labor organizations speak out at Amazon’s Annual Meeting of Shareholders on Tuesday May 23, 2017 in Fremont, Seattle. Amazon’s security contractor, Security Industry Specialists, has a history of targeting their Muslim employees who are responsible for safeguarding Amazon’s campus — denying them the right to pray at work, days off for religious holidays, showing videos with Islamophobic sentiments, and more. Image: Wudan Yan.
In early June of last year, Kulani Yacub was just starting her new job as a security officer on Amazon’s campus in Seattle, Washington. Her second day of work just happened to be the day before Ramadan — the holiest month for Muslims, during which they fast from sun up to sundown.

By Wudan Yan | MOTHERBOARD

Yacub’s day started off with a briefing organized by her supervisors. On that particular day, her supervisors played a training video on how to recognize terrorists. One portion of the video depicted a clean-shaven man next to a bearded man wearing a turban.

„A lot of us Muslims in the room felt really emotional about it, so we walked out of the meeting,“ said Yacub. „It was really disrespectful for them to show videos that hinder Muslims in this country, where we already experience so much Islamophobia.“

Yacub is employed by Security Industry Specialists (SIS), a security contractor hired by Amazon to protect its campus. More than 800 security personnel through SIS — a majority of whom are Muslim, according to the workers — patrol the campus and staff the security desks to keep the retail giant’s headquarters secure. (SIS declined to comment on the number of Muslim workers).

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