Evolutionstheorie: Urmenschen spalten Serbien


Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Eine breite Initiative will den Ersatz von Darwins Lehre in Schulbüchern durch die biblische Schöpfungsgeschichte. Aufgeklärte Kritiker werden behördlich bedrängt.

Von Thomas Roser | Die Presse.com

Ausgerechnet eine oftmals als rückständig belächelte Weltregion kam dieser Tage überraschend in den Verdacht, sie, und nicht wie bisher angenommen Ostafrika, könnte die Wiege der Menschheit gewesen sein: Laut Wissenschaftlern der Universität Tübingen (Deutschland) deuteten Knochen- und Zahnfunde in Bulgarien und Nordgriechenland darauf hin, dass sich die Entwicklungslinien von Affe und Mensch auf dem Balkan getrennt hätten („Die Presse“ berichtete am 23. Mai). Man will durch die Funde eine neue Hominidenart, Graecopithecus freybergi, identifiziert haben, die vor 7,2 Millionen Jahre existiert haben soll. Das wäre sogar noch ein wenig früher, als es die herrschende Lehre für den Schauplatz Ostafrika (speziell Tansania, Äthiopien, Kenia) annimmt.

Die Forscher erwarten nach eigenen Angaben „heftige Reaktionen“, „viel Widerspruch“ und geben zu, dass die Indizienlage noch dünn sei. Und tatsächlich kommt Stolz über die neuen „Affenmenschen vom Balkan“ in der streitbaren Vielvölkerregion keineswegs bei allen Heutigen auf: Engagiert streitet nämlich in Serbien eine Initiative rechtsklerikaler Intellektueller gegen die Lehre der Evolutionstheorie in Schulbüchern.

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