Saudisch-katarischer Konflikt: „Fake“, sagt der Scheich zum Emir


foto: reuters / fadi al-assaad Die Große Moschee in Doha: Sie soll nicht mehr nach Mohammed Ibn Abdulwahhab heißen, verlangen dessen Nachkommen in Saudi-Arabien.
Glaubt man den saudisch-gesteuerten Medien, ist der Emir von Katar dabei, sich mit dem Iran gegen die Araber zu verschwören. Katar schreit „Fake-News“ – und verbreitet seine eigenen Geschichten über den saudischen Königssohn

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

„Fake!“ Das ist das neue wichtige Wort im politischen Vokabular – und auf der arabischen Seite des Persischen Golfs hört es sich fast schon wie ein Kriegsschrei an. Zwischen dem kleinen und reichen Emirat Katar und dem mächtigen saudischen Medienorbit tobt ein für Beobachter nicht unamüsanter, weil oft ins Absurde abgleitender Konflikt, der jedoch einen beinharten politischen Hintergrund hat. Manche sehen gar Putschisten in den katarischen Kulissen lauern.

Was nun Wahrheit oder Lüge ist, wer wann was gesagt und wie es begonnen hat, ist nicht mehr leicht rekonstruierbar. Die Eskalation kam jedenfalls, als gleich nach dem Bling-Bling-Besuch von US-Präsident Donald Trump in Saudi-Arabien Bemerkungen des katarischen Emirs Tamim bin Hamad Al Thani verbreitet wurden – und zwar von der katarischen Nachrichtenagentur -, in denen er so ziemlich allen Inhalten des großen Trump-Gipfels in Riad widersprach: Vor allem sagte er, dass er gegen die Verschlechterung der Beziehungen zum Iran sei. Und im Twitterfeed der Nachrichtenagentur hieß es dann auch noch, Katar werde seine Botschafter aus Ägypten und einigen anderen Golfstaaten abziehen.

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