Erdoğans neuer Vertreter im Fall Böhmermann


Trennt den Fall von der Person: Erdoğans neuer Anwalt Mustafa Kaplan. (Foto: privat)
Sein Vorgänger hatte wegen Erdoğans Nazi-Vergleichen hingeworfen, jetzt vertritt Mustafa Kaplan den türkischen Präsidenten vor Gericht. Der Kölner Anwalt ist auch am NSU-Prozess beteiligt.

Von Annette Ramelsberger | Süddeutsche.de

„Ich trenne den Fall von der Person. Da geht es mir wie einem Arzt, der operiert. Der Arzt konzentriert sich bei der Operation auch ausschließlich auf seine Arbeit. So mache ich das auch.“ Mustafa Kaplan, Fachanwalt für Strafrecht, wird demnächst einen ganz besonderen Mandanten vertreten: den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Es geht noch immer um dessen Rechtsstreit mit dem deutschen Fernsehsatiriker Jan Böhmermann und das „Schmähgedicht“, in dem Böhmermann den Präsidenten mit abstrusen sexuell konnotierten Vorwürfen überzog und ihn in eine Reihe mit Kinderschändern stellte.

Kaplan übernimmt das Mandat, nachdem Erdoğans bisheriger Anwalt Hubertus von Sprenger die Arbeit für Erdoğan eingestellt hatte – weil er dessen Vergleiche der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Naziregime nicht hinnehmen wollte. Er fühlte sich davon persönlich betroffen, weil seine Familie im Widerstand war.

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