Deutschland verhindert Nato-Gipfel in Istanbul


2018 sollte das Spitzentreffen der Allianz in der Türkei stattfinden. Doch die Bundesregierung und einige Partner wollen, dass das Bündnis in Brüssel tagt. Es ist die nächste Eskalation im Konflikt mit Ankara.

Von Christoph B. Schiltz | DIE WELT

Es sollte ein großzügiges Angebot und eine herzliche Einladung sein: Beim Spitzentreffen der Nato-Staats- und -Regierungschefs in Warschau im Juli 2016 lud der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die 28 Mitgliedstaaten ein, zum nächsten turnusmäßigen Gipfel in zwei Jahren nach Istanbul zu kommen.

Einen formalen Beschluss darüber fasste das Bündnis zwar nicht. Aber es wurde davon ausgegangen, dass der Einladung entsprochen wird.

Jetzt erfolgt nach Informationen der WELT die Kehrtwende. Zahlreiche Nato-Länder, angeführt von Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Dänemark, sprachen sich vehement gegen Istanbul aus. „Wir wollen die Türkei nicht international aufwerten und den Eindruck vermeiden, dass die Nato die interne Politik der türkischen Regierung unterstützt“, hieß es in Kreisen hochrangiger Nato-Diplomaten, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

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