Wenn der Kirchenbetreuer ein Kinderschänder ist


In mehr als 100 Fällen soll ein 42-Jähriger zwei Jungen missbraucht haben. Erst viele Jahre später wandte sich einer der Jungen an die Polizei Quelle: pa/Bildagentur-online/www.bildagentur-online.com
Er lernte sie auf dem Flohmarkt kennen, lockte sie mit Spielzeug und der Tatsache, dass er Betreuer einer Jugendgruppe war: Ein Mann soll zwei Jungen in mehr als 100 Fällen sexuell missbraucht haben.

Von Martin Jenssen | DIE WELT

Es ist ein Fall wie aus dem Lehrbuch. Mit Einfühlsamkeit, Spielzeug, Zugang zum Computer und leckerem Essen erschlich sich Helge B. (42) das Vertrauen von zwei Jungs im Kindesalter. Immer wieder lud er die Kinder in seine Wohnung ein. Er massierte ihren Nacken, streichelte ihren Bauch – bis es schließlich zu sexuellen Übergriffen kam.

Erst viele Jahre später wandte sich einer der Jungen an die Polizei. Und darum muss sich Helge B. seit Montag wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor der Jugendschutzkammer des Hamburger Landgerichts verantworten.

„Ich habe eine Therapie begonnen“

Vermummt durch ein tief ins Gesicht gezogenes blaues Basecap und einen schwarzen Schal erschien der Angeklagte im Gerichtssaal. Er legte, vorgetragen von seinem Rechtsanwalt, ein umfangreiches Geständnis ab. Das brachte ihm zumindest etwas Respekt ein. Die Vorsitzende Richterin: „Angeklagte geben lieber einen Raub zu als ein Sexualdelikt, vor allem wenn Kinder betroffen sind.“

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