„Mit Militär besiegt man keine Ideologie“


Blick auf das eingestürzte Minarett (2013)der Großen Umayyaden-Moschee in Aleppo. Bild wikimedia.org/CC-BY-3.0/Gabriele Fangi, Wissam Wahbeh
Seit 2011 tobt in Syrien ein brutaler, blutiger Bürgerkrieg, der auf allen Seiten hohe Opfer gefordert hat: Den Vereinten Nationen zufolge starben mindestens 400.000 Menschen. Fünf Millionen flüchteten außer Landes, sechs Millionen wurden zu Flüchtlingen im eigenen Land. Die Hälfte der Bevölkerung lebt heute nicht mehr dort, wo sie noch zu Beginn des Konflikts gelebt hat. Nichts ist mehr, wie es mal war in Syrien – und ob es jemals wieder so werden wird, ist mehr als fraglich.

Von Lena Ohm | evangelisch.de

Hoch oben in der Kuppel des Berliner Doms thront eine lichtdurchflutete Friedenstaube. Sie soll den Gläubigen symbolisieren, dass der Heilige Geist mit ihnen ist. Fast alle Plätze des Doms sind besetzt, einige neugierige Zuhörer warten vor den Eingängen, um der Diskussion zu lauschen, die unter den wachsamen Augen der Friedenstaube stattfinden soll. „Der Zerfall des Nahen Ostens – Wo sind Ansätze der Stabilisierung“, lautet der Titel der Veranstaltung – eine Frage, die in Berlin wenige Kilometer weiter entfernt garantiert auch schon hunderte Male diskutiert worden ist und auf die bisher zumindest noch keine praktikable Antwort gefunden wurde. Einen Antwortversuch unternehmen im Berliner Dom drei hochangesehene Männer: Da ist zum einen Staffan de Mistura, der Sondergesandte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Syrien, dann der syrische Journalist, Anwalt und Menschenrechtsaktivist Mazen Darwish und der Direktor Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes.

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